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Hof

Kümmerer der Hausbesitzer und Investoren

Fabian Höhne ist seit zwei Jahren der Leerstandsmanager des Landkreises Hof. Wie arbeitet er?



Das "Haus der 1000 Mäntel" in der Luitpoldstraße ist verkauft an einen Investor, der hier modernen Wohnraum schaffen will.	Fotos: Thomas Neumann/privat
Das "Haus der 1000 Mäntel" in der Luitpoldstraße ist verkauft an einen Investor, der hier modernen Wohnraum schaffen will. Fotos: Thomas Neumann/privat  

Hof - In der Region fehlen attraktive, bezahlbare und auch barrierefreie Wohnungen, heißt es in diversen Runden zwischen Politik, Wirtschaft und Bürgern immer wieder. Ein Investor hat nun zwei bekannte Häuser in der Hofer Innenstadt erworben und will diese sanieren. Aus gut informierten Kreisen heißt es, der Geschäftsmann wolle die frühere Gaststätte Bürgerbräu an der Ecke Alsenberger-/Königstraße sanieren. Das Haus ist bereits eingerüstet. Ähnliche Pläne gibt es für das ehemalige "Haus der 1000 Mäntel" in der Luitpoldstraße. Das "Zu verkaufen"-Schild, das noch im Schaufenster klebt, sei überholt, heißt es von der Firma Immobilienprofis.

Kontakt

Fabian Höhne ist erreichbar unter 09281/57-517 und unter der E-Mail-Adresse fabian.hoehne@landkreis-hof.de

"Die Häuser in der Region sind für viele Investoren echte Renditeobjekte, die in zehn bis 15 Jahren Gewinn abwerfen", erzählt Fabian Höhne, Leerstandsmanager des Landkreises. In München beispielsweise sei der Immobilien-Markt mittlerweile selbst für finanzstarke Investoren kaum noch attraktiv. Dort würde sich der Wohnungsbau wegen der hohen Grundstückspreise erst nach 30 oder 40 Jahren lohnen. "Und dann beginnen sie schon wieder mit der Sanierung."

 

Der 34-Jährige kennt den Markt. Seit drei Jahren hat er die neugeschaffene Stelle im Hofer Landratsamt inne. Geht es nach der SPD-Stadtratsfraktion, solle auch Hof demnächst einen eigenen Leerstandsmanager bekommen. Erst jüngst bei ihrem Neujahrsempfang erneuerte die Partei ihre Forderung nach "einem echten Kümmerer", der Lösungen für Neunutzungen finden, Kontakt zu schwierigen Eigentümerverhältnissen herstellen oder Hausbesitzer motivieren soll, Geld für Sanierungen in die Hand zu nehmen.

Hof und der Landkreis haben kürzlich erst eine Kooperation unterzeichnet, die den Kampf gegen Leerstände vereinfachen soll. Eine Idee von Höhne, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung der Städte und Landratsämter. Mit im Verbund dabei sind auch Bayreuth Stadt und Land sowie der Landkreis Wunsiedel, die alle einen Leerstandsmanager haben.

Höhne agiert für den Landkreis als Netzwerker, Kümmerer, Informationsbeschaffer und Dokumentar. Er führt eine Liste, die "400 bis 500 Leerstände" im Landkreis umfasse. Tritt ein Interessent an ihn heran, liefert er dem Investor so viele Informationen wie nötig, zum Beispiel über mögliche Förderungen in einem Sanierungsgebiet, das Umfeld, potenzielle Kunden und die Region allgemein.

Das Leerstandsmanagement kümmert sich aber auch um Privatleute. "Sanieren oder neu bauen ist für viele die entscheidende Frage", weiß der Wirtschaftsingenieur, der seine Diplomarbeit an der Fachhochschule Leipzig über den Umbau der Inkurabel in der Hofer Pfarr geschrieben hat. Im November 2017 kaufte Höhne das markante Gebäude mit seiner Ehefrau. Zwei Jahre hatten sie sich gegeben für den Umbau. Wegen einiger bürokratischer Hürden verzögert sich die Sanierung. "Für mich gibt es keinen Grund, auf eine Wiese zu bauen, weil alte Häuser mehr Charme haben", sagt Höhne. Die Entscheidung für ein womöglich mehrere Hundert Jahre altes Haus kann aber auch er niemandem abnehmen. Wer grundsätzlich den Plan verfolgt, neu zu bauen, werde sich auch von ihm nicht überzeugen lassen. "Jede Generation hat ihre Vorstellungen, will sich verwirklichen, so entstehen Baustile", räumt Höhne ein.

Dabei gebe es gerade in Sanierungsgebieten wie dem Bahnhofsviertel in Hof attraktive Fördermöglichkeiten. Selbst ein Haus zu bauen sei heute nicht mehr das allein erstrebenswerte Ziel einer jungen Familie. "Viele wollen flexibel bleiben", weiß Höhne aus vielen Gesprächen. "Was ist schon in fünf Jahren?" Im Bahnhofsviertel in Hof gebe es Wohnungen, die für acht bis zehn Euro kalt angeboten würden. Die Hausbesitzer hätten sich vor Jahren für Qualität entschieden, weil es Billigware in Hof genug gebe. "Wer aus München oder Nürnberg kommt, der kann mit acht bis zehn Euro Miete pro Quadratmeter gut leben", sagt Höhne. Vor allem diejenigen, die zurückkehren in die Region oder des Berufs wegen kommen, seien auch bereit, solche Preise zu zahlen, weil sie anderes gewohnt seien. Attraktiver Wohnraum sei heute ein mitentscheidender Faktor bei der Wahl des beruflichen Weges.

Hilfe beim Leerstandsmanagement suchen aber nicht nur Privatleute und Investoren. Jüngst kaufte die Marktgemeinde Bad Steben im Zuge der Nordostbayernoffensive ein Haus, in dem sich viele Jahre eine Bäckerei befand. "Wir lassen gerade eine Studie erstellen, wie eine Nachnutzung und Vermarktung aussehen könnte", sagt Bürgermeister Bert Horn. Bei der Suche nach einem Investor werde er auch den Kontakt zu Landkreisverwaltung suchen. Eine Möglichkeit sei, das Haus als modernen, barrierefreien Wohnraum umzubauen, auch deshalb, weil das Gebäude einen Aufzug bereithält.

Wo saniert wird, saniert auch der Nachbar, stellt Höhne immer wieder fest. Die wenigsten wollten das hässliche Entlein in einem Straßenzug sein. Hingegen ziehen mehrere sanierungsbedürftige Objekte häufig eine ganze Gegend eines Stadtteils herunter.

Vielen Hausbesitzern, oft Erben, die nicht mehr in der Region leben, fehle häufig der Mut, Geld für eine Beratung samt Konzept in einem Architekturbüro in die Hand zu nehmen, weiß Höhne aus vielen Gesprächen. "Sie haben Angst, am Ende mehrere Tausend Euro los zu sein, ohne dass etwas passiert." Deswegen nimmt der Landkreis ab März an einem Förderprogramm des Wirtschaftsministeriums teil. Sanierungswillige Eigentümer oder Käufer könnten sich gegen eine Gebühr in Höhe von 100 Euro einen Architekten ins Haus holen. Aus Sicht von Höhne ein cleverer Schachzug: "Wer erstmal etwas in der Hand hat, kann ganz anders entscheiden."

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Sören Göpel

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Veröffentlicht am:
11. 02. 2019
18:28 Uhr

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Sören Göpel

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11. 02. 2019
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