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Kulmbach

Digitale Technik made in Kulmbach

Die Software-Schmiede ESR Labs arbeitet jetzt im Ratskeller. Mitarbeiter aus 25 Nationen sind für das Unternehmen tätig.



Ungewöhnlich, dass ein Unternehmen, das gerade neue Büros bezieht, seiner Stadt etwas schenkt. ESR Labs hat es getan. OB Henry Schramm bekam eine Stadtansicht von Kulmbach - natürlich aus dem besonderen Blickwinkel eines Software-Entwicklers. Im Bild (von links): Architektin Nicola Schick, Marc Wallner von ESR Labs, Büroleiterin Jessica Stöcker, die Firmengründer Wolfgang Köcher und Gerd Schäfer, Ratskeller-Eigentümer Fares Day, Oberbürgermeister Henry Schramm, Landrat Klaus Peter Söllner und Landtagsabgeordneter Martin Schöffel. Foto: Melitta Burger
Ungewöhnlich, dass ein Unternehmen, das gerade neue Büros bezieht, seiner Stadt etwas schenkt. ESR Labs hat es getan. OB Henry Schramm bekam eine Stadtansicht von Kulmbach - natürlich aus dem besonderen Blickwinkel eines Software-Entwicklers. Im Bild (von links): Architektin Nicola Schick, Marc Wallner von ESR Labs, Büroleiterin Jessica Stöcker, die Firmengründer Wolfgang Köcher und Gerd Schäfer, Ratskeller-Eigentümer Fares Day, Oberbürgermeister Henry Schramm, Landrat Klaus Peter Söllner und Landtagsabgeordneter Martin Schöffel. Foto: Melitta Burger  

Kulmbach - "Wir stellen ein" steht auf der Homepage von ESR Labs zu lesen. Fast 30 Positionen in ganz unterschiedlichen Bereichen sind zu vergeben. Die richtige Position ist nicht dabei? Auch kein Problem, "no need to worry", sagen die Macher der Software-Schmiede. "Nachdem Talente oft auf unerwarteten Wegen kommen, laden wir Sie ein, uns zu finden. Wenn Sie glauben, eine Bereicherung für ESR Labs zu ein, schicken Sie uns eine Bewerbung."

ESR Labs

"Wir wollen eine Umgebung schaffen, in der Ingenieure ihre besten Arbeiten erstellen können, ein Unternehmen für Entwickler von Entwicklern", schreiben die beiden Gründer Wolfgang Köcher und Gerd Schäfer über ihr Unternehmen.

ESR Labs steht für "Embedded Software Research Laboratories". Übersetzt heißt das "eingebettetes Software-Forschungslabor. "Embedded Software Research" sei die Kernkompetenz der Firma. Der Begriff "Labs" sei dazugekommen, um die Neugierde und die Experimentierfreudigkeit zu unterstreichen.


Von dem, was dieses Unternehmen zu bieten hat, haben sich bereits rund 150 Menschen überzeugen lassen. Menschen aus 25 Nationen von allen fünf Kontinenten dieser Erde. Software für Autos ist das große Thema dieser Firma, die ihre Ursprünge in Oberfranken hat. "Jeder BMW und fast jeder Audi fährt mit unserer Software", sagt Vorstand Wolfgang Köcher stolz. Aber auch Porsche und VW oder Zulieferer wie Continental oder Bosch setzen auf die Leistungen von ESR Labs. Die haben ihren Hauptsitz in München, aber auch eine Niederlassung mitten in Kulmbach. Tradition und Innovation kommen in den neuen Räumen im historischen Ratskeller am Marktplatz zusammen, wo ESR jetzt Büros bezogen hat.

Welch hohe Aufmerksamkeit dieser Firma zuteil wird, war an den vielen Gästen zu sehen, die zur Einweihungsfeier gekommen waren. Nicht immer sind Landtagsabgeordnete, der Oberbürgermeister, der Landrat und gleich zwei hochrangige Vertreter der IHK dabei, wenn ein Betrieb umzieht. Das lag nicht allein an den hochkarätigen Kunden, die ESR Labs bedient. Die Firma, sagt CEO Wolfgang Köcher, ermutigt ihre Münchner Mitarbeiter ausdrücklich, nach Kulmbach umzuziehen. "In München kann man sich vieles nicht leisten. So etwas gibt es in Kulmbach nicht", macht er lächelnd deutlich. "Wir wollen unseren Leuten aus München Alternativen bieten, hier zu leben. Ich bin total begeistert, was hier läuft." In Kulmbach lasse es sich gut leben. Die ersten seien bereits umgezogen. Das hören die Kulmbacher gern. Bis zu 40 Arbeitsplätze sind für diesen Standort angepeilt. Derzeit sind es 20.

Wolfgang Köcher und Gerd Schäfer haben 2012 ihr Unternehmen gegründet und führen es seither gemeinsam. Angefangen hat alles im Home-Office und mit der Firmengründung mit 15 Mitarbeitern in der Landeshauptstadt. Doch ihre Wurzeln haben die oberfränkischen Gründer nicht vergessen. Schon 2013 kam der Standort Kulmbach im ehemaligen KDM hinzu. 110 Angestellte hat das Unternehmen jetzt schon. Zusammen mit externen Mitarbeitern sind es 150, Tendenz steigend.

ESR Labs bietet, wie das viele Firmen aus dieser Branche machen, seinem Team maximale Freiheit am Arbeitsplatz. So kann sich die Kreativität am besten entfalten. Flexible Arbeitszeit und freie Wahl der Betriebssysteme gehören dazu. Jeder kann in dem Umfeld arbeiten, in dem er sich wohlfühlt, ob das IOS von Apple ist, Windows oder Linux. In Kulmbach wird in historischer, liebevoll sanierter Umgebung gearbeitet, für deren Gestaltung eigens eine Architektin aus Berlin geholt wurde, die eng mit Eigentümer Fares Day zusammengearbeitet hat. Wer gern an seinem Arbeitsplatz ist, arbeitet besser. Diesen Grundsatz macht sich ESR Labs zunutze.

Ob es die Steuerung des Lichts ist, das automatische Öffnen von Türen oder was auch immer: 80 bis 100 Steuergeräte stecken in einem Auto. Dass all diese Elemente miteinander kommunizieren können, das hat sich ESR Labs zur Aufgabe gemacht. Auch an Lösungen für Carsharing wird in Kulmbach gearbeitet. Dabei geht es darum, wie man mit dem Smartphone ein freies Auto in der Nähe finden, sich als Nutzer einchecken und es öffnen und starten kann. Autonomes Fahren ist ein weiteres Aufgabenfeld. Von den derzeitigen Krisen in der Automobilbranche lässt sich Wolfgang Köcher nicht abschrecken. "Das kann natürlich auch auf uns wirken, aber es gibt auch immer wieder neue Chancen." Man müsse Trends erkennen, Chancen nutzen und Risiken möglichst vermeiden. Wie gut das Unternehmen im Geschäft ist, zeigen seine Umsatzzahlen. 2012 waren es 1,6 Millionen Euro, heute sind es 25 Millionen.

"Wolfgang Köcher und Gerd Schäfer haben zur richtigen Zeit das Richtige gemacht", sagte Oberbürgermeister Henry Schramm. "Spannend" findet Schramm die Zusammenarbeit in einem so international aufgestellten Team, das auch in Kulmbach untereinander oft Englisch spricht. Innovative Unternehmen seien in der Stadt hoch willkommen. "Wenn dann noch junge Leute aus München zu uns kommen und sich hier wohlfühlen, umso besser." Schramm zeigte sich überzeugt, dass Kulmbach mit der Uni bald noch attraktiver werde.

Faszinierend und beeindruckend: So schätzt auch Landrat Klaus Peter Söllner ein, was dieses Unternehmen macht. Eine Firma mit viel Kraft und Dynamik habe sich für Kulmbach entschieden und habe dafür im Ratskeller ein grandioses Ambiente gefunden. Leben und arbeiten im ländlichen Raum könne sehr attraktiv sein. ESR Labs habe das erkannt. "Wir müssen das noch deutlicher machen." Dazu zähle auch, zu vermitteln, dass in Kulmbach ein Euro noch einen Euro wert sei, während es in München vielleicht nur 50 Cent seien. Söllner sprach vom "Kulmbacher Jahrzehnt" und davon, dass ESR Labs einer der besten Botschafter für Kulmbach und Oberfranken sei.

IHK-Vizepräsident Michael Möschel, der in Begleitung seines stellvertretenden Hauptgeschäftsführers Wolfram Brehm zur Büroeröffnung in den Ratskeller gekommen war, betonte seine Freude über die Standorttreue dieser Firma. Die Bereitschaft von ESR Labs, in Kulmbach tätig zu sein und den Standort sogar noch auszubauen, trage zur Wirtschaftskraft in der Stadt bei. "Wir leben von der Vielfalt. Da sind Sie ein wichtiges Zahnrad."

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Melitta Burger
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Veröffentlicht am:
12. 05. 2019
17:38 Uhr

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Melitta Burger

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12. 05. 2019
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