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Kulmbach

Der Mut, durch die Mitte zu spielen

Unternehmer Hans-Dieter Groppweis spricht bei den Wirtschaftsjunioren Kulmbach über die Herausforderungen eines Familienbetriebs. Und darüber, wie sie sich bewältigen lassen.



Hans-Dieter Groppweis war bei den Wirtschaftsjunioren Kulmbach zu Gast. Foto: privat
Hans-Dieter Groppweis war bei den Wirtschaftsjunioren Kulmbach zu Gast. Foto: privat  

Kulmbach - Die Wirtschaftsjunioren Kulmbach hatten zu einer Ausgabe ihrer Interview-Reihe "Auf ein Bier mit…" geladen. Zu Gast war Familienunternehmer Hans-Dieter Groppweis, der die Unternehmen Bergmann Kalk und Franken Maxit bereits in dritter Generation führt und derzeit den Übergang in die vierte Familiengeneration begleitet. Das teilen die Wirtschaftsjunioren in einer Pressemeldung mit. Sein Werdegang wurde Hans-Dieter Groppweis quasi in die Wiege gelegt. Als er mit vier Jahren das erste Mal auf einem der Lkw mitfahren durfte, hat ihn das Fieber gepackt und seine Zielsetzung war sozusagen zementiert. Lebensweg und Firmengeschichte sind seither eng miteinander verwoben.

Bergmann Kalk

Aus dem Unternehmen Bergmann Kalk hat sich die maxit Gruppe entwickelt. Diese beschäftigt heute insgesamt über 750 Mitarbeiter und erwirtschaftet einen jährlichen Umsatz von über 170 Mio. Euro. Am Stammsitz in Azendorf, Kreis Kulmbach (Oberfranken), verfügt das Unternehmen über das größte Trockenmörtelwerk Deutschlands und sorgt mit seinen Standorten in Bayern, Sachsen, Thüringen und Tschechien für eine Spitzenposition am Markt bei der Lieferung von Bauprodukten.


Nach der Schule ging Groppweis zunächst in die Lehre zum Starkstromelektriker bei der damaligen BELG und zum Studium der Elektrotechnik nach Coburg. Schnell wurde jedoch klar, dass dies nicht die passende Wahl für ihn war und so wurde kurzerhand eine neue Richtung eingeschlagen - es ging zum Ingenieurstudium der Verfahrenstechnik für Steine und Erden nach Siegen in Nordrhein-Westfalen.

Nach dem erfolgreichen Abschluss und mit dem Diplom in der Tasche folgten die Wehrpflicht, ein Volontariat bei den Rheinisch-Westfälischen Kalkwerken in Wülfrath und schließlich ein Einsatz bei der Familie Mathis, Gründer der Maxit, und deren Werk in Merdingen. Spätestens nach diesem Aufenthalt war klar, dass die Familie Groppweis in die Trockenfertigmörtelproduktion einsteigen würde - eine der wichtigsten Entscheidungen für die Entwicklung der Firmen zu ihrer heutigen Größe.

Und so wurden 1978 mit dem Einstieg von Hans-Dieter Groppweis ins Unternehmen die Weichen neu gestellt und die Firma Franken Maxit gegründet, deren weiß-blau gestaltete Maxit-Silos schon bald überall in Nordbayern zu sehen waren. Über die kommenden Jahre und die Wiedervereinigung hat sich aus dem Unternehmen Bergmann Kalk die Maxit-Gruppe entwickelt, die mit mehr als 750 Mitarbeitern einen Umsatz von mehr als 170 Millionen Euro erwirtschaftet.

Insgesamt betreibt die Gruppe acht Werke an Standorten in Bayern, Sachsen, Thüringen, Tschechien sowie einer Verkaufsniederlassung in Nürnberg und hat sich einen Spitzenplatz am Markt bei der Lieferung von Bauprodukten erkämpft.

"Der Mittelstand ist in Deutschland Innovationstreiber. Um das leisten zu können, muss man aber auch mal ein bisschen Geld in die Hand nehmen", sagt Hans-Dieter Groppweis. Und dass die Maxit-Gruppe investieren kann, hat sie in der Vergangenheit bereits mehrfach eindrucksvoll bewiesen, etwa durch den Kauf des Gipswerkes in Krölpa und dessen Kompletterneuerung nach der Wende, den Werksbau in Niederwinkling, den Bau des neuen Kalkofens, die Mörtelpad-Anlage oder das neue Forschungszentrum in Azendorf inklusive neuer Schulungs- und Büroräume für die Mitarbeiter.

Und was macht den Menschen Hans-Dieter Groppweis aus? Wenn man ihm so zuhört, kommt einem schnell der Begriff des ehrbaren Kaufmanns in den Sinn. Werte wie Fairness, Verbindlichkeit und Ehrlichkeit stehen im Vordergrund aller Erzählungen. Immer wieder geht es um das Miteinander - ob im Umgang mit Kunden, Lieferanten, Partnern oder Mitarbeitern. Der Handschlag und das Wort gilt. "So erfolgreich zu sein wie wir", sagt Groppweis, "das geht nur, wenn alle an einem Strang ziehen. Dafür braucht es ein ‚Wir-Gefühl‘, das wir hier bei uns glücklicherweise haben. Ich bin dankbar für unsere hervorragenden Mitarbeiter, die sich täglich für das Unternehmen einsetzen und Großes leisten."

Und dabei ist ihm noch eines wichtig: selbst Vorbild zu sein. Daher investiert Bergmann Kalk und die Maxit-Gruppe nicht nur in die eigenen Unternehmen, sondern auch die örtlichen Vereine kommen nicht zu kurz: Ob Sport, Musik oder Kultur, die Familie Groppweis legt großen Wert darauf, die Region zu unterstützen.

Für die Kulmbacher Junioren hat er zum Schluss noch einen Rat: "Auch wenn es altmodisch klingen mag, Fleiß zahlt sich aus. Einsatzwille, Ehrlichkeit und Beständigkeit sind heute noch Tugenden, die gelten. Ein guter Unternehmer muss sich engagieren und seinen Mitarbeitern mit gutem Beispiel vorangehen. Dazu gehört, dass man nicht nur Dienst nach Vorschrift macht." Und weiter: "Bleibt am Ball, auch wenn es einmal knifflig wird oder anstrengend ist. Denkt daran, dass man es nicht immer kompliziert machen muss, sondern frei nach Beckenbauer handeln darf: Warum über den Flügel spielen, der Weg durch die Mitte ist viel kürzer. Mehr als danebenschießen, könnt ihr nicht."

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Veröffentlicht am:
06. 08. 2019
17:40 Uhr

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06. 08. 2019
17:40 Uhr



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