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Kulmbach

Der Tausendsassa in der Tanke

Uwe Gierth arbeitete über 30 Jahre als Manager und Verkaufsleiter. Jetzt leitet er die Tankstelle am Eurorastpark in Himmelkron.



Uwe Gierth hat schon bei zahlreichen Firmen gearbeitet. In Himmelkron ist er zufrieden. Er leitet nicht nur die Tankstelle und das Restaurant am Eurorastpark, sondern kümmert sich auch um das Hotel Auszeit, in dem sich Durchreisende erholen können. Foto: Rebecca Ricker
Uwe Gierth hat schon bei zahlreichen Firmen gearbeitet. In Himmelkron ist er zufrieden. Er leitet nicht nur die Tankstelle und das Restaurant am Eurorastpark, sondern kümmert sich auch um das Hotel Auszeit, in dem sich Durchreisende erholen können. Foto: Rebecca Ricker  

Himmelkron - Uwe Gierth lächelt nicht viel. Er ist der Tankstellenleiter am Eurorastpark in Himmelkron und für den Einkauf zuständig, bestellt Eis und Getränke, Tabak und Schokoriegel beim Großhändler. Und er kümmert sich um das Hotel Auszeit. Neben der Arbeit im Büro ist er auch für die Kasse zuständig. Keine besonders abwechslungsreiche Arbeit: Immer wieder öffnen sich die Schiebetüren, immer wieder sagen Kunden ihre Nummer, immer wieder nennt Gierth den Preis. "Danke, auf Wiedersehen."

Auszeit für Reisende

Das Hotel und der Rasthof wurden vor vier Jahren komplett renoviert und neu eröffnet. Das Hotel hat nun 60 Zimmer. Maximal können dort 120 Leute übernachten, die Zimmer sind im Moment aber nur für 105 Menschen hergerichtet.

Viele der Gäste seien Durchreisende, die nur für eine Nacht im Hotel schlafen. Es übernachten aber auch Gäste für eine Woche dort. "Ich vermute, dass das Arbeiter sind, die auf den umliegenden Baustellen arbeiten", sagt Geschäftsleiterin Melanie Werner.


Es befindet sich alles in einem großen Raum: Tankstellenkasse, Restaurant und Rezeption des Hotels Auszeit. Betriebsleiterin Melanie Werner sagt, man soll sich hier nach einer anstrengenden Autofahrt ausruhen und wohlfühlen können - mit moderner Einrichtung und rustikaler Küche. Auf den Tischen stehen Körbe in Holzoptik mit dem Logo einer Münchner Brauerei in Herzform und Plastikpflanzen.

Draußen auf einer Kiesfläche gibt es weitere Sitzgelegenheiten, die, umrahmt von einer flachen Hecke und dekoriert mit zwei blau-weiß-geringelten Stäben, Biergarten-Atmosphäre vermitteln sollen. Daneben ist der Parkplatz, auf dem bis zu 200 Autos Platz finden. Abends ist am meisten Betrieb - dann parken hier ständig Autos ein oder aus.

An der Kasse ist zwischen 6 und 9 Uhr morgens sehr viel los, dann mittags wieder und am Wochenende. Die Leute kaufen oft Kaffee, sagt Gierth. Manchmal auch Cola oder Eistee. Tabak werde weniger verkauft. Einheimische würden ohnehin nach Tschechien fahren, um sich mit Zigaretten einzudecken. Nur Durchreisende kauften noch Glimmstängel bei ihm. Uwe Gierth ist 58, hat früher in mehreren Firmen als Leiter oder Manager gearbeitet. Er ist zufrieden mit seinem Job in Himmelkron und fühlt sich hier wohl. Früher musste er lange Distanzen fahren, jetzt pendelt er nur von Bayreuth aus die paar Kilometer nach Norden. Gierth nimmt seinen Job ernst. Er achtet darauf, dass das Verfallsdatum nicht abgelaufen ist, dass alle Waren ankommen und dass die Mitarbeiter den Vorschriften entsprechend geschult sind. Und er kümmert sich um den Einkauf.

Besonders die Sauberkeit ist ihm wichtig. "Ich beurteile Gaststätten immer nach den Toiletten. Wenn die sauber sind, ist auch die Küche sauber", sagt Gierth. Er misst seine Arbeit vor allem an der Zufriedenheit der Kunden. "Viele Kunden sagen, sie hätten selten so saubere Toiletten auf einer Autobahnraststätte gesehen." Auch für Betriebsleiterin Melanie Werner hat Sauberkeit die Priorität: 22 Stunden am Tag putzen vier Angestellte einer Leihfirma in Schichten den Rasthof. Deutsch spricht keine der Putzkräfte - und nur einer kann ein wenig Englisch.

Unter den Lkw-Fahrern sind viele Russen, Rumänen, Kroaten oder Polen. "Da muss man sich manchmal mit Hand und Fuß verständigen", sagt Gierth. "Wir kommen dann zum Beispiel mit und helfen bei den Parktickets."

Früher hat Uwe Gierth Dresdener Stollen verkauft und fuhr bis zu 16 000 Kilometer pro Monat. Fast 20 Jahre arbeitete er in dem Betrieb. Danach wechselte er zu Esso, um weniger fahren zu müssen. Dort machte er eine Ausbildung zum sogenannten Site-Manager. Wieder musste er viel fahren. Er übernahm Tankstellen von Pächtern, nahm eine "Umstrukturierung" vor, wie er es nennt, und eröffnete sie wieder. Er lebte jeweils für mehrere Monate in Weiden, in Rothenburg ob der Tauber und Nürnberg.

Dann begann er die Arbeit am Autorasthof. Er betreute den Umbau des Gebäudes, das zuvor zwei Jahre leer stand. Er erlebte mit, wie aus dem Imbissstand ein Restaurant wurde. Nun leitet er die Tankstelle, in der 16 Leute arbeiten. Er ist zufrieden mit seinem Job.

Was er in der Zukunft vorhat? Weiter hier zu arbeiten. Uwe Gierth hat den Laden im Griff, alles sieht wie neu gekauft aus, die Oberflächen glänzen: "Man kann hier, wie man sagt, sogar vom Boden essen", sagt er ein bisschen stolz. Jetzt lächelt er sogar.

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Rebecca Ricker
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Veröffentlicht am:
07. 10. 2019
00:00 Uhr

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Rebecca Ricker

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Veröffentlicht am:
07. 10. 2019
00:00 Uhr



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