Lade Login-Box.
Topthemen: Bilder vom WochenendeHofer Volksfest 2019BlitzerwarnerGerch

Hof

Krippenpläne erhalten viel Lob

Architekt Hermann Beyer stellt im Töpener Gemeinderat die Entwurfsplanung für den Anbau an den Kindergarten vor. Das Gesamtprojekt kostet 1,8 Millionen Euro.



Der Töpener Kindergarten ist mittlerweile deutlich zu klein.
Der Töpener Kindergarten ist mittlerweile deutlich zu klein.   Foto: Wilfert » zu den Bildern

Töpen - Bis zum 31. August muss die Gemeinde Töpen ihre Unterlagen zum Anbau der Kinderkrippe an den Kindergarten einreichen, um Fördermittel beantragen zu können. Architekt Hermann Beyer vom Architekturbüro Beyer in Döhlau hat dazu in der Montagssitzung seinen Planungsentwurf vorgestellt.

Der evangelische Kindergarten, an den man die Krippe anschließen will, wurde 1992 in Fertigbauweise errichtet. Architekt Beyer berücksichtigte in seinen Plänen eine nötige Sanierung des bestehenden Gebäudes. Nach heutigen Standards sei der Kindergarten zu klein. Außerdem verfüge er weder über einen Speiseraum noch über einen Personal- oder Elternbesprechungsraum. Die Hauptnutzflächen (HNF) für zwei Kindergartengruppen müssten bei einem Neubau 296 Quadratmeter betragen. Tatsächlich sind die HNF des Kindergartens nur 236 Quadratmeter groß. Mit diesen fehlenden 60 Quadratmetern beträgt die förderfähige HNF von Kindergarten und Kinderkrippe zusammen 255 Quadratmeter.

An den ungewöhnlichen sechseckigen Kindergartenbau möchte Beyer einen Krippenanbau in L-Form anschließen. Der Mehrzweckraum des Kindergartens soll in den Neubau verlegt werden. Im Altbau soll dafür ein vorgeschriebener 15 Quadratmeter großer Kinderwagen-Abstellraum entstehen. Das Leiterin-Zimmer kommt in die jetzige Kindergarten-Küche. Es wird einen Intensivraum und einen Personalraum geben. Bei all diesen Maßnahmen soll mit Blick auf eine Generalsanierung oder einen Abriss gut gewirtschaftet werden. "Ich möchte da möglichst wenig Geld reinstecken", betonte der Architekt.

Den Krippenanbau will Beyer auf der Eingangsseite des Kindergartens anschließen. Dort gäbe es dann einen neuen überdachten Eingang mit Windfang. Im Neubau finden eine Küche mit separatem Anliefererzugang und ein Vorratsraum Platz. Beyer plant auch eine Kindermensa (50 Quadratmeter), die durch eine mobile Trennwand von einem Mehrzweckraum (64 Quadratmeter) abgeteilt ist. Es sollen ein Elternwartebereich, ein Technik- und ein Geräteraum, Toiletten und für jede der beiden Krippengruppen eine Garderobe, ein Schlafraum, ein Wickel- und ein Gruppenraum entstehen. Obendrein sind eine "Schmutzschleuse" im Bereich des Gartenzugangs und Terrassen mit Teilüberdachung angedacht.

Der Anbau soll ein flach geneigtes Dach, bis zum Boden reichende Fenster und eine dauerhaft solide Holz- oder Eternitfassade erhalten, eventuell mit Schiebeläden. Während der Neubau komplett auf dem ursprünglichen Gelände Platz findet, erstreckt sich der Spielgarten auf das von der Gemeinde neu erworbene Nachbargrundstück.

Die Gesamtkosten für den Bau betragen schätzungsweise 1,884 Millionen Euro. Darin enthalten sind laut Beyers Aufstellung Kosten in Höhe von 1,133 Millionen Euro für die Baukonstruktion, 15 000 Euro fürs Herrichten und Erschließen, 219 000 Euro für Bauwerk und technische Anlagen, 151 000 Euro für die Außenanlagen, 42 000 Euro für die Ausstattung und 324 000 Euro an Nebenkosten. Hinzu kämen etwa 50 000 Euro für die Umbaumaßnahmen im Kindergarten.

Bürgermeister Klaus Grünzner meinte dazu: "Die Kosten schönzurechnen macht keinen Sinn. Wir müssen uns der Realität stellen und uns an die Vorgaben bezüglich der geforderten Räume und Flächen halten." Ein Problem sehe er jedoch darin, dass das Grundstück des Kindergartens der Kirche gehöre. Zwar setze eine Förderung nicht voraus, dass der Grund Eigentum der Gemeinde sei, aber mit dem Zeitplan könne man Schwierigkeiten bekommen, weil in dieser Konstellation alle Entscheidungen erst vom Landeskirchenamt abzunicken seien. Eine Lösung könne die - vorübergehende - Rückübereignung des Grundstücks durch das Landeskirchenamt an die Gemeinde sein. "Wir haben uns mit der Kirchengemeinde verständigt. Diese hat positive Signale gesendet", sagte der Bürgermeister. Sein Stellvertreter Hans Herrmann lobte die Pläne des Architekten: "Der Entwurf gefällt mir sehr gut, und der Bau passt wunderbar in die Landschaft." Er gehe davon aus, dass die Kirche der Gemeinde keine Steine in den Weg legen werde. Gemeinderat Holger Schultz lobte den "tollen Stil" das Anbaus und hakte nach, ob man später noch eine Förderung für einen neuen Kindergarten bekommen könne. Beyer versicherte: "Wenn der Nachweis erbracht wird, dass eine Generalsanierung nicht wirtschaftlich ist, wird auch ein Ersatzbau gefördert." Gerd Mergner bezeichnete das Konzept als schlüssig, sowohl in der Gestaltung als auch in der Aufteilung. "Genial finde ich den separaten Eingang zur Belieferung der Küche", sagte der Gemeinderat und sprach auch ein Kompliment für die Dachgestaltung aus. Darüber hinaus dürfe man die Sanierung des Kindergartens nicht aus den Augen verlieren, um Töpen weiter für Familien attraktiv zu halten.

Das Gremium sprach sich einstimmig dafür aus, dem Architekturbüro den weiteren Auftrag zur Fertigstellung der Planung zu erteilen. Hermann Beyer sagte: "Ich muss zwar ganz schön ranklotzen, aber ich habe versprochen, dass ich rechtzeitig fertig werde, und das halte ich auch."

Autor

Isabel Wilfert
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
09. 07. 2019
19:42 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Anbau Architekten und Baumeister Bau Entwurfsplanung Evangelische Kirche Gerd Mergner Hans Herrmann Holger Schultz Kindergärten Kirchen und Hauptorganisationen einzelner Religionen Kirchengemeinden Klaus Grünzner Landeskirchenamt Sanierung und Renovierung Stadträte und Gemeinderäte
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Am Töpener Kindergarten soll ein Neubau für eine Kinderkrippe entstehen. Foto: Rompza

11.04.2019

Räte wählen Planungsbüro

In Töpen soll eine neue Kinderkrippe entstehen. Bis dahin sind die Kinder in Isaar untergebracht. Für die dortige Interimsunterkunft gibt es Lob. » mehr

Foto: Guido Grochowski - stock.adobe.com

11.12.2018

Wasser wird teurer, aber nicht teuer genug

Eigentlich müsste Töpen die Abwassergebühr fast verdreifachen. Doch das will der Gemeinderat den Bürgern nicht zumuten. » mehr

Vertreter der Diakonie, der Stadt Hof und der Kirche feierten zusammen Wiedereröffnung in der Diakonie am Park (von links): Manuela Bierbaum, Geschäftsführerin der Diakonie Hochfranken, Bürgermeister Eberhard Siller, die Bereichsleiter der Diakonie, Sebastian Oehme und Jürgen Schöberlein, Martin Abt, Geschäftsführer der Diakonie Hochfranken, und Oberkirchenrat Detlev Bierbaum freuen sich über das Ergebnis der Sanierung.	Foto: Schobert

vor 7 Stunden

Neues Leben im August-Burger-Haus

Die Sanierungsarbeiten im Haus der Diakonie am Park sind abgeschlossen. Nach zwei Jahren feiern die Mitarbeiter und Ehrengäste zusammen die offizielle Wiedereröffnung. » mehr

Ernst-Reuter-Straße Hof

10.06.2019

Ernst-Reuter-Baustelle: Elektrotechnik kommt teurer als geplant

Bekanntlich liegen die begleitenden Arbeiten an der Ernst-Reuter-Straße in den Händen der Stadt Hof; nur der eigentliche Straßenbau läuft unter der Regie des staatlichen Bauamts. » mehr

Zur Containerlösung an der Konradsreuther Grundschule am Schlosspark gebe es derzeit keine negativen Stimmen, sagt Bürgermeister Matthias Döhla. Die Sanierung des Gebäudes beschäftigt den Gemeinderat in seinen Sitzungen indes noch regelmäßig.	Foto: Uwe von Dorn

16.05.2019

Schulsanierung kommt nochmals teurer

Die Kosten für die Sanierung der Grundschule am Schlosspark in Konradsreuth sind um 156 000 Euro gestiegen. Zu Buche schlägt etwa eine Keramikfassade, für die sich der Gemeinderat nach langer Diskussion entschied. » mehr

Die Straße von Bruck nach Bug muss bis zur Einfahrt in die Kreisstraße dringend erneuert werden. Die Gemeinde Berg plant die Sanierung für das Frühjahr 2020 ein.	Foto: Uwe von Dorn

14.05.2019

Berg geht marode Straße an

Die Straße von Bruck nach Bug muss komplett erneuert werden. Die Arbeiten sollen im Frühjahr 2020 beginnen - zusammen mit der Dorferneuerung. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Frankenpost-Firmenlauf 2019

Frankenpost-Firmenlauf 2019 | 19.07.2019 Untreusee Hof
» 22 Bilder ansehen

Plassenburg-Open-Air mit Stahlzeit

Plassenburg-Open-Air mit Stahlzeit | 16.07.2019 Kulmbach
» 9 Bilder ansehen

SpVgg Bayern Hof - DJK Ammerthal 1:1

SpVgg Bayern Hof - DJK Ammerthal 1:1 | 17.07.2019 Hof
» 47 Bilder ansehen

Autor

Isabel Wilfert

Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
09. 07. 2019
19:42 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".