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Hof

Hart, aber herzlich

Beim Jam in der Filzfabrik präsentieren sich Hip-Hop-Bands aus der Region. Eine Hofer Gruppe nimmt kein Blatt vor den Mund. Die Musik ist Sozialkritik und Selbsttherapie zugleich.



Die Band Schizophrenic n Panic veröffentlicht in der Filzfabrik ihre CD "Steiniger Weg". Die fünf Rapper der Hip-Hop-Gruppe nenne n sich (von links) Koma95, Piiez, Fly MC (Andreas Markstein), Da Downa und Unbekannt.
Die Band Schizophrenic n Panic veröffentlicht in der Filzfabrik ihre CD "Steiniger Weg". Die fünf Rapper der Hip-Hop-Gruppe nenne n sich (von links) Koma95, Piiez, Fly MC (Andreas Markstein), Da Downa und Unbekannt.   Foto: Tom Bjarne Seidel

Hof - Fast zehn Jahre haben die Musiker pausiert. Nun präsentiert die Hofer Hip-Hop-Kombo Schizophrenic n Panic ihr erstes Album beim ersten Hip-Hop-Jam in der Hofer Filzfabrik am 14. September. Schizophrenic n Panic (SnP) - das sind die fünf Rapper mit den Künstlernamen Koma84, Fly MC, Da Downa, Piiez und Unbekannt. Alle stammen sie aus Hof.

Der erste Hip-Hop-Jam in der Filzfabrik

Der Hip-Hop-Jam am Samstag, 14. September, beginnt um 20 Uhr. Auf der Bühne stehen: Schizophrenic n Panic (Hof), Der 400 (Marktredwitz), Block Hustler Entertainment (München), K-Rich (Hof, Mainz), Azuz & Hasun (Hof), Rapha (Münchberg), Kid Patron & Finn (Hof), Essaz (Hof) und Secondlife Recordzz (Hof). Einlass ist um 19 Uhr. Der Eintritt beträgt 6 Euro. Ab Mitternacht legt ein DJ auf.

Das Album "Steiniger Weg" von Schizophrenic n Panic gibt es nach der Veröffentlichung auf allen bekannten Streaming-Plattformen. Die CD ist dann auch im Online-Handel erhältlich. Weitere Informationen unter Facebook (Veranstaltung: 1. Hip Hop Jam) und www.kultur-filz.de

Einer sei mittlerweile nach Frankfurt, einer nach Nürnberg gezogen. Die anderen wohnten noch in der Saalestadt, erzählt Andreas Markstein alias Fly MC. Er betont, dass die Gruppe aber viel mehr sei als die fünf Rapper: "Wir haben noch drei feste Produzenten, einen Video-Dreher und zwei Leute, die sich um Grafik-Dinge kümmern oder um Pressetermine." Eine Hip-Hop-Gruppe sei nun einmal nicht mit einer klassischen Band vergleichbar.

Die Rapper verfassen laut Markstein die Texte. "Es braucht aber auch einen, der das Instrumentale macht. Das sind die Produzenten. Die bauen die Beats und wir rappen darauf." Kürzlich habe man im Helmbrechtser Soundation Studio das erste Album aufgenommen. Die Veröffentlichung wolle SnP in der Filzfabrik gebührend feiern. Auf der Bühne stehen aber noch andere Musiker.

Bei der Hip-Hop-Jam rappen insgesamt neun Acts aus Hof, Marktredwitz, Münchberg, München und Mainz. SnP tritt gemeinsam mit dem Verein der Filzfabrik als Veranstalter auf. Marksteins Worten zufolge seien an dem Abend die unterschiedlichsten Hip-Hop-Stile vertreten. Wie er den seiner Band beschreiben würde?

"Es ist eher Straßen- als Studentenrap." Straßenrap sei hart. Jeder schreibe das auf, was ihm in den Sinn kommt, und verpacke es dann in Reime. "Unsere Texte sind teils sehr heftig." So manches Mitglied der Gruppe trage sogar eine Maske, um unerkannt zu bleiben. "Dem ein oder anderen Arbeitgeber könnte es eventuell nicht so gefallen, wenn die Angestellten solch eine Musik machen", sagt Markstein. Alle anderen Bandmitglieder wollen auch nicht ihren bürgerlichen Namen in der Zeitung lesen. Fly MC selbst gibt sich da entspannt.

"Ich arbeite als Krankenpfleger und bilde mich im Bereich Medizinpädagogik fort", sagt er selbstbewusst. "Wir nehmen mit unserer Musik kein Blatt vor den Mund", bekennt er weiter. Und in der Tat: In den Songs von SnP fallen dann auch schon mal Worte wie "Loser", "Ficker" oder "Fotze". Doch die Gruppe wolle nicht sinnlos herumpöbeln.

Ihr gehe es darum, mit der Musik Missstände in der Gesellschaft anzusprechen. Die Politik etwa werde stark durch Lobbyisten gesteuert, sagt Markstein. Auch gegen Medien richte sich die Kritik. "Durch gezielte mediale Berichterstattung wird teilweise versucht, die Gesellschaft zu spalten, etwa in der Flüchtlingsdebatte." Zugleich sei die Musik aber auch eine Art Selbsttherapie.

"Manche von uns waren in der Vergangenheit auf der schiefen Bahn." Die Erfahrungen, etwa mit Drogen, hätten den ein oder anderen geprägt. Mittlerweile seien die Musiker erwachsen und damit vernünftiger geworden, hätten teils Kinder und jeder einen Job. Die Musik habe auch dabei geholfen, die Probleme zu bewältigen, sagt der 30-Jährige. Auch die anderen Mitglieder seien etwa in seinem Alter.

Gegründet hat sich SnP 2006. "Damals gab es SnP und Rap is so easy. Das waren einst also zwei Gruppen", berichtet Markstein. Nach zehn Jahren Pause hätten sich einzelne Musiker der zwei Bands zusammengetan, um wieder zu rappen. "Shizophrenic n Panic von heute ist sozusagen eine Mischung aus beiden früheren Gruppen. Rap is so easy gibt es nicht mehr."

"Die ausgestiegenen Mitglieder machen keine Musik mehr, weil sie einen Doktortitel, Kinder oder andere Probleme haben", erzählt Markstein und lächelt. Ernster wird er, wenn es um das Thema Gewalt im Hip-Hop geht. Auch in einzelnen Texten der Band kommt sie vor.

"Es gibt im Rap eine Richtung namens Battle-Rap. Das Ziel ist dabei, einen imaginären Gegener zu dissen oder zu battlen. Man äußert die Gewalt, anstatt sie im richtigen Leben auszuleben", erläutert Markstein. Der Rapper stellt klar: "Wir wollen auf keinen Fall Gewalt verherrlichen." Oftmals gehe es auch um gezielte Provokationen. Er räumt aber auch ein, dass Jugendliche die Texte falsch verstehen könnten. Um ein Urteil über die Musik von SnP zu fällen, solle man jedoch bitte nicht einzelne Zitate aus dem Zusammenhang reißen.

Man müsse immer den gesamten Song, besser noch die Songs im Zusammenhang betrachten. Und Markstein hält es für verkürzt, den Hip-Hop öffentlich lediglich nur in Verbindung mit der Gewalt in den Texten zu thematisieren. Die Lieder seiner Band behandelten schließlich genauso Schicksalsschläge wie Todesfälle im Freundeskreis oder Trennungen. Der Beweis sei das neue Album, das im September erscheint. Eine eigene Meinung bilden können sich die Zuschauer am 14. September in der Alten Filzfabrik.

Autor
Georg Jahreis

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Veröffentlicht am:
10. 09. 2019
19:32 Uhr

Aktualisiert am:
11. 09. 2019
11:14 Uhr

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Georg Jahreis

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Veröffentlicht am:
10. 09. 2019
19:32 Uhr

Aktualisiert am:
11. 09. 2019
11:14 Uhr



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