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Kulmbach

Der Brand, der unvergessen bleibt

50 Christen gedenken des verheerenden Feuers vom 10. August 1706 in Untersteinach. Es war der 270. Brandgottesdienst.



In seiner Predigt erinnerte Pfarrer Wolfgang Oertel auch an die Brände in jüngster Zeit. Foto: Klaus-Peter Wulf
In seiner Predigt erinnerte Pfarrer Wolfgang Oertel auch an die Brände in jüngster Zeit. Foto: Klaus-Peter Wulf  

Untersteinach - Wie alle Jahre haben sich am Samstag pünktlich zur Mittagszeit um 12 Uhr die Untersteinacher zum Brandgottesdienst in ihrer Sankt Oswald-Kirche getroffen. 50 Christen, unter ihnen auch Bürgermeister Volker Schmiechen und eine fünfköpfige Delegation der Feuerwehr, gedachten damit zu ungewöhnlicher Zeit des verheerenden Ereignisses vom 10. August 1706, bei dem das ganze Dorf bis auf die Anwesen Nr. 12 und 52 sowie das Kirchenschiff ein Raub der Flammen wurden.

Hermann Angermann verlas zu Beginn des Buß- und Bittgottesdienstes die Chronik des Schadensereignisses. Über 90 Jahre waren damals notwendig um alles wieder aufzubauen, was niedergebrannt und beschädigt war.

"Und Brände gab es schon zu viele, nicht nur vor 313 Jahren, was Anstoß gegeben hat, dass wir uns heute hier versammelt haben und immer wieder versammeln werden", sagte Pfarrer Wolfgang Oertel. "Ich denke nur an die vergangenen zehn Jahre: Das Schützenhaus brannte nieder und eine Scheune ging in Flammen auf, auch ein Bienenhaus wurde angezündet." Doch nicht nur in Untersteinach, sondern auch in der Umgebung hätten Brände erst vor Wochen die Menschen in Atem gehalten. In der Nähe von Stadtsteinach standen vor zwei Wochen insgesamt rund 15 Hektar Fläche in Flammen. Viele Feuerwehren aus der Region waren im Einsatz. Auch ein Polizeihubschrauber beteiligte sich an den Löscharbeiten, die lange Zeit andauerten.

Oder in Kulmbach, da waren zahlreiche Feuerwehrleute bei Löscharbeiten im Nahrungsmittelunternehmen Ireks gefordert. Die Welt halte sprichwörtlich den Atem an, weil derzeit in Sibirien die Brände außer Kontrolle sind. Die von den Feuerwalzen heimgesuchten Flächen betragen 4,5 Millionen Hektar. Das ist eine Fläche so groß wie Griechenland. Trotz aller Löschversuche sind mehr und mehr Hektar in Sibirien betroffen.

"Es gibt Daten, die uns Menschen im Gedächtnis bleiben. Meist sind es Katastrophen, die uns persönlich berührt oder entsetzt haben", fuhr Pfarrer Oertel fort. Am 10. August 1706 zerstörte ein Brand, durch jugendlichen Leichtsinn verursacht, fast ganz Untersteinach. Dieser Gedächtnis-Gottesdienst als Buß- und Bittgottesdienst solle das Gedenken an dieses Unglück bewahren. Er solle helfen, auch ganz persönliche Schicksale aufzuarbeiten und für die Zukunft mahnen.

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Klaus-Peter Wulf

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Veröffentlicht am:
11. 08. 2019
17:04 Uhr

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11. 08. 2019
17:04 Uhr



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