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Kulmbach

Auf Tuchfühlung mit den Star-Köchen

Die Weismainerin Susanne Klippstein kocht in der SAT1-Sendung "The Taste". Die Teilnahme war für die Hobbyköchin ein emotionaler Parforceritt.



Ein Herz und eine Seele: die Weismainer Hobbyköchin Susanne Klippstein und Profikoch Frank Rosin in der Kochsendung "The Taste - nur der Geschmack zählt".	Fotos: SAT.1/Benedikt Müller
Ein Herz und eine Seele: die Weismainer Hobbyköchin Susanne Klippstein und Profikoch Frank Rosin in der Kochsendung "The Taste - nur der Geschmack zählt". Fotos: SAT.1/Benedikt Müller   » zu den Bildern

Weismain/Kulmbach - Der Aufzug öffnet sich, Worte der Begrüßung, gefolgt von einem "Oh wie schön" hallen durch das Studio. Die Kandidatin mit Einhorn-Haarreif auf dem Kopf hält stolz ihre von Mutti gestrickten Topflappen in die Kamera und nennt ihren Namen. "Ach die Susanne aus Oberfranken. Wos mochst Du sonnst so in Weismoo?", entfährt es Fernsehkoch Alexander Herrmann aus Wirsberg im breitesten Fränkisch. "Ich bin Hobyköchin."

Die Kochshow

Ausgestrahlt wird die Sendung, die es seit 2013 gibt, immer mittwochs um 20.15 auf dem privaten Fernsehsender SAT 1. Ziel der TV-Show "The Taste - nur der Geschmack zählt" ist es, durch einen Ausscheidungswettkampf den besten Koch Deutschlands zu ermitteln. Diesem winkt eine Siegprämie.

 

Als Teilnehmer treten sowohl Berufs- als auch Hobbyköche in Erscheinung. Zu Beginn hat jeder Kandidat eine Stunde Zeit, um ein von ihm gewähltes Gericht zu kochen. Den Juroren wird das Gericht auf Probierlöffeln serviert, ohne zu wissen, wer der Koch ist. Daraufhin entscheiden sie sich, ob der jeweilige Kandidat so gut war, dass er für den weiteren Verlauf der Sendung in ihr Team soll.

Sollte der Kandidat mehrere Juroren überzeugt haben, kann er sich entscheiden, in wessen Team er möchte. Im weiteren Verlauf der Sendung werden die Kandidaten von ihrem Mentor gecoacht und müssen nach eigener Wahl Gerichte zu vorgegebenen Themen kochen.

 

Nach jedem Kochdurchgang entscheiden entweder die Juroren erneut in einer Blindverkostung, wer der schlechteste Koch war, wie es bei Wikipedia heißt. Dieser muss ausscheiden, wobei es noch eine Relegations-chance durch ein Ausscheidungskochen zwischen den Köchen der jeweils am schlechtesten bewerteten Gerichte einer Folge gibt. Durch die Blindverkostung ist es möglich, dass ein Juror sich gegen einen Koch aus seinem eigenen Team ausspricht.

 

"Was war der Grund an der Fernsehsendung ‚The Taste - Nur der Geschmack zählt‘ teilzunehmen?", hakt Zwei-Sterne-Koch Frank Rosin aus dem nordrheinwestfälischen Dorsten nach. "Ich will es mir selbst ein bisschen beweisen. Als Hobbyköchin bin ich beim Schneiden nicht so perfekt drauf wie manch anderer. Ich kann aber sehr viel Geschmack auf den Teller bringen", antwortet die 31-Jährige selbstbewusst.

 

Die Weismainerin, die mit Nachnamen Klippstein heißt, tischt in der Kochshow des privaten Fernsehsenders SAT 1 den vier Promiköchen Herrmann, Rosin, Maria Groß (Erfurt) und Tim Raue (Berlin) Kalbsleber mit Kürbispüree in Rotwein-Balsamico-Soße mit marinierten Apfelscheiben auf den Probierlöffel - und die Stars lassen sich das Gericht auf den Zungen zergehen.

Die Teilnahme an der Sendung wird für die Oberfränkin zum emotionalen Parforceritt. "Ich wurde regelrecht in ein Wechselbad der Gefühle getaucht. Vor allem bei der ersten Episode, dem Casting, wo aus 32 Kandidaten 16 ausgewählt wurden." Am 2. Oktober erlebten die Fernsehzuschauer, wie schwärmerische Töne ("Rosin: "Das Mundgefühl ist sensationell") und kritische Anmerkungen (Groß: "Visuell war das nicht die Bombe") wie Ping-Pong-Bälle hin und her flogen. Sie sei regelrecht auf die Folter gespannt worden, bis dann - quasi in letzter Sekunde - der erlösende Satz aus dem Munde von Groß gekommen sei: "Ich würde mich freuen!"

Auf den Geschmack gekommen, an ihrer Lieblingssendung teilzunehmen, war die Weismainerin nach einem beruflichen Termin. Es sei eine spontane Aktion gewesen, erinnert sich Klippstein. Die 31-jährige arbeitet als Produktentwicklerin bei der Firma Raps in Kulmbach, die Gewürzmischungen, Saucen und Marinaden herstellt. "Euphorisiert von einer gelungen Verköstigung, bei der ich Burger, Salate und Suppen für einen Kunden zubereiten musste, packte mich der Ehrgeiz, an der Sendung teilzunehmen", erzählt die Kandidatin.

Nach dem Ausfüllen von Fragebögen, Telefoninterviews und einem Probekochen in einer Münchner Kochschule stand die selbstbewusste Oberfränkin endlich im Scheinwerferlicht der Fernsehkameras. Dort schlüpft sie in die Rolle der Botschafterin des guten Geschmacks. Sie liebe es, mit frischen Zutaten am Herd zu stehen und frei aus dem Bauch heraus etwas kulinarisch Neues auszuprobieren, hebt die Weismainerin hervor, die sich als Genussmensch sieht. Sie wolle nicht nur sich selbst verwöhnen, sondern auch andere Menschen dazu bewegen, genussvoll zu kochen. Gerne bekocht sie Freunde und Verwandte. "Bei mir gibt es dann - anders als im Fernsehen - keine Blindverkostungen mit dem Probierlöffel und auch kein filigranes Anrichten auf dem Teller. Es werden Schöpflöffel gereicht und auf dem Tisch stehen Töpfe und Schüsseln", erläutert sie die zwei Seiten ihrer Kochmedaille.

Klippstein wird im Fernsehstudio auf eine harte Probe gestellt. Anders als am heimischen Herd, muss sie während der 60-Minuten-Kochzeit auch die Fragen einer Redakteurin beantworten. "Wenn einem auch noch andauernd die Kamera im Nacken sitzt, dann braucht man schon stärkere Nerven als beim Kochen in den eigenen vier Wänden oder in der Firma." Sobald im Studio etwas schief laufe, dann laufe es schief. Fehler zu korrigieren, erlaube das Reglement der Sendung nicht, so Klippstein.

Eine Minute hat sie Zeit, eine Kostprobe ihres Lebermenüs auf einem Probierlöffel anzurichten. Was folgt sind bange Minuten des Wartens bis die Jury ihr Urteil gefällt hat. "Das war Anspannung pur!" Die Weismainerin fühlt sich im Team der Thüringer Fernsehköchin Maria Groß pudelwohl. "Ich liege mit ihr auf einer Wellenlänge. Auch sie ist ein spontaner, witziger Typ." Bis in die dritte Runde hat es die Oberfränkin bereits geschafft.

Gedreht wurde im Mai und Juni dieses Jahres. Sagen, welche Köche beim großen Finale, das am 27. November ausgestrahlt wird, die Nase vorne haben, will Klippstein nicht - andernfalls wäre die Spannung für die Zuschauer dahin. Dem Gewinner winkt eine Siegprämie von 50 000 Euro. Was die 31-Jährige damit machen würde? "Ich würde gerne eine Party schmeißen, verreisen und den Rest auf die Seite legen." Und was, wenn es nicht klappen sollte? "Ich nehme ganz viel aus der Sendung mit. Ich habe in der Fernsehsendung wahnsinnig viele tolle neue Freunde kennengelernt, erfahren wie es hinter den Kulissen einer TV-Show zugeht und jede Menge Tipps von Profiköchen erhalten."

Autor

Stephan Stöckel
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
16. 10. 2019
17:06 Uhr

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Autor

Stephan Stöckel

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Veröffentlicht am:
16. 10. 2019
17:06 Uhr



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