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Kulmbach

Die neue sakrale Kunst

"Greg Tricker und sein malerischer Weg mit Kaspar Hauser" lautet der Titel der aktuellen Ausstellung des Kunstvereins Kulmbach. Der Engländer beschäftigt sich mit dem 1828 aufgetauchten "Kind Europas".



Richard Steel (rechts) stellte in seiner Laudatio Greg Tricker und sein Schaffen vor. Mit auf dem Bild Ausstellungsleiter Roland Friedrich. Fotos: Rainer Unger
Richard Steel (rechts) stellte in seiner Laudatio Greg Tricker und sein Schaffen vor. Mit auf dem Bild Ausstellungsleiter Roland Friedrich. Fotos: Rainer Unger   » zu den Bildern

Kulmbach - Ausstellungsleiter Roland Friedrich vom Kunstverein Kulmbach lobte bei der Vernissage das "grandiose Schaffen eines begnadeten Künstlers". Der Zyklus Greg Trickers zu Kaspar Hauser stelle ein besonderes Meisterwerk dar, das betroffen mache.

Info

Die Ausstellung "Greg Tricker und sein malerischer Weg mit Kaspar Hauser" ist bis zum 18. November in der Oberen Stadtgalerie jeweils am Samstag und am Sonntag von 13 bis 17 Uhr zu sehen.


In seinen Bildern und Skulpturen ist Tricker dem Thema Kaspar Hauser nahe gekommen. Trickers Arbeiten sind mittlerweile in England in den großen Kathedralen, aber auch in Reims zu sehen. Richard Steel, der Leiter des Karl-König-Instituts in Berlin, habe die Kaspar-Hauser-Forschung installiert, auf solide Füße gestellt und damit eine hervorragende Arbeit geleistet. In jungen Jahren zog sich Greg Tricker, der 1951 in London zur Welt kam, auf die südlich von England gelegenen, wenig besiedelten Scilly-Inseln zurück, führte Steel aus. Nach seiner Rückkehr aufs Festland arbeitete er zunächst als Steinmetz. In den 80er-Jahren erstellte er seinen ersten Zyklus über Anne Frank. In seinen weiteren Zyklen widmete er sich außergewöhnlichen Menschen wie dem Heiligen Franz von Assisi, Bernadette von Lourdes, Johanna von Orleans und eben Kaspar Hauser, mit dem er sich laut Steel drei oder vier Jahre befasste und mit dem er sich besonders verbunden fühlt. In seinen Bildern versuchte er, Kaspar Hauser aus der Dunkelheit zu holen, so wie dieser einst 1828, nachdem er zwölf Jahre in der Dunkelheit gelebt hatte, aus eben jener kam. Über verschiedene Persönlichkeiten, mit denen Kaspar Hauser in Kontakt kam, fand er seinen Weg.

Farbe ist für Tricker etwas Heiliges, fuhr Steel fort, und so geht er in seinen Werken auch sparsam damit um. Vor vier Jahren war der Künstler erstmals in Deutschland und sah dort das hölzerne Pferd von Kaspar Hauser. Dieses inspirierte ihn ebenso, wie wenn er sieht, dass er mit seinen Werken Menschen bewegen kann. Mit seinen Bildern möchte Tricker Fragen wecken: Was ist ein Mensch wert, wenn ihm alles genommen wird?

Tricker habe Picasso und Marc Chagall als Vorbilder. Insbesondere seine Aquarelle sind vom Geist Chagalls beseelt. Greg Tricker malt aber auch mit Öl und Acryl, auf Leinwand, Papier und Holz, er präsentiert sich als Glaskünstler, fertigt Holz- und Steinskulpturen. In England ist er mittlerweile längst entdeckt, seine Werke sind in den großen Kathedralen des Landes zu finden.

In der Tageszeitung "The Guardian" ist vor nicht allzu langer Zeit eine zweiseitige Reportage über ihn erschienen, in der er als der Erfinder der neuen sakralen Kunst bezeichnet wird. In Kulmbach sind von den 33 Bildern des Zyklus Kaspar Hauser 30 zu sehen, zudem mehrere Skulpturen zu dem Thema.

Stadtrat Wolfram Brehm nannte den Kunstverein eine wunderbare Perle, die das künstlerische Leben der Stadt immens bereichere. Die Bilder von Greg Tricker, ihren Spirit, müsse man auf sich wirken lassen, betonte er. Der Künstler wähle für seine Zyklen Personen der Geschichte aus, die ein tragisches Schicksal verbindet, die allesamt in ihrem Leben in Bedrängnis gerieten.

Die stellvertretende Vorsitzende des Kunstvereins, Corinna Morsch, bedankte sich mit einem Präsent bei Richard Steel, dass er extra zur Vernissage aus Berlin gekommen war. Für die musikalische Ausgestaltung sorgte Hartmut Reuter an der Lyra und am Tamtam. Zu den Gästen der Vernissage zählten ferner stellvertretende Landrätin Christina Flauder und Stadtrat Thomas Nagel.

Tags zuvor hatte Steel im Adam-Schneider-Saal in Veitlahm bereits zum Thema "Kaspar Hauser - ein Michaelisches Mysterium" referiert. Dieser wurde am Michaeli-Tag, am 29. September 1812 als Prinz von Baden geboren. Dies ist mit einer von Großherzog Karl Ludwig Friedrich von Baden unterschriebenen Urkunde belegt, in der er seine Freude über einen gesunden männlichen Nachfolger zum Ausdruck bringt.

Im Jahr 1828 tauchte Hauser in Nürnberg auf, nachdem er vorher vermutlich zwölf Jahre in Dunkelheit verbracht hatte. In informativer und ausführlicher Weise schilderte Steel das Leben Kaspar Hausers bis zu dessen rätselhaftem Tod im Jahr 1833. Über Tausend Bücher sind in der deutschen Sprache über ihn geschrieben worden, dazu kommen Theaterstücke, Gedichte und Lieder.

Autor

Rainer Unger
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Veröffentlicht am:
02. 10. 2018
18:10 Uhr

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Rainer Unger

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02. 10. 2018
18:10 Uhr



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