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Kulmbach

Dolores speist, der Wirt zahlt die Zeche

Deutschlands Zechpreller-Königin ist wieder unterwegs. Auch ein Gastronom in Kulmbachs Partnerstadt Saalfeld macht nun die unliebsame Bekanntschaft mit der Berühmtheit.



Das Essen war gut, aber die Rechnung schmeckt dem Zechpreller gar nicht. Deutschlands bekannteste Zechprellerin heißt Dolores. Sie bringt seit Jahren Thüringer Gastwirte zur Verzweiflung. Vor wenigen Tagen wurde ein Restaurantbesitzer in Kulmbachs Partnerstadt Saalfeld heimgesucht.
Das Essen war gut, aber die Rechnung schmeckt dem Zechpreller gar nicht. Deutschlands bekannteste Zechprellerin heißt Dolores. Sie bringt seit Jahren Thüringer Gastwirte zur Verzweiflung. Vor wenigen Tagen wurde ein Restaurantbesitzer in Kulmbachs Partnerstadt Saalfeld heimgesucht.   Foto: Stefan Linß

Saalfeld/Kulmbach - Zuerst eine leckere Pfifferlingcremesuppe, dann als Hauptgericht die Roulade mit drei Klößen und dazu drei frisch gezapfte Saalfelder Biere. Dolores hat es sich so richtig schmecken lassen. Vor wenigen Tagen kehrte sie in der "Alten Post" im Herzen der Kulmbacher Partnerstadt Saalfeld ein. Das berichtet die Ostthüringer Zeitung. Was der Wirt nicht wusste: Die 52-Jährige gilt als Deutschlands schlimmste Zechprellerin. Die Polizei bezeichnet die Frau sogar als "Berühmtheit".

Dolores stammt aus dem thüringischen Sömmerda und soll schon weit mehr als hundert Mal wegen Zechbetrugs angezeigt worden sein. Schwerpunkt ihrer Tätigkeit liegt im Raum Sömmerda und Erfurt. Auch in Gotha, Eisenach und Weimar haben Wirte schon die unliebsame Bekanntschaft gemacht. Nun hat die Frau ihre Masche in Saalfeld erfolgreich durchgezogen. Als in der "Alten Post" die Rechnung kam, wollte Dolores mal wieder nicht zahlen. 34,40 Euro blieb sie dem Wirt schuldig, heißt es in dem Zeitungsbericht.

 

Eine gute alte Bekannte: Die Polizei nahm die Frau mit auf die Wache und stellte schnell fest, dass niemand Geringeres als die Zechpreller-Königin zugeschlagen hat. Nach Auskunft der Beamten ist die Frau eine gute alte Bekannte, die schon für viel Aufsehen gesorgt hat und durch zahlreiche Medienberichte regelrecht berühmt geworden ist.

Im Februar dieses Jahres tourte die Frau in Erfurt an einem Tag durch mehrere Restaurants und genoss unter anderem eine halben Ente, Desserts und mehrere Gläser Rotwein. Als sie kurze Zeit nach der Anzeigenaufnahme das nächste Gasthaus betreten wollte, versuchte die Polizei, sie zu stoppen. Die Frau griff daraufhin einen Beamten mit ihrer Gehhilfe an. Die Polizei musste Pfefferspray einsetzen. Wie es heißt, wurde sie wegen ihres alkoholisierten und psychischen Zustandes in ein Krankenhaus gebracht.

 

Vor Gericht freigesprochen: Kurz darauf musste sie sich vor dem Amtsgericht Sömmerda für ihre Taten verantworten und wurde in dem Prozess freigesprochen. Die Richterin begründete ihr Urteil folgendermaßen: Dolores sei keine Zechprellerin, sondern psychisch krank. Sie sei unzurechnungsfähig und somit schuldunfähig.

Die Saalfelder Polizei hat nach dem aktuellen Fall gegen die 52-Jährige erneut ein Betrugsverfahren eingeleitet. Dass der Wirt der "Alten Post" jemals sein Geld sieht, gilt als unwahrscheinlich. Immerhin habe Dolores bei der Auswahl des Restaurants und der Speisen guten Geschmack bewiesen, sagt er in der Ostthüringer Zeitung.

 

In Kulmbach nur vereinzelte Fälle: Solch spektakuläre Zechprellereien wie aktuell in Saalfeld sind sehr selten, sagt Stephan Ertl, der Kulmbacher Kreisvorsitzende des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes. "Es kommen vereinzelte Fälle auch bei uns vor. Aber das hält sich in Grenzen." Es sei ein Vorteil für die Wirtshäuser im Kulmbacher Land, dass die Gaststuben nicht allzu groß sind. Wer sich ohne zu zahlen aus dem Staub machen will, werde in der Regel bemerkt.

Ertl hatte es vor rund drei Jahren zum letzten Mal im eigenen Betrieb mit einem Zechpreller zu tun. Er weiß, dass die Strafverfolgung schwierig ist und die Gastronomen und Hoteliers in vielen Fällen auf dem entstandenen Schaden sitzen bleiben.

Wenn im Kulmbacher Land einer der seltenen Zechpreller unterwegs ist, spricht sich das normalerweise auch ziemlich schnell herum. Die Wirte und Hotelbesitzer greifen dann gleich zum Telefon, um die Kollegen zu warnen.

 

Offene Biergartenrechnung: Der jüngste Fall von Zechbetrug in Oberfranken hat sich Anfang September dieses Jahres in Hof ereignet. Eine Gruppe von Männern prellte nach Auskunft der Polizei im Biergarten einer Gaststätte die Zeche. Noch bevor sie ihr Essen ganz verzehrt hatten, verließen sie den Biergarten, ohne die Rechnung in Höhe von 100 Euro zu bezahlen.

Auf einer Rechnung über 3000 Euro blieb ein Gasthof im Landkreis Coburg im Sommer 2018 sitzen. Ein Brautpaar hat dort nach der Hochzeitsfeier seine Zeche nicht gezahlt.

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Stefan Linß
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Veröffentlicht am:
13. 09. 2019
18:28 Uhr

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Autor

Stefan Linß

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Veröffentlicht am:
13. 09. 2019
18:28 Uhr



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