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Kulmbach

Ein Ort für Sternenkinder

Auf dem Marktleugaster Friedhof gibt es nun eine Gedenkstätte für Kinder, die im Mutterleib gestorben sind. Auch ein Grab für anonyme Bestattungen wurde angelegt.



Auf dem Marktleugaster Friedhof gibt es jetzt eine Gedenkstätte für Sternenkinder. Unser Bild zeigt bei der Einweihung Initiatorin Margret Schobert (Dritte von rechts und weiter) Pfarrerin Susanne Sahlmann, Pfarrer Hans-Jürgen Müller, Pfarrer Pater Adrian Manderla und Bürgermeister Franz Uome sowie (links außen) Carolin Korzendorfer von der Friedhofsverwaltung.	Foto: Klaus-Peter Wulf
Auf dem Marktleugaster Friedhof gibt es jetzt eine Gedenkstätte für Sternenkinder. Unser Bild zeigt bei der Einweihung Initiatorin Margret Schobert (Dritte von rechts und weiter) Pfarrerin Susanne Sahlmann, Pfarrer Hans-Jürgen Müller, Pfarrer Pater Adrian Manderla und Bürgermeister Franz Uome sowie (links außen) Carolin Korzendorfer von der Friedhofsverwaltung. Foto: Klaus-Peter Wulf  

Marktleugast - Mit ihren Vorschlägen zur Friedhofgestaltung hat die Frauenunion Marktleugast um Margret Schoberth auch die Errichtung einer Gedenkstätte für sogenannte Sternenkinder auf den Weg gebracht. Sie wurde jetzt ebenso wie die eines anonymen Grabes umgesetzt. Beide sind nun von den Geistlichen Pfarrer Pater Adrian Manderla sowie Pfarrerin Susanne Sahlmann und Hans-Jürgen Müller im Rahmen einer Andacht auf dem Marktleugaster Gottesacker geweiht und ihrer Bestimmung übergeben.

Margret Schoberth ging eingangs kurz auf den Begriff "Sternenkinder" ein. Der Umgang mit Kindern, die im Mutterleib während der Schwangerschaft sterben, sei leider noch immer ein Tabuthema. Verstorbene Kinder mit einem Gewicht von weniger als 500 Gramm fallen nicht unter die Bestattungspflicht. Nach dem Bestattungsgesetz in Bayern werde das fehlgeborene Kind jedoch als Mensch anerkannt und nicht einfach als Klinikabfall entsorgt. Mit der Gedenkstätte für Sternenkinder möchte die Friedhofsverwaltung verwaisten Eltern fehl- oder totgeborener Kinder die Möglichkeit eines speziellen Ortes der Trauer und des Abschiednehmens geben.

Bürgermeister Franz Uome dankte der Frauenunion für die Initiative und dem gemeindlichen Bauhof für die Gestaltung der Sternenkinder-Gedenkstätte. Auch der Marktleugaster Marktgemeinderat habe sich gerne dafür ausgesprochen. Die Stele errichtete der Kupferberger Steinmetzbetrieb Martin Schramm. Für die Bepflanzung sorgte die Hohenberger Gärtnerei Clemens Friedrich.

"Diese Stätte wurde geschaffen, um der Kinder zu gedenken, die wir nicht im üblichen Sinne kennenlernen oder festhalten konnten, die unsere Geschwister sind und bleiben", sagte Pfarrerin Susanne Sahlmann und betonte: "Wir sind hier zusammengekommen, um der Kinder zu gedenken, die schon begonnen hatten zu werden und die doch zu klein und zu schwach gewesen sind, um in unserer Welt zu leben. Wir denken an die Kinder, die wir nicht kennenlernen konnten, die aber ein Teil von uns sind und bleiben. Wir denken an unsere Kinder, die wir nicht festhalten konnten, die unserem Herzen aber so nah sind."

Und Pfarrer Hans-Jürgen Müller sagte: "Die Liebe ist von Gott, und wer liebt, der ist von Gott geboren und kennt Gott. Niemand hat Gott jemals gesehen. Wenn wir uns einander lieben, so bleibt Gott in uns, und seine Liebe ist in uns vollkommen."

Pfarrer Pater Adrian Manderla bat im Fürbittgebet: "Gott des Lebens, Gott der Liebe, wir bitten dich um Trost, den wir selbst nicht geben können. Wir bitten dich für die Kinder, die starben, bevor sie auf die Welt kamen: Nimm sie in deine Hände und bewahre sie. Wir bitten dich für die Mütter und Väter, die um ein totes Kind trauern. Wir bitten dich für Hebammen, Ärzte und Schwestern, die zum Leben helfen wollen und dem Tod ins Gesicht sehen. Leite ihr Reden und Handeln. Wir bitten dich für unsere christliche Gemeinschaft, dass wir die Erfüllung des Lebens und der Liebe in dir erhoffen."

Mit der Errichtung einer Gedenkstätte für Sternenkinder ist auf dem Marktleugaster Gottesacker auch eine anonyme Grabstätte angelegt worden. Pfarrer Pater Adrian Manderla segnete sie im Beisein der Frauenunion und Bürgermeister Franz Uome.

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Klaus-Peter Wulf

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Veröffentlicht am:
11. 08. 2019
17:04 Uhr

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Klaus-Peter Wulf

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11. 08. 2019
17:04 Uhr



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