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Kulmbach

Freie Fahrt im Weißmaintal

Autos hatten gestern zwischen Kauerndorf und Trebgast nichts zu suchen. Zuvor hatte der Krisenstab wegen des Wetters am Samstag sogar über eine Absage nachgedacht.



Freie Fahrt für den Familienausflug: Nicht störte die Radfahrer wie hier auf der Strecke zwischen Trebgast und Waizendorf. Fotos: Hübner
Freie Fahrt für den Familienausflug: Nicht störte die Radfahrer wie hier auf der Strecke zwischen Trebgast und Waizendorf. Fotos: Hübner   » zu den Bildern

Trebgast/Kauerndorf - Der "Autofreie Sonntag im Weißmaintal" hat sich als Marke etabliert, auch wenn die Bedingungen nicht immer so optimal ausfallen können wie 2017, als sich Tausende von Menschen auf der Staatsstraße zwischen Kauerndorf und Trebgast wie im 7. Radler-Himmel vorkommen mussten. Zu wünschen wäre es den vielen Freiwilligen freilich schon gewesen, die an der Strecke nichts unversucht gelassen hatten, ein attraktives Programm anzubieten bei dieser sechsten Auflage, die unter dem Motto "Beweg Dich mal - im Weißmaintal" stand.

Proteste für einen Radweg

Wie vor zwei Jahren waren auch dieses Mal Mitglieder des Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (AdFC) am Rand der Staatsstraße zwischen Kauerndorf und Fölschnitz mit zwei großen Bannern und der Aufschrift "Wir wollen einen Radweg im Weißmaintal" postiert, um auf dieses Manko hinzuwiesen.

AdFC-Mitglied Astrid Pfister sagte: "Wir haben vor zwei Jahren unserem Landrat über 200 Unterschriften mit der Forderung nach einem Radweg im Weißmaintal gegeben. Wir haben nichts mehr gehört und die Anlieger sind enttäuscht, dass sich nichts tut. Aber es geht offensichtlich seinen Weg." Rei.


Eine größere Gruppe ist sogar gewandert: "Die Wanderhure", die am 7. Juni auf der Naturbühne zur Premiere erwartet wird, machte mit Gefolge in Waizendorf Station und verleitete manche Radler dazu, abzusteigen, um bei einer offenen Probe zu verweilen. Bei einem Abstecher nach Feuln lohnten sich ein Halt beim Feuerwehrhaus und eine Weinprobe beim Sahrhof. Im Trebgaster Rathaus - dem höchsten Punkt des Streckenverlaufs - zeigte VG-Vorsitzender Günther Hübner den Besuchern bei einem "Tag der offenen Tür" persönlich die neuen Räume.

Dann war es aber auch schon Zeit, um den Start zum "Lauf fürs Klima um den See" nicht zu verpassen. Ein Anziehungspunkt auf dem See-Parkplatz waren die Spaßräder am Stand des ADFC Bayreuth. Überhaupt war der Badesee wieder so etwas wie der zentrale Punkt, den jeder an diesem Tag anstrebte. Das zeigte sich auch daran, dass die Fahrrad-Clubs Bayreuth und Hof sowie der Radsportclub Leuchau für ihre Mitglieder wieder Touren mit Zieleinfahrt am Badesee organisiert hatten. Passend dazu gab es viele Info-Stände von Handwerks-Innungen und der Energieagentur Oberfranken, die über ihre Produkte und Angebote Auskunft gaben. In einem ersten Fazit zeigte sich Landrat Klaus Peter Söllner später mit dem Verlauf sehr zufrieden: "Das Wetter hat ja am Samstag noch ganz anders ausgeschaut. Nach den Erfahrungen der letzten Tage wurden unsere Erwartungen übertroffen." Der Krisenstab am Landratsamt hatte in Anbetracht der schlechten Wetterprognosen - für Sonntag war Schneefall gemeldet - sogar darüber nachgedacht, die Veranstaltung ganz abzusagen.

Letztlich verlief der Tag gestern nahezu reibungslos. Nur zwei Unfälle hatte das BRK zu versorgen. Bei einem hatte sich ein Mädchen bei der Fahrt mit einem B-Bike auf dem Testcenter an der SKC-Sportstätte den Arm gebrochen und glücklicher lief ein Sturz vom Fahrrad ab und das, obwohl der Radfahrer keinen Helm trug.

Angetan war Söllner vor allem von den Infos über regenerative Energien bis hin zu Aktionsständen und einer Erlebniswerkstatt rund um Holz. Sogar Kraftstoffe zur nachhaltigen Mobilität wurden vom Technologietransferzentrum Automotive der Hochschule Coburg mit einem Infostand mit moderner Messtechnik vor und hinter dem Motor erläutert.

Wie Martin Kortschack erklärte, führt die Hochschule Coburg vor einer möglichen Markteinführung des neuen hochwertigen Kraftstoffes Diesel R 33 über öffentliche Tankstellen ein zweijähriges Projekt mit rund 280 Fahrzeugen unterschiedlicher Hersteller durch, an dem zahlreiche Unternehmen, Institutionen und Organisationen beteiligt sind. Gefördert wird das Projekt durch das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit.

Begonnen hatte die Veranstaltung in Anweisenheit der beiden Bürgermeister aus Ködnitz und Trebgast, Stefan Heckel-Michel (CSU) und Werner Diersch (SPD), sowie Kreisvorsitzender Karl Heinz Vollrath vom Bund Naturschutz um 9.45 Uhr. Dabei hatte der Landrat Klima-Managerin Ingrid Flieger "die große Matatorin" des autofreien Sonntags genannt. Es folgte ein Gottesdienst, den Pfarrer Hermann Thamm von der Auferstehungskirche in Kulmbach hielt. Für die musikalische Ausgestaltung - die Feuerwehr Ebersbach noch am Samstag ein Zelt aufgestellt - sorgten die Posaunenchöre der Auferstehungskirche und von Trebgast.

Landrat Söllner sagte, man habe sich bewusst für das Weißmaintal entschieden, "nachdem die letzten fünf Veranstaltungen ein großer Erfolg waren".Einige anderen hätten diesen autofreien Sonntag nämlich auch in ihren Gemeinden gehabt. "Aber jede Ortschaft hat hier entlang des Weißmaintales seinen besonderen Reiz und seinen besonderen Charme. Zwischen Kauerndorf und Trebgast, das ist immer eine tolle Geschichte."

Autor

Dieter Hübner, Werner Reißaus
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Veröffentlicht am:
06. 05. 2019
00:00 Uhr

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Autor

Dieter Hübner, Werner Reißaus

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Veröffentlicht am:
06. 05. 2019
00:00 Uhr



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