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Kulmbach

Faszination des Digitalen

Sina Haselmann aus Hutschdorf studiert in Hamburg. Sie will die digitale Welt in Bereiche bringen, an die kaum noch jemand gedacht hat.



Die Hutschdorferin Sina Haselmann sieht den Menschen im Mittelpunkt der digitalen Entwicklung. In Hamburg - sie studiert dort - konnte sie anlässlich des 100. Jubiläums der Universität an einem Projekt teilnehmen, der "erweiterten Realität im Miniatur-Wunderland", das die faszinierenden Möglichkeiten dieser neuen Technik zeigt. Im Hamburger Fernsehen durfte sie dies erklären. Foto: Rainer Glissnik
Die Hutschdorferin Sina Haselmann sieht den Menschen im Mittelpunkt der digitalen Entwicklung. In Hamburg - sie studiert dort - konnte sie anlässlich des 100. Jubiläums der Universität an einem Projekt teilnehmen, der "erweiterten Realität im Miniatur-Wunderland", das die faszinierenden Möglichkeiten dieser neuen Technik zeigt. Im Hamburger Fernsehen durfte sie dies erklären. Foto: Rainer Glissnik  

Kulmbach/Hamburg - "Einen Blick in eine neue Dimension werfen kann man im Miniatur-Wunderland." Zum 100. Jubiläum der Universität Hamburg haben Studenten gemeinsam mit Modellbauern eine "Augmented-Reality-Anwendung", zu deutsch eine "erweiterte Realität", entwickelt. Dabei war die aus dem Thurnauer Ortsteil Hutschdorf stammende Sina Haselmann, die nun auch im Hamburger Fernsehen zu sehen.

Wer durch diese "Brille" hindurchschaut, sieht in Klein die Figuren bekannter "Alumni" - also ehemaliger Studenten der Uni. "Es sind Schriftsteller dabei wie Siegfried Lenz, Politiker wie Helmut Schmidt und dessen Frau Loki sind eingeblendet, aber auch schöne Animationen und nette Bilder", erzählt sie. Wer durchschaut, sieht die Szene so, wie sie ist. Zusätzlich werden Animationen aktiviert. Figuren bewegen sich und Informationen werden eingeblendet.

So wird über die gezeigten Leute informiert. Das sind ehemalige Studentinnen und Studenten der Uni Hamburg, die jetzt prominent sind. Neben den bereits genannten gehören dazu Caren Miosga (Tagesthemen), Autorin Cornelia Funke sowie Astronaut Alexander Gerst (er promovierte an der Hamburger Uni in Physik). An seine Uni hat er auch Botschaften aus dem All geschickt.

Die Installation soll anlässlich des Jubiläums zeigen wie innovativ die Uni ist. Die ehemalige Kulmbacherin ist maßgeblich beteiligt. "Ich hatte das Glück, da mitmachen zu dürfen", freut sich Sina Haselmann. Die Figuren wurden eingescannt, von ihr bearbeitet und als Animation gestaltet. Es war viel Kreativität gefragt.

Vor einigen Jahren studierte Sina Haselmann bereits in Leipzig "Übersetzerin" für Französisch und Englisch. "Das war auch schon spezialisiert auf Technik, also schon viel in Richtung Maschinenbau, Bauwesen und Spezialisierung auf Computer. Ich habe mich schon immer viel für Sprachen interessiert, aber auch für Technik, wie sie funktioniert, was dahinter steckt."

Sina Haselmann arbeitete im Anschluss an Leipzig fast fünf Jahre in Lübeck für eine Medizintechnik-Firma. "Ich habe dort übersetzt und Projektmanagement durchgeführt." Sie fand die Erfahrungen in der konkreten Arbeitswelt schon sehr spannend. Aber irgendwann brachte sie dies nicht weiter. "Ich machte immer wieder das Gleiche." Sie wollte wissen wie viele Dinge wirklich funktionieren. Sie übersetzte viel Softwaretexte für Apparaturen und Geräte. Wie diese medizinischen Geräte bedient werden, worauf man tippen muss. Wie "Beatmung" oder "Stopp Beatmung". Sie wollte jedoch auch wissen, wie dies funktioniert, wie es überhaupt dahin kommt, dass die Texte angezeigt werden.

Digitalisierung ist ein enorm wichtiges Thema in unserer Gesellschaft, dachte sie sich; immer wichtiger in der Arbeitswelt. "Das interessiert mich, das hat Zukunft, das probiere ich jetzt einfach einmal."

So entschloss sie sich 2016, in Hamburg "Mensch-Computer-Interaktion" zu studieren. Sie besuchte viele Vorlesungen im Bereich Psychologie. Es ist ein Informatikstudiengang mit viel Psychologie. Sie erfährt ganz viel über den Menschen, was er braucht, um gut mit Software umgehen zu können, wie eine Software entwickelt sein muss, dass Menschen damit gut und sinnvoll umgehen können.

Sina Haselmann dachte auch beim Übersetzen darüber nach, wie Kommunikation funktioniert, wie Menschen sich verstehen können. "Jetzt geht es eher darum, wie sich Mensch und Computer verstehen; irgendwie ganz anders, aber auch schon sehr ähnlich."

Sina Haselmann erfährt diese Schnittstelle von beiden Seiten. "Ja, das stimmt. Mich interessiert natürlich die Technik. Aber gerade, dass ich mich immer wieder mit den Menschen auseinandersetzen kann und verstanden habe, was Menschen eigentlich brauchen. Gerade das ist mir enorm wichtig." Ohne das weitere Studium wäre ihr dies zu einseitig. Digitale Technik in Bereiche bringen, an die bislang kaum jemand dachte, das begeistert die junge Frau an ihrem Studium.

Ob es einen Zusammenhang gibt, dass ihre Großeltern Alfred und Babette Semmelmann in einem Kulmbacher Seniorenheim gut aufgehoben sind? Sie arbeitet als studentische Hilfskraft bei einem geförderten Projekt der Uni Hamburg mit. Hier geht es darum, "Virtual Reality", Anwendungen zu schaffen, die den Abbauprozess bei an Demenz erkrankten Menschen verlangsamen. Es geht um Spiele, die helfen, geistig fit zu bleiben auch im Alter. In einem frühen Stadium gehe dies sehr gut, sagt Sina Haselmann. Öfters war sie mit ihren Studienkollegen in Seniorenheimen. Die beteiligten Senioren waren völlig offen, probierten es einfach aus und waren meist sehr begeistert. Sie erlebten eine andere Welt und neue Anregungen. Virtuell erlebten sie ganz viel, was ihnen Freude machte - und wenn sie so hinaus in die Natur kamen. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. "Gerade das macht mir so viel Freude, diese Freiheiten, die man da hat, und dass man Menschen hilft und die Menschen nicht aus den Augen verliert."

Die Neugier bei den Menschen ist auf jeden Fall da, die Technik auszuprobieren, gerade bei Kindern. Aber ebenso bei den Erwachsenen und den Älteren. "An sich ist die Idee, die Wirklichkeit nachzustellen, nicht neu", weiß Sina Haselmann und nennt hier zum Beispiel Flugsimulatoren. Ob diese Technik für die Medizin oder die Reparatur von Windrädern verwendet wird, sei viel bedeutsamer. Freizeitvergnügen sei eine Seite, aber im echten Training für schwierige Situationen sieht sie die Chancen noch viel mehr.

"Ich hoffe, später in so einem Projekt einen Beruf zu finden." Natürlich gibt es digital auch Einschränkungen. "Man kann nicht wirklich fühlen. Man sieht viele Bilder, kann auch Töne gut darstellen, aber mit dem Anfassen muss noch viel geforscht werden." In der Informatik gehe es immer mehr darum, das Menschliche nicht aus den Augen zu verlieren. Als Gesellschaft müssten wir darauf achten, uns nicht immer mehr abhängig zu machen und zu sehr in der digitalen Welt zu leben. "Es ist ein Vorteil, dass wieder an den Menschen gedacht wird."

"Nächstes Jahr werde ich mein Studium beenden. Dann schaue ich, wohin es mich treibt", sagt Sina Haselmann. "Ich bin da noch völlig offen, wohin es mich verschlägt."

Autor

Rainer Glissnik
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
08. 11. 2019
17:54 Uhr

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Autor

Rainer Glissnik

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Veröffentlicht am:
08. 11. 2019
17:54 Uhr



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