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Verweilinseln: Stadträte monieren Uneinigkeit der Händler

Die Diskussion um die Verweilinseln hat den Hofer Stadtrat erreicht. Während die einen über die Inseln selbst sprechen möchten, greifen andere das Prozedere an. Und den Handel.



Jochen Ulshöfer
Jochen Ulshöfer  

Hof - "Es gab eine Sitzung zu den Inseln, aber die Kritiker, von denen man immer wieder in der Zeitung liest, waren nicht einmal dort. Man muss aber von einem Händler erwarten können, dass er derartige Angebote seiner eigenen Werbegemeinschaft auch annimmt. Diese Kritiker sehe ich nun in der Pflicht, Alternativvorschläge zu bringen." Da hatte sich Stadtrat Jochen Ulshöfer ziemlich in Rage geredet, als er am Dienstag im Ferienausschuss die Meinung der CSU-Fraktion zum Thema Verweilinseln kundtat. Wie berichtet, hatte es seit dem Aufstellen der drei Inseln in der Ludwigstraße immer wieder Kritik an den Bauwerken selbst und an ihrer unsachgemäßen Nutzung gegeben - die Klagen kommen hauptsächlich von den angrenzenden Händlern. Nachdem am Dienstag, wie berichtet, Bürgermeister Eberhard Siller verkündet hatte, dass man bei einer der Inseln nun sichernd eingreife, entspann sich eine rege Diskussion zum Thema. Dabei bemühte sich nicht nur Jochen Ulshöfer, den Werdegang hin zur Insel wieder ins rechte Licht zu rücken.

"Die Inseln waren der ausdrückliche Wunsch der Werbegemeinschaft Hof, dem sind wir als Stadtrat nachgekommen", betonte SPD-Stadtrat Rainer Kellner. "Wir hatten die Werbegemeinschaft immer wieder gefragt, was sie will, und nach vielen Diskussionen ist uns dieser Wunsch nach den Verweilinseln mitgeteilt worden." So verwundere es ihn schon sehr, dass nun ausgerechnet aus der Händlerschaft selbst der Hauptteil der Kritik komme.

Über Geschmack lasse sich ja bekanntlich streiten, sprach Kellner die Gestaltung der Inseln an. Doch dass die Alltagsnutzung eben nicht immer den Wünschen aller Beteiligten entspreche, müsse ernstgenommen werden. Er bat darum, die Diskussion allerdings noch nicht jetzt zu führen, sondern die Erprobungsphase bis zum Herbst gar abzuwarten: "Danach bitte ich um ein Gespräch mit der Werbegemeinschaft. Die sollen dann sagen, was sie wirklich wollen. Dann müssen wir uns das eben anschauen."

So hatte, wie berichtet, vor ihm auch Bürgermeister Eberhard Siller für die Verwaltung argumentiert. Die Inseln sollen nun - mit den genannten Veränderungen an der einen Insel - bis zum Herbst stehen bleiben. Danach mache man eine Bestandsaufnahme, zu der auch Überlegungen gehörten, die Attraktionen baulich zu verändern oder andere Standorte für sie zu suchen - vor Geschäften, die sie haben wollten. Wer das denn überhaupt sei, wollte Gudrun Bruns, FAB, wissen.

"Uns hat man das alles beim letzten Mal schon so verkauft, dass alle Händler dafür sind. Wenn Sie jetzt sagen, es gibt welche, die die Inseln haben wollen, dann möchte ich die Namen der Händler wissen", schoss sie in Richtung Verwaltung. Und machte aus ihrer persönlichen Meinung zu den Bauwerken keinen Hehl: "Ich bin dagegen, dass die Dinger stehen bleiben." Sie ging sogar noch einen Schritt weiter: Aus ihrer Sicht seien die Inseln Schwarzbauten der Stadt Hof. "Das sind doch fliegende Bauten, dafür bräuchte es nach drei Monaten eine Baugenehmigung - und ich kann mich nicht erinnern, dass wir hier im Gremium eine solche erteilt hätten." Dem widersprach Stadtdirektor Franz Pischel: "Das sind keine Schwarzbauten. Wenn es eines Bauantrags bedurft hätte, hätten wir einen gestellt." Die Inseln befänden sich ja im öffentlichen Raum und seien reine Provisorien, bedürften also allenfalls einer Sondernutzungserlaubnis. "Das ist wie bei jeder gastronomischen Nutzung eines Gehwegs."

Dass die Inseln lediglich als Experiment gelten, hatten die Verantwortlichen der Stadt von Anfang an betont. Noch weiß auch niemand, ob und wo sie im nächsten Jahr überhaupt wieder aufgestellt werden könnten: Bekanntlich möchte die Stadt ja im nächsten Jahr das Obere Tor von Kugelbrunnen bis Finck-Gebäude komplett umgestalten. Das bedeutet ohnehin große Veränderungen auch für den unteren Teil der Ludwigstraße.

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Christoph Plass

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Veröffentlicht am:
28. 08. 2019
18:44 Uhr

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Christoph Plass

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28. 08. 2019
18:44 Uhr



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