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Kulmbach

Eine humorvolle Kurpackung

Bei den Wirsberger Schlossgarten-Festspielen vereinen sich kulturelle und kulinarische Genüsse. Die Gebrüder Sing, Martin Rassau und Bernhard Ottinger legen sich ins Zeug.



Auf Abstand bleiben war auch bei den Wirsberger Schlossgarten-Festspielen obligatorisch: Die "Gebrüder Sing" hatten stimmlich viel zu bieten.
Auf Abstand bleiben war auch bei den Wirsberger Schlossgarten-Festspielen obligatorisch: Die "Gebrüder Sing" hatten stimmlich viel zu bieten.  

Wirsberg - Auch hier war vieles anders: Die elften Schlossgarten-Festspiele, zu denen das Post-Hotel in Wirsberg am Samstag eingeladen hatte, liefen nicht wie gewohnt ab. Dafür sorgten die Hygienevorschriften und Abstandsregelungen, die im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie nach wie vor zwingend einzuhalten sind. Glück hatte man freilich trotz des wechselhaften Sommerwetters, denn der Regen setzte gerade dann ein, als die Besucher zum Menü im Hotel waren. Im Mittelpunkt standen diesmal eine "Kur-Komödie" mit Martin Rassau und Bernhard Ottinger und die A-capella-Vocal-Artisten "Gebrüder Sing". Und passend dazu lieferte das Post-Hotel ein kulinarisches Feuerwerk.

Die "Festspiel-Gäste" trafen sich zunächst am Vorplatz des Schlossgartens und wurden zum Aperitif mit einem Walnuss-Rosinenbrot, Bamberger Wirsing, Gemüsecreme, Fisch-Tatar, Krabbenbrot, einer Spargelsuppe und gebackenem Kalb verwöhnt. Rechtzeitig hatte dazu auch der Sonnenschein eingesetzt. "Locker vom Hocker" begrüßten Alexander Herrmann und Martin Rassau mit lustigen Sprüchen die Gäste. Martin Rassau wusste auch, warum der Regen aufhörte: "Die Oma Herta hat oben im Himmel rechtzeitig dafür gesorgt." Die Grande-Dame des Post-Hotels, die im letzten Jahr im Alter von 104 Jahren verstarb, war stets ein treuer Gast der Schlossgarten-Festspiele gewesen.

Die Kurkomödie trug den fränkischen Titel "Lou mer mei Rouh", für Nichtfranken übersetzt: "Lass mich doch in Ruhe". Hier ging es um ein Kurprogramm zweier Männer - der eine Privat- und der andere Kassenpatient - die in der Mitte ihres Lebens stehen. Auf der Reha geht der Kampf der beiden weiter: Wer muss mehr Tabletten nehmen, wer hat die hübschere Therapeutin, bei wem wirkt die Diät? Und dazwischen kommt die Sehnsucht nach den jungen Jahren auf, wo doch alles besser war. Martin Rassau nimmt sich zusammen mit Bernhard Ottinger einer besonders vernachlässigten Spezies an: dem leidenden Mann.

Selbst die 50 überschritten, weiß der fränkische Parade-Komödiant ganz genau, wovon er spricht. Gerade in der Mitte des Lebens und schon geht’s los: die ersten Zipperlein, Bluthochdruck, Bandscheibenvorfall. Plötzlich findet man sich auf der Reha zwischen all den anderen Leidenden wie dem Gallen-Günther und dem Fettleber-Franz wieder. Doch wovon sie auch immer im gepflegten Fränkisch erzählen, sie bleiben dabei stets witzig und stecken an mit unnachahmlichem Spaß. Zwei unterschiedlichste Typen nebeneinander - da hilft kein Arzt mehr. Ein witziger, charmant-frecher Blick auf leidende, fränkische Männer mitten in der Midlife-Crisis vor und nach überstandenener Kurpackung.

Martin Rassau schießen immer wieder komische Gedanken durch den Kopf. Selbst die kleinsten Alltäglichkeiten führen für ihn fränkisch frotzelnd ins parodistische Vergnügen und daneben sitzt der Kassen-Patient Bernhard Ottinger staubtrocken, nüchtern und bodenständig. Als fränkischer Taxifahrer auf Kur frotzelt er sich durch die Behandlungsebenen.

Dass die Gebrüder Sing stimmlich viel zu bieten haben, das haben sie bei den zurückliegenden Festspielen im Schlossgarten immer wieder vortrefflich bewiesen. Auch ihre schauspielerischen Talente stellten sie eindrucksvoll unter Beweis. Nach einer knappen Stunde wurden die Bühnen gewechselt, aber zunächst ging es zum Menü ins Post-Hotel bei mild gebeizter Goldforelle und rosa gebratener Hirschkeule. Während Martin Rassau und Bernhard Ottinger dann ihre "Kur-Komödie" auf dem Parkplatz hinter dem alten Rathaus spielten, wechselten die "Gebrüder Sing" jetzt auf die Bühne im Schlossgarten und das alles im Trockenen. Und zum krönenden Abschluss gab es eine süße Tüte aus dem Post-Hotel.

Autor

Werner Reißaus
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Veröffentlicht am:
29. 06. 2020
16:58 Uhr

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Werner Reißaus

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29. 06. 2020
16:58 Uhr



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