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Lehrer sollen Schülern Wiederbelebung beibringen

Der BRK-Kreisverband bietet Lehrern Kurse an. Denn bei einem Herzstillstand sind die ersten Minuten entscheidend.



Lehrer sollen Schülern Wiederbelebung beibringen
Lehrer sollen Schülern Wiederbelebung beibringen  

Hof - Aus Schülern ab der siebten Klasse sollen potenzielle Lebensretter werden. Zu diesem Zweck finden an den beiden Dienstagen 7. und 14. Mai beim BRK-Kreisverband Hof in der Ernst-Reuter-Straße Reanimationskurse für Lehrer an weiterführenden Schulen statt. Die ausgebildeten Lehrer sollen dann schulintern ihre Schüler darin unterrichten, wie man zum Beispiel im Falle eines Herzinfarktes Leben retten kann.

Dabei geht es vor allem um die Formel "Prüfen - Rufen - Drücken", also die Abfolge, zunächst Bewusstlosigkeit und Atemstillstand eines Betroffenen zu prüfen, dann mit 112 den Rettungsdienst zu rufen und bis zu dessen Eintreffen eine Herzdruckmassage zu verabreichen, damit der im Blut noch vorhandene Sauerstoff zum Gehirn gelangt.

"Schüler ab der siebten Klasse haben die körperliche Verfassung für diese Herzdruckmassage", sagt Dr. Werner Schramm, ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes für den Rettungsdienstbereich Hochfranken. Dabei gehe es nicht unbedingt darum, das Herz wieder zum Schlagen zu bringen, sondern den Blutfluss zum Gehirn in Gang zu halten, denn: "Bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes dauert es mindestens acht Minuten. Das Herz lässt sich dann noch wiederbeleben, aber das Gehirn kann bereits nach fünf Minuten ohne Sauerstoffversorgung irreversibel geschädigt sein."

Dass die Vorgehensweise, Schulkinder in der Reanimation auszubilden, erfolgreich ist, ist längst erwiesen: In den Ländern mit den höchsten Laien-Animationsraten wird die Wiederbelebung bereits Schulkindern gelehrt. Die Kinder wirken dann als Multiplikatoren und geben das Wissen an Eltern und Verwandte weiter. Zum Vergleich: Im Jahr 2012 lagen die Niederlande mit einer Laien-Reanimationsquote von 70 Prozent weit vor Deutschland, das mit 20 Prozent nur knapp über dem Schlusslicht Rumänien rangierte. Dank Ausbildungs- und Aufklärungsinitiativen und der Einführung der sogenannten Telefonreanimation stieg die Quote hierzulande immerhin auf 42 Prozent an, lag damit aber immer noch weit abgeschlagen hinter anderen europäischen Ländern, wo inzwischen 75 Prozent erreicht wurden.

"Das zeigt, dass die Ausbildung von Laien in Wiederbelebung bei Herz-Kreislauf-Stillstand effektiver ist als jede andere therapeutische Maßnahme innerhalb oder außerhalb eines Krankenhauses", sagt Dr. Schramm. Man könne noch so viele Millionen Euro in Forschung investieren - entscheidend seien die ersten Minuten nach einem Herzstillstand. Wie eindrucksvoll die Reanimations-Maßnahmen wiederum wirken, lasse sich ebenfalls in Zahlen belegen: "75 Prozent der Menschen, die die ersten 30 Tage nach einer Reanimation überlebt hatten, konnten danach wieder arbeiten", sagt Dr. Schramm. Das sei umso bedeutender, da rund 40 Prozent aller reanimierten Personen im erwerbsfähigen Alter seien: "Die Anwendung der Reanimation ist also nicht nur eine Frage der Mitmenschlichkeit, sondern hat gewichtige volkswirtschaftliche Auswirkungen."

Von diesen Argumenten haben sich längst auch die Lehrer in Hof überzeugen lassen: Erste Reanimationskurse des BRK Hof für die drei Hofer Gymnasien im vergangenen Jahr absolvierten insgesamt ein Dutzend Lehrer. Erste Lehrkräfte des Jean-Paul-Gymnasiums beginnen nun damit, ihr Wissen an die Schüler weiterzugeben. Die Kurse im Mai richten sich nun an die Gymnasien im Landkreis und die Realschulen in Stadt und Landkreis Hof.

Die gute Nachricht ist, dass längst nicht nur Lehrer die Notwendigkeit einer Teilnahme an solchen Kursen erkennen: "Die generellen Zahlen von Kursteilnehmern steigen", berichtet Andreas Walter, Beauftragter für die Ausbildung und Dozent in der Erwachsenenbildung beim BRK-Kreisverband Hof. Das liege auch daran, dass sich herumspreche, wie einfach ein Leben zu retten sei, wenn man über das nötige Wissen verfüge.

Umgekehrt könne im Fall einer nicht erfolgten Rettung nicht nur ein Mensch sterben, sondern eine ganze Familie ins Unglück stürzen. Der ehrenamtliche Reanimations-Ausbilder Ernst-Rudolf Schuster findet die Reanimationkurse für Lehrer, die dann ihre Schüler unterrichten, daher hervorragend. "Man erwartet im Ernstfall selbst, dass einem geholfen wird. Also sollte man wiederum auch in der Lage sein, anderen zu helfen."

Autor

Manfred Köhler
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
05. 05. 2019
18:16 Uhr

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Manfred Köhler

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Veröffentlicht am:
05. 05. 2019
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