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Kulmbach

Freudentränen in Limmersdorf

Die Traditionskerwa rund um die Tanzlinde wird zum Millionen-Projekt. Das Fest im Thurnauer Ortsteil entwickelt sich zum großen Aushängeschild für den Landkreis.



Wenn die Kerwa vorüber ist, sind die Mädchen und Burschen traurig. Derzeit vergießen die Limmersdorfer wohl eher Freudentränen. Denn die Traditionsveranstaltung im Thurnauer Ortsteil soll in den kommenden Jahren stark aufgewertet werden. Foto: Horst Wunner/Archiv
Wenn die Kerwa vorüber ist, sind die Mädchen und Burschen traurig. Derzeit vergießen die Limmersdorfer wohl eher Freudentränen. Denn die Traditionsveranstaltung im Thurnauer Ortsteil soll in den kommenden Jahren stark aufgewertet werden. Foto: Horst Wunner/Archiv  

Thurnau/Limmersdorf - Sie hat eine jahrhundertelange Tradition und zählt sogar zum immateriellen Weltkulturerbe. Tausende Gäste feiern mit den Einheimischen die Limmersdorfer Lindenkirchweih. Ein städtebauliches Sanierungskonzept soll die Zukunft der Kultveranstaltung sichern und den gesamten Thurnauer Ortsteil neu beleben. Ganz billig wird das ambitionierte Vorhaben allerdings nicht. Nun will auch der Landkreis Kulmbach dazu beitragen, die Finanzierungslücke weiter zu schließen.

Die Lindenkirchweih

Die traditionelle Limmersdorfer Lindenkirchweih findet in diesem Jahr vom 24. bis 27. August statt. Höhepunkte sind der Festzug durch das Dorf und der Tanz der Kerwa-Burschen und Kerwa-Madla auf dem Podest in der Baumkrone. Die Kerwa ist im bayerischen und bundesweiten Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes eingetragen.


Die erforderlichen Mittel seien erheblich, machte der Thurnauer Bürgermeister Martin Bernreuther deutlich. Die Gesamtkosten liegen bei gut 1,76 Millionen Euro. Zehn Prozent der Gesamtkosten könne der Markt Thurnau maximal beisteuern. Für den Rest braucht es Förderquellen.

Neue Präsentation: Die Hilfe der Förderoffensive Nordostbayern läuft bereits. Derzeit werden neben der Tanzlinde für 686 700 Euro die umliegenden Gebäude saniert. Dort sollen später Räume für Ausstellungsflächen genutzt werden. Eine neue Präsentation kann den Besuchern dann ganzjährig die einzigartige Kerwa-Kultur erklären.

"Gleichzeitig gilt es, dem immer größeren Besucherzuspruch gerecht zu werden, ohne den besonderen Charakter der Kirchweih zu gefährden", erklärt der Thurnauer Bürgermeister. Das Amt für ländliche Entwicklung bringt eine Fördersumme von 225 500 Euro für das Projekt auf. Und die EU-Leader-Förderung stellt einen Betrag von 321 600 Euro in Aussicht.

Finanzierungslücke wird kleiner: Trotzdem blieb bislang eine Finanzierungslücke von 350 000 Euro offen. Mittlerweile ist sie ein gutes Stück kleiner geworden. Der Wirtschafts- und Kulturausschuss des Landkreises Kulmbach hat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, insgesamt 97 200 Euro in den kommenden drei Jahren für das Limmersdorfer Tanzlinden-Areal bereitzustellen. Ein Zuschuss in Höhe von 125 000 Euro soll zudem von der Oberfrankenstiftung fließen.

Bauliche Veränderungen: "Das ist für uns der Startschuss, um das Projekt weiterzuführen", freute sich Veit Pöhlmann. Der Kreisrat und stellvertretende Thurnauer Bürgermeister ist Vorsitzender des Vereins zur Erhaltung und Förderung der Limmersdorfer Kirchweihtradition. "Es wird bauliche Veränderungen geben und eine komplett neue Erschließung des Kirchweih-Areals", erklärte er.

Auch außerhalb der Festwoche sei das Interesse an der Kirchweih groß. Besucher möchten sich über den Lindentanz und die Traditionen informieren. Jedoch könne das Interesse derzeit nur unzulänglich befriedigt werden, heißt es in der Projektbeschreibung. Die Lizza, so nennen die Limmersdorfer die Treppe zum Tanzboden, ist ebenso wie die Tanzbruck das ganze Jahr über abgebaut.

Der Förderverein hat 2011 auf dem Areal eine provisorische Bildergalerie installiert. Im selben Jahr ist der 30 Kilometer lange Tanzlinden-Radweg zwischen Peesten, Limmersdorf und Langenstadt eröffnet worden. Es muss sich noch viel mehr tun, da sind sich der Verein und die Marktgemeinde einig.

Der erste Schritt hat begonnen. Derzeit läuft die Sanierung der Gebäude am Tanzlindenplatz, die baulich in einem sehr schlechten Zustand waren. Das ehemalige Gemeindehaus, das alte Feuerwehrhaus und die Schlauchtrocknung können dank der Förderung erneuert werden.

Linde in Gefahr: Aber auch die alte Tanzlinde selbst braucht dringend Hilfe. Der im 17. Jahrhundert gepflanzte Baum sei durch Kraftfahrzeuge massiv gefährdet. Die historischen Sandsteinsäulen sind beschädigt worden. Außerdem verdichten die Autos den Boden, wodurch die Wasserzufuhr der Linde gestört wird. Wenn sich die Situation nicht grundlegend verbessert, dann ist die gesamte Lindenkirchweih in Gefahr, befürchten die Projektplaner. Sie möchten einen neuen Parkplatz mit alternativen Zufahrtsmöglichkeiten anlegen lassen.

Die Projektplaner haben zudem vor, in der Schlauchtrocknung die ganzjährig zugängliche Freilichtdokumentation samt Archiv und Bibliothek zu schaffen. Damit können die Besucher einen lebendigen Eindruck der Kerwa erhalten.

In der Nähe der alten Tanzlinde ist 1990 eine neue Linde gepflanzt worden. Sie soll nun ein Tanz- und Ziehgerüst erhalten. Die Besucher erfahren dort in Zukunft, wie ein solcher Baum geschnitten werden muss, um zu einer Tanzlinde wachsen zu können.

Naturnaher Tourismus: Mit erlebnisorientierten Freizeitangeboten soll das Limmersdorfer Lindenkirchweih-Areal zu einem Aushängeschild für den gesamten Landkreis Kulmbach werden. Zu den Zielgruppen gehören Reisebusgruppen, Fahrradfahrer und Wanderer. Der naturnahe Tourismus wird ausgebaut und gleichzeitig wird die ländliche Gemeinschaft gestärkt. So lauten die Projektziele.

Die Umsetzung ist zwischen den Jahren 2020 und 2022 geplant.

Autor

Stefan Linß
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Veröffentlicht am:
15. 07. 2019
16:56 Uhr

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Stefan Linß

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Veröffentlicht am:
15. 07. 2019
16:56 Uhr



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