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Weg mit der Angst vor dem Altbau

Viele Hausbesitzer haben durchaus Interesse, ihre Immobilie zu verkaufen oder zu sanieren. Sie wissen oft nur nicht, wie sie dabei vorgehen sollen.



Weg mit der Angst vor dem Altbau
Weg mit der Angst vor dem Altbau  

Hof/Landkreis - Leerstandsmanagement bedeutet viele Gespräche und viel Hartnäckigkeit, wie Fabian Höhne vom Hofer Landratsamt erklärt. Seit diesem Jahr ist er federführend zuständig für das Leerstands- und Immobilienmanagement der ganzen Region. Das Projekt umfasst die Landkreise Hof, Wunsiedel und Bayreuth sowie die kreisfreien Städte Hof und Bayreuth. In der Kreistagssitzung am Montag zog Fabian Höhne eine Bilanz der ersten Monate.

Kontakt

Landkreis Hof: Fabian Höhne (09281/57-517), Christoph Faltenbacher (09281/57-529) und

hausundhof@landkreis-hof.de.

Stadt Hof: 09281/815-1536 und

immobilien.offensive@stadt-hof.de

 

Ziel des auf drei Jahre angelegten und um vom Freistaat geförderten Projekts ist, Leerstände und Brachflächen zu erfassen, mit Eigentümern und Investoren zu sprechen, Informationen zu vermitteln und generell die Verantwortlichen zu sensibilisieren für die Themen Leerstände, Baukultur und Innenstadtentwicklung.

 

 

Die Leerstände: Zunächst wurden Leerstände und sanierungsbedürftige Objekte erfasst. Im Landkreis kamen 543 Immobilien zusammen. Die Eigentümer wurden angeschrieben, gut die Hälfte hat geantwortet. Und davon ist laut Höhne mehr als die Hälfte interessiert, ihre Immobilie zu vermieten, zu verkaufen oder wieder herzurichten. Sechs Prozent der Rückläufer aus der Fragebogenaktion haben kein Interesse, und immerhin 40 Prozent der Häuser sind noch bewohnt oder genutzt.

 

Kontaktaufnahme: Daraufhin hat Fabian Höhne viele Gespräche geführt und festgestellt, dass es trotz Interesse der Hausbesitzer nicht immer einfach ist, zu einer Lösung zu kommen. "Jedes Haus, jeder Eigentümer hat seine eigene Geschichte", sagt Höhne. Einige Hauseigentümer zum Beispiel sind junge Leute, die aus der Region weggezogen sind und es nicht übers Herz bringen, in der alten Heimat das Haus der Oma zu verkaufen. Oder Erbengemeinschaften, die sich nicht einigen können, was mit einem Haus geschehen und wer sich kümmern soll.

 

Informationen: Generell hat Fabian Höhne in den ersten Projektmonaten festgestellt, dass viele Menschen auch nur Beratung brauchen. Lohnt es sich, ein Haus zu sanieren? Was ist meine Immobilie eigentlich wert? Kann ich guten Gewissens einen Altbau kaufen? Wie viel Geld muss ich in die Renovierung stecken? Wer hilft bei der Finanzierung? "Wir wollen den Menschen die Angst nehmen", sagt Höhne. Deshalb gehören zum Projekt auch Infoveranstaltungen wie etwa die Vortragsreihe "Haus & Hof", die derzeit durch den Landkreis tourt. Besonders nachgefragt sind laut Höhne Veranstaltungen zum Heizungsumbau, zu Fördermöglichkeiten und zur Sonnenenergie. Gut kommen seinen Erfahrungen nach auch Veranstaltungen wie der Tag des offenen Denkmals an: So wurden in Helmbrechts die beiden in Privatinitiative und mit Fördermitteln sanierten Villen Pitroff und Weiß von interessierten Besuchern regelrecht überrannt.

 

Förderung: Ein undurchsichtiger Dschungel sind die Fördermöglichkeiten. Im Rahmen des Projekts soll ein Förderratgeber entstehen, der für jede Kommune alle Fördermaßnahmen auflistet, die es gibt - von KfW über BAFA und Städtebauförderung bis hin zu Dorferneuerungen. Woran viele nicht denken, sagt Höhne, sind die Sanierungsgebiete, die viele Kommunen ausgewiesen haben und in denen Bauprojekte gefördert werden. Oder dass man aus einem leer stehenden Geschäft auch Wohnungen machen kann.

 

Beratung und Gutscheine: Für eine Schutzgebühr von 100 Euro kann man laut Höhne ein Objekt "auf Herz und Nieren" prüfen lassen. Dazu bekommt man ein Nutzungskonzept und eine erste Kosteneinschätzung. Außerdem werden jedes Jahr 25 Beratungsgutscheine vergeben. Der 24. Gutschein für dieses Jahr ist gerade ausgehändigt worden.

 

Immobilienportal: Entstehen soll auch ein Immobilienportal, in dem zu vermietende oder verkäufliche Objekte aus der Region aufgelistet sind. Das Portal soll eingebunden werden in die Internetseiten der Kommunen. Außerdem will Fabian Höhne die internen Datenbanken in der ganzen Projektregion vereinheitlichen, sodass alle Verantwortlichen mit den selben Parametern arbeiten. Wie Höhne erklärt, führt man vielerorts zum Beispiel noch Ecxel-Tabellen über die Leerstände.

 

Wie Landrat Dr. Oliver Bär betont, geht es bei dem ganzen Thema vor allem um zwei Aspekte: Leerstände zu beseitigen sowie damit modernen Wohnraum zu schaffen. Interesse von Menschen, die in der Region ein Haus kaufen wollen, ist laut Oliver Bär durchaus da. Inzwischen kämen sogar 60 Prozent der Anfragen von außerhalb der Region.

Das Projekt wird vom Freistaat Bayern laut dem Landrat über drei Jahre mit insgesamt 700 000 Euro gefördert. Der Landkreis muss einen Eigenanteil von 104000 Euro beisteuern. Fabian Höhne arbeitet dazu mit dem Architekten Christoph Faltenbacher zusammen. Außerdem haben sich zwölf Architekturbüros bereit erklärt, die professionellen Beratungen zu übernehmen.

Die Kreisräte, die das Projekt seinerzeit beschlossen hatten, zeigten sich erfreut über die ersten Erkenntnisse. "Das ist eine ganz wichtige Geschichte", sagte Karl-Philipp Ehrler (CSU) aus Stammbach: "Unser Geld ist hier gut angelegt." Stefan Pöhlmann (SPD) aus Helmbrechts appellierte an seine Bürgermeisterkollegen, sich trotzdem auch vor Ort zu kümmern. Helmbrechts etwa hat für das Leerstandsmanagement selbst eine Halbtagsstelle geschaffen. Carsten Kirscher (CSU) aus Selbitz merkte an, dass man den Fokus noch mehr auf junge Familien legen sollte, die sich seiner Beobachtung nach mit der Immobiliensuche besonders schwer tun. Der Landrat versicherte, den Punkt mit aufzunehmen.

Autor

Andrea Hofmann
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Veröffentlicht am:
04. 12. 2019
00:00 Uhr

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Andrea Hofmann

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Veröffentlicht am:
04. 12. 2019
00:00 Uhr



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