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Kulmbach

Alarm im Stadtsteinacher Stadtwald

Die Dürre fordert ihren Tribut: Seit Juni vergangenen Jahres sind 70 Prozent der Fichten stark geschädigt oder schon gefällt.



Über den derzeitigen Zustand des Stadtsteinacher Stadtwaldes berichtete der stellvertretende Leiter des Forstamts, Gerhard Lutz (nach Bürgermeister Roland Wolfrum und Verwaltungsleiter Florian Puff Dritter von rechts), vor Ort am Hainberg. Zum Schutz von notwendigen Neuanpflanzungen haben auch die Jagdpächter Georg Geier (links ) und Otto Kreil ihre Mitwirkung zugesagt. Fotos: Klaus Klaschka
Über den derzeitigen Zustand des Stadtsteinacher Stadtwaldes berichtete der stellvertretende Leiter des Forstamts, Gerhard Lutz (nach Bürgermeister Roland Wolfrum und Verwaltungsleiter Florian Puff Dritter von rechts), vor Ort am Hainberg. Zum Schutz von notwendigen Neuanpflanzungen haben auch die Jagdpächter Georg Geier (links ) und Otto Kreil ihre Mitwirkung zugesagt. Fotos: Klaus Klaschka   » zu den Bildern

Stadtsteinach - An einem ähnlichen Wendepunkt wie im Jahr 2003 sieht das Forstamt in Stadtsteinach den Zustand des Stadtsteinacher Stadtwaldes. Nach dem Hitzejahr 2003 und nach den folgenden Käferjahren bis 2009 sowie nach dem Sturm "Kyrill" 2007 hatte der Stadtwald 42 Prozent der Fichten verloren, berichtete der stellvertretende Leiter des Stadtsteinacher Forstamts, Gerhard Lutz, bei einer Begehung mit Bürgermeister und einigen Stadträten. Nun ist es wie vor 15 Jahren: "Der erneute lange und trockene Sommer 2018 gibt unseren Fichtenwäldern den Rest. Wir müssen uns fast restlos von den Fichtenbeständen im Stadtwald verabschieden", fasste Lutz den augenblicklichen Stand zusammen.

"Seit Juni 2018 bis jetzt sind bereits 70 Prozent der restlichen Fichtenbestände stark geschädigt oder schon komplett geräumt," sagte Lutz. Fichte auf Diabas, am Südhang und dann noch Trockenheit passen nicht zusammen. Schwierig werde es nun auch für Weißtanne, Esche, Ahorn und Eiche. Und durch die warme, trockene Witterung seien "die Käfer in diesem Jahr noch früher dran als 2018. Aber wir haben es gemeinsam schon einmal geschafft, einen naturnahen Mischwald zu begründen; warum nicht auch diesmal?" Allerdings müsse sich die Stadt von ihren Wald-Bewirtschaftungsplänen aus dem Jahr 2011 verabschieden, die eigentlich für 20 Jahre gedacht waren. In zwei Jahren werde das Forstamt ein neues Resümee ziehen, so dass dann von Neuem darüber beraten werden kann. Gewinn solle man aus dem Wald nun nicht erwarten "Wir erhoffen uns aber eine schwarze Null."

Besondere Bedeutung komme jetzt der anstehenden Baum-Artenwahl "im nun endgültig angekommenen Klimawandel zu. Auch die normalen Laubhölzer wie der Bergahorn sind nicht restlos vor Schädigungen bei höheren Temperaturen gefeit," sagte Lutz. Daher sei jetzt eine intensivere Mischung aus mindestens drei Baumarten das Ziel. Dazu seien in den vergangenen fünf Jahren verschiedene "fremde" Baumarten "als Versuch" gepflanzt worden: Flatterulme, Baumhasel, Walnuss, Edelkastanie und Elsbeere zum Beispiel. Am Hainberg sei im Bereich der Opferstätte ein sogenanntes Arboreum mit verschiedenen seltenen Baumarten geplant, über die die Wanderer dort auch genauer informiert werden sollen. Bei der Waldbegehung erläuterte Förster Frank Hömberg diverse geschädigte Bereiche und auch Bereiche für die Wiederaufforstung.

Zum Schutz der Neuanpflanzungen sei die Unterstützung durch die Jagd sehr wichtig. Man wolle aus finanziellen und Gründen des Landschaftsbildes nicht "kilometerweise Zäune stellen". Hierfür hätten laut Lutz die Jagdpächter Georg Geier und Otto Kreil bereits ihre Mithilfe durch Schwerpunktbejagung in den geschädigten Flächen angekündigt.

Die Stadt ist Eigentümer von 110 Hektar Holzwald auf einer Gesamtfläche von 142 Hektar auf Diabas und nährstoffreichen Flächen, allerdings an zu Trockenheit neigenden Standorten. Nach dem trockenen Jahr 2003 und bis dahin 78 Prozent Fichtenbestand wurde der Stadtwald auf grob ein Drittel Nadel- und zwei Drittel Laubwald umgestellt. Bis heute wurden 15,6 Hektar wieder aufgeforstet. Rund 47 000 Pflanzen wurden gesetzt - zusätzlich zu den "naturverjüngten" Flächen, auf denen Bäume selbst ausgesät hatten. Etwa 40 der 110 Hektar Wald seien Jungbestände (bis 20 Jahre alt). Als Schutzwald sind rund 40 Hektar ausgewiesen, auf denen Bäume und deren Wurzeln Hänge stabilisieren.

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Klaus Kaschka

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Veröffentlicht am:
17. 05. 2019
17:40 Uhr

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17. 05. 2019
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