Der große Löschhubschrauber, der am Donnerstag ab Mittag zwei Mal von Hof aus mit je 5000 Litern Wasser zum Waldbrand an der Bleilochtalsperre in Thüringen geflogen ist, hat dort Flammen in extremer Hanglage bekämpft, bestätigte Brit Wollschläger, die Pressesprecherin des Landratsamtes des Saale-Orla-Kreises, auf Anfrage.

Der Pilot sei „an die richtigen Stellen dirigiert worden“; er habe seine Arbeit „sehr gut gemacht“. Die Löschhilfe durch den Hubschrauber sei wegen der steilen Hänge „unbedingt erforderlich gewesen“. Der Helikopter war in Hof mit 1600 Liter Sprit aufgetankt worden.

Lange Schlauchleitungen

120 Feuerwehrleute aus der Region Hof haben in Thüringen die erschöpften einheimischen Kameraden abgelöst. So stand Kreisbrandmeister Jochen Bucher von der Freiwilligen Feuerwehr Rehau an ungewohnter Stelle für einen aktiven Feuerwehrler aus dem Landkreis Hof: Am Heinrichstein bei Saaldorf im thüringischen Saale-Orla-Kreis. Jochen Bucher organisierte mit zahlreichen ehrenamtlichen Kollegen aus dem Landkreis Hof über lange Schlauchleitungen die Wasserversorgung zu schwer zugänglichen Stellen in dem brennenden Wald an der Bleilochtalsperre.

Was war passiert? Auf einer Fläche von 2000 Quadratmetern begann am Sonntagnachmittag ein Feuer aus noch ungeklärter Ursache. Nach Informationen des Landratsamtes des Saale-Orla-Kreises hätten Zeugen am Ostersonntag kurz vor Beginn des Feuers einen dumpfen Knall gehört. Bei ersten Untersuchungen vor Ort haben die Ermittler der Polizeiinspektion Saale-Orla die Reste eines Silvesterböllers gefunden. Deshalb ermittelt die Kripo wegen Brandstiftung.

Nachdem die heimischen Feuerwehren das Feuer zunächst unter Kontrolle hatten, flammte es an einigen Stellen wieder auf und breitete sich schnell weiter bis auf 13 Hektar Fläche aus. In unwegsamen Gelände leisteten die Wehren Schwerstarbeit, dennoch forderten sie, nachdem der Landrat Thomas Fügmann den Katastrophenfall ausgerufen hatte, zusätzliche Wehren der Nachbarkommunen sowie aus dem Landkreis Hof und Helfer des THW zur Unterstützung an. Die ersten Wehren aus Oberfranken kamen aus Lichtenberg, Oberkotzau, Schwarzenbach an der Saale, Köditz und Trogen zum Brandort; wo sie mit etwa 90 Kameraden in Wechselschlichten rund um die Uhr die Löscharbeiten der 120 Feuerwehrler aus dem Saale-Orla-Kreis unterstützten.

Feuer unter Kontrolle

Laut Mitteilung des Landratsamtes Saale-Orla-Kreis haben die Wehren das Feuer mittlerweile unter Kontrolle. Dennoch hat die Einsatzleitung am Mittwochmittag beschlossen, mit Bereitschaftsgruppen an Ort und Stelle zu bleiben, um nach wie vor aus Brandnestern lodernde Flammen sofort zu löschen, bis die Gefahr komplett gebannt ist. Am Freitagmittag soll die Lage dann erneut beurteilt werden. 

Die Kameraden des Feuerwehrkreisverbands Hof sind mit 13-Mann-Gruppen im achtstündigen Wechsel dabei. Der Hofer Kreisbrandrat Reiner Hoffmann erläuterte auf Nachfrage den Hintergrund zu dem Einsatz. „Unsere Kollegen aus Thüringen haben am Dienstag über die Integrierte Leitstelle Hochfranken (ILS) in Hof um Hilfe bei der Bekämpfung des Waldbrandes bei Saaldorf angefragt.“

Da die Thüringer insbesondere Unterstützung bei der Überbrückung langer Wegstrecken mit Schlauchleitungen benötigten, habe die ILS neben den Wehren unmittelbar an der Landesgrenze auch Spezialtrupps für die Wasserversorgung nach Saaldorf geschickt. „Das ist selbstverständlich, dass wir da länderübergreifend helfen“, betont der Kreisbrandrat und erinnert besorgt an das enorme Waldbrandrisiko in diesem Jahr.

„In Waldgegenden gibt es häufig keine Löschteiche, die Zufahrten sind für unsere Löschfahrzeuge ebenfalls oft nicht möglich.“ Deshalb mussten die Feuerwehrler zur Wasserversorgung lange Schlauchstrecken in mühsamer Handarbeit verlegen. Gleichzeitig sei der Boden durch die Dürremonate des vergangenen Jahres extrem trocken. „Da genügt der kleinste Funken und es lodert los.“