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Kulmbach

Das Kandidatenkarussell nimmt Fahrt auf

Ingo Lehmann (SPD) ist der Erste, der offiziell in Sachen OB-Kandidatur den Hut in den Ring wirft. Henry Schramms erneute Bewerbung gilt als sicher. Alle anderen halten sich bedeckt.



Sechs Parteien, zwei Namen: Nur Henry Schramm und Ingo Lehmann haben bislang bekundet, sich um das Amt des Oberbürgermeisters in der Stadt Kulmbach bewerben zu wollen. Die Grünen , die WGK und die FDP halten sich noch weitgehend bedeckt. Die AfD kündigt eine eigene Liste und einen OB-Kandidaten an.
Sechs Parteien, zwei Namen: Nur Henry Schramm und Ingo Lehmann haben bislang bekundet, sich um das Amt des Oberbürgermeisters in der Stadt Kulmbach bewerben zu wollen. Die Grünen , die WGK und die FDP halten sich noch weitgehend bedeckt. Die AfD kündigt eine eigene Liste und einen OB-Kandidaten an.  

Kulmbach - Oberbürgermeister Henry Schramm hat seine Bereitschaft, im kommenden März ein drittes Mal für das OB-Amt in Kulmbach anzutreten, bereits Anfang des Jahres beim Heringsessen der CSU angedeutet. Am Dienstag hat mit Ingo Lehmann von der SPD anlässlich der Hauptversammlung des Ortsvereins der erste Herausforderer den Hut in den Ring geworfen. Theoretisch besteht die Möglichkeit, dass sich in Kulmbach mindestens fünf Spitzenkandidaten um den Chefsessel im Rathaus bewerben. Wie viele es am Ende tatsächlich sein werden, ist momentan aber noch offen. Die anderen Parteien und Gruppierungen halten sich zur Frage nach eigenen OB-Kandidaten bislang ebenso bedeckt wie zur Frage, ob es wieder zu einem Wahlbündnis zwischen CSU, WGK und FDP kommen wird.

CSU: OB Henry Schramm hatte es bereits anklingen lassen, dass er eine weitere Amtszeit anstreben will. Beim traditionellen Heringsessen Anfang März dieses Jahres hatte er gesagt, er sei mit ganzem Herzen Kulmbacher, auch wenn er nun als Bezirkstagspräsident einen Teil seiner Amtszeit in Bayreuth und ganz Oberfranken verbringe. "Ich hab mich abgerackert für meine Heimat und hab es gerne getan, ich bin auch bereit, dies weiterhin zu tun und bei der kommenden Wahl wieder zu kandidieren."

Konkret erklärt hat er sich aber noch nicht, und ganz offiziell ist eine Kandidatur ohnedies erst nach der Nominierung. Die ist, wie bei anderen Parteien auch, derzeit noch nicht einmal terminiert.

Wolfram Brehm, stellvertretender Kulmbacher Ortsverbandsvorsitzender, setzt aber fest darauf, dass Henry Schramm es noch einmal wissen will: "Wir gehen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon aus. Den Zeitpunkt, zu dem er es formal erklärt, muss er aber selbst wählen." Brehm macht deutlich, dass er sich für das kommende Frühjahr das Wahlbündnis zwischen CSU, WGK und FDP wieder wünscht, das es auch bei den beiden vorangegangenen OB-Wahlen gegeben hatte. Um weitere Bewerber macht sich Wolfram Brehm keine Sorgen: "Wir freuen uns, dass andere noch Kandidaten suchen, während wir einen OB haben."

WGK: Ob die WGK Henry Schramm ein weiteres Mal unterstützt, kann Vorsitzender Dr. Ralf Hartnack zum momentanen Zeitpunkt nicht konkret sagen: "Es gibt noch keine konkreten, endgültigen Aussagen, aber die Wahrscheinlichkeit, dass es auf ein Wahlbündnis hinausläuft, ist groß." Hartnack verweist auf die noch ausstehenden Beschlüsse seiner Gruppierung in dieser Sache.

FDP: Kreisvorsitzender Michael Otte antwortet auf die Frage, ob die FDP einen eigenen Kandidaten bringen wird oder ob sie wieder ein Wahlbündnis mit CSU und WGK eingeht, mit den selben Worten: "Das ist noch nicht raus." Die Liberalen seien noch in der Findungsphase. "Das bleibt abzuwarten. Das wäre jetzt zu früh." Davon abgesehen, gehörten laut Otte zu einem Wahlbündnis mindestens zwei Partner. Gespräche mit CSU und WGK habe es noch nicht gegeben. Otte macht aber deutlich, dass davon viel abhängt, ob es zu einem Bündnis kommt: "Eine Selbstverständlichkeit ist es nicht." Klar sei aber selbstverständlich, dass es auch im März kommenden Jahres wieder eine eigene FDP-Stadtratsliste geben wird. Stadtrat Thomas Nagel sagt, es habe in Sachen Wahlgemeinschaft zwar schon einmal ein völlig formloses "erstes Vortasten" gegeben. Seither sei aber nicht mehr geredet worden. Auch für ihn ist klar: "Aufdrängen werden wir uns nicht. Wir sind selbstständig genug."

SPD: Ingo Lehmann von den Sozialdemokraten war der erste, der in Sachen Herausforderung des Amtsinhabers offen Farbe bekannt hat. Bei der Hauptversammlung der SPD Kulmbach, wurde er nicht nur in seinem Amt als Vorsitzender bestätigt, er machte auch deutlich: "Als Vorsitzender wurde mir die Kandidatur angetragen, und selbstverständlich stehe ich als OB-Kandidat zur Verfügung." 2012, als er das erste Mal gegen Henry Schramm angetreten war, habe er mit 33,6 Prozent kein schlechtes Ergebnis geholt, machte Lehmann im Gespräch mit der Frankenpost deutlich. Das Thema einer erneuten Kandidatur sei schon seit langem in der SPD im Gespräch. "Der Wunsch, einen eigenen OB-Kandidaten aufzustellen, war im Ortsverein sehr ausgeprägt." Nachdem er sich auch mit seiner Familie besprochen habe, sei die Hauptversammlung am Dienstag der richtige Rahmen gewesen, findet Lehmann.

"Wir wollen die besseren Ideen für Kulmbachs Zukunft entwickeln und vorstellen", machte er deutlich. Dass der Uni-Campus kommt, sei gut für Kulmbach. Gut sei auch, dass nun die Standortfrage am alten Güterbahnhof geklärt ist. "Aber wir müssen auch etwas für unsere Kulmbacher tun, zum Beispiel bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht auf dieses Anliegen angesprochen werde."

In einem Wahlkampf gegen den Amtsinhaber zu bestehen, das sieht auch Ingo Lehmann als schwierige Aufgabe an. "Aber die Menschen in Kulmbach sollen entscheiden und sie sollen eine Alternative haben." Als chancenlos sieht sich Lehmann nicht. "Dann bräuchte ja gar nicht erst antreten." Er wolle in den kommenden Monaten seine Richtung klar aufzeigen. Dann, sagt Lehmann, haben die Wählerinnen und Wähler aus der Stadt das Wort.

Jetzt gehe es aber erst einmal darum, die Formalien zu erfüllen und ein konkretes Wahlprogramm zu erstellen. "Wir machen jetzt einen Schritt nach dem anderen."

Grüne/Offene Liste: Hans-Dieter Herold, der 2012 für den Chefsessel im Rathaus angetreten war, wird nicht noch einmal antreten, bestätigt Grünen-Kreissprecherin Dagmar Keis-Lechner. Das ist aber auch schon alles, was sie konkret mitteilen will. "Wir sind zu allem noch in Vorbereitungen und müssen zuerst unsere Listen vollkriegen." Ob es einen OB-Kandidaten der Grünen in Kulmbach geben wird, sei offen. Ein insgesamt gutes Wahlergebnis stehe im Vordergrund. "Natürlich bräuchten wir auch Leute, die vorne stehen, aber der Schwerpunkt ist für uns, die Listen vollzukriegen. Grün tickt eben anders." Ob sie selbst als OB-Kandidatin antritt, dazu will sich die Bezirksrätin nicht äußern. So viel sagt sie dann aber doch: "Ich stelle in den Dienst, wo immer man mich hinsetzen will. Wir machen jetzt erst einmal die Basisarbeit, dann werden wir die weiteren Schritte festlegen."

AfD: Hagen Hartmann ist stellvertretender Kreisvorsitzender der Kulmbacher AfD. Seine Partei, kündigt er an, werde eine Stadtratsliste und einen OB-Kandidaten präsentieren. Gerüchten zufolge soll Hagen Hartmann selbst als aussichtsreicher Kandidat gehandelt werden. Doch bestätigen will er das nicht: "Es gibt eine Aufstellungsversammlung, die bestimmen wird, ob oder ob nicht."

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Melitta Burger
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Veröffentlicht am:
21. 08. 2019
17:22 Uhr

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Melitta Burger

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21. 08. 2019
17:22 Uhr



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