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Kulmbach

Berührungsängste abbauen

"Zusammen sind wir stark": Der Landkreis Kulmbach startet mit den Blaulichtwochen ein Pilotprojekt und hat dafür vier Hilfsorganisationen und das Berufliche Schulzentrum mit ins Boot geholt.



Haben gemeinsam die "Blaulichtwochen" nicht nur für Flüchtlinge auf die Beine gestellt: (von links) die Geschäftstellenleiterin der Gesundheitsregion Plus, Annekatrin Bütterich, der BRK-Geschäftsführer Jürgen Dippold, der Leiter des Beruflichen Schulzentrums, Alexander Battistella, Landrat Klaus Peter Söllner, Polizeichef Peter Hübner, Integrationslotsin Souzan Nicholson, Kreisbrandrat Stefan Härtlein, der Koordinator der Bildungsangebote für Neuzugewanderte, Peter Müller, und der THW-Öffentlichkeitsbeauftragte Ronald Baumüller.	Foto: Gabriele Fölsche
Haben gemeinsam die "Blaulichtwochen" nicht nur für Flüchtlinge auf die Beine gestellt: (von links) die Geschäftstellenleiterin der Gesundheitsregion Plus, Annekatrin Bütterich, der BRK-Geschäftsführer Jürgen Dippold, der Leiter des Beruflichen Schulzentrums, Alexander Battistella, Landrat Klaus Peter Söllner, Polizeichef Peter Hübner, Integrationslotsin Souzan Nicholson, Kreisbrandrat Stefan Härtlein, der Koordinator der Bildungsangebote für Neuzugewanderte, Peter Müller, und der THW-Öffentlichkeitsbeauftragte Ronald Baumüller. Foto: Gabriele Fölsche  

Kulmbach - Integration, Interesse wecken für das Ehrenamt, die Angst vor Uniformierten nehmen sowie das Absolvieren eines kostenfreien Erste-Hilfe-Kurses: Das sind die Ziele der geplanten zweiwöchigen Aktion "Blaulichtwochen" des Landratsamtes. Konkret geht es dabei unter anderem um Erste-Hilfe-Kurse für Flüchtlinge.

Das Projekt ist eine Idee der Geschäftsstellenleiterin der Gesundheitsregion Plus, Annekatrin Bütterich, Integrationslotsin Souzan Nicholson und des Kommunalen Bildungskoordinators für Neuzugewanderte, Peter Müller, die auch federführend organisieren. Weitere Partner sind das Bayerische Rote Kreuz, die Feuerwehr, die Polizei und das Technische Hilfswerk. Und nicht zuletzt das Berufliche Schulzentrum als Veranstaltungsort.

Souzan Nicholson erläuterte während einer Pressekonferenz am Dienstagnachmittag im Landratsamt, dass sie das Thema Erste Hilfe für Geflüchtete schon lange beschäftige. Sie erklärte, dass gerade Geflüchtete und Migranten große Berührungsängste gerade gegenüber Uniformierten hätten. "So haben wir vier der Blaulichtorganisationen eingeladen und unser Konzept vorgestellt. Alle stehen hinter dem Projekt", zeigt sich die Integrationslotsin erfreut.

Zur Auftaktveranstaltung am 19. November sind rund 250 Schüler eingeladen. Darunter auch die 50 jungen Männer und Frauen, die flüchten mussten oder Migrationshintergrund haben. An diesem Tag werden die einzelnen Hilfsorganisationen einen ersten Einblick in ihre Tätigkeit geben. Außerdem werden Impulsreferate gehalten. Informationsstände runden die Veranstaltung ab. Im Laufe der knapp zwei Wochen stellen dann Feuerwehr, THW, BRK und Polizei ihre Aufgabenfelder im Einzelnen vor. Zudem sind Aktionen und interaktive Workshops geplant. Außerdem besteht das Angebot zum Absolvieren eines Ersten-Hilfe-Kurses beim Bayerischen Roten Kreuz, Kreisverband Kulmbach.

Der Schulleiter des Schulzentrums, Alexander Battistella, begrüßte es, dass die Blaulichtwochen vorwiegend im gewohnten Umfeld der jungen Männer und Frauen stattfinden, nämlich in der Schule. "Die meisten haben Ängste wegen ihrer schlechten Erfahrungen mit Militär und Polizei. Die Unterrichtseinheiten finden deshalb betreut von den Klassenleitern in kleinen Gruppen statt." Battistella ist überzeugt: "Integration gelingt über die Schule, Sport und vor allem durch das Ehrenamt."

Der Leiter der Polizeiinspektion Kulmbach, Peter Hübner, bestätigt: "Viele Zugewanderte verbinden die Polizei wegen ihrer Erfahrungen mit Negativem. Wir wollen Vorurteile abbauen." Das Ziel der Beamten ist es, Verhaltenstipps zu geben, Verständnis zu wecken, aber auch Respekt einzufordern. So werden die Jugendkontaktbeamten sowie ein Präventionsbeauftragter vor Ort sein.

Kreisgeschäftsführer Jürgen Dippold bezeichnete das Rote Kreuz als Brücke zwischen Haupt- und Ehrenamt: "Wir haben 1200 aktive Ehrenamtliche", sagte er stolz. Unser Verband wird die Möglichkeiten aufzeigen, wie man sich beruflich oder ehrenamtlich im Sozialwesen engagieren kann. Dippold betonte, dass es die Staatsbürgerpflicht vor Erwerb eines Führerscheines sei, die Erste-Hilfe-Prüfung abzulegen. Das BRK werde deshalb an drei Tagen die jungen Menschen in der Ersten Hilfe schulen. Kreisbrandrat Stefan Härtlein hofft, während der Blaulichtwochen nicht nur Migranten, sondern auch weitere Schüler zu erreichen. "Nein, wir sitzen nicht zu Hause und warten, dass alarmiert wird", kämpft er gegen Halbwissen. Denn im Landkreis gibt es lediglich drei bezahlte Gerätewarte. "Wir haben 3400 Aktive in 115 Feuerwehren und hoffen nun, bei den jungen Leuten Begeisterung wecken zu können."

Der Beauftragte für Öffentlichkeit des THW, Ronald Baumüller, sagte: "Da wir weltweit tätig sind, haben wir mit vielen Kulturen in verschiedenen Ländern Kontakt. Wir haben bereits ehrenamtliche Migranten, die sich gut eingelebt haben." Der Bildungskoordinator für Neuzugewanderte, Peter Müller, erläuterte, dass im Landkreis Kulmbach derzeit 900 Geflüchtete leben: "500 davon sind anerkannt."

Die Geschäftsstellenleiterin der Gesundheitsregion Plus, Annekatrin Bütterich, lobte: "Wir haben bei der Ausrichtung der Veranstaltungen nachhaltig und ganzheitlich gedacht. Wir sind nun eine große Mannschaft und ich hoffe auf eine Verstetigung des Projektes." Landrat Klaus Peter Söllner freute sich, dass das Projekt mit Mitteln des Bayerischen Gesundheitsministeriums unterstützt wird.

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Gabriele Fölsche
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Veröffentlicht am:
06. 11. 2019
17:56 Uhr

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Autor

Gabriele Fölsche

Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
06. 11. 2019
17:56 Uhr



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