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Kulmbach

Gemeinsam sporteln und gemeinsam lachen

Von Odin, heißen Matches und langen Nächten: Die Tischtennisclubs aus Stadtsteinach und Arzberg sind dicke Freunde. Und das vermutlich bereits seit fünfzig Jahren.



Die Freude beim gemeinsamen Wiedersehen mit dem Patenverein TS Arzberg war groß.	Fotos: Werner Reißaus
Die Freude beim gemeinsamen Wiedersehen mit dem Patenverein TS Arzberg war groß. Fotos: Werner Reißaus   » zu den Bildern

Stadtsteinach - So genau wissen es die Tischtennis-Cracks des TSV Stadtsteinach eigentlich nicht, wie lange die Patenschaft mit dem befreundeten TS Arzberg besteht, denn es gibt keine schriftlichen Aufzeichnungen darüber. Nachdem die Tischtennisabteilung des TSV im vergangenen Jahr ihr 50-jähriges Bestehen feierte, gehen die beiden Vereine aber davon aus, dass auch die Patenschaft solange besteht, denn nur dann macht ja ein Pate auch einen Sinn, wie der frühere Abteilungsleiter Klaus Zahner bei einem gemeinsamen Treffen dieser Tage im TSV-Sportheim feststellte.

Die Freude über das Wiedersehen war jedenfalls groß, denn um den Patenverein TS Arzberg und den "Stanicher" Tischtennisspielern ranken sich bis heute "Mythen und Sagen" aus längst vergangenen Tagen. Abteilungsleiterin Heidi Zahner konnte zu dem Treffen auch Landrat Klaus Peter Söllner - früher selbst Aktiver - und zu später Stunde auch Bürgermeister Roland Wolfrum begrüßen. Beide würdigten die tiefe Freundschaft der Tischtennisabteilung vom TSV Stadtsteinach mit dem TS Arzberg.

In einem lustigen Rückblick beleuchtete Klaus Zahner die vergangenen 50 Jahre und damit auch das Phänomen "Arzberg": "Ich bin dabei auf mündliche Überlieferungen angewiesen, die aber in unseren Herzen über all die Jahre hängen geblieben sind. Mir sind aus dieser Zeit nur einige Geschichten bekannt, die wahrscheinlich durch mehrmaliges Erzählen immer mehr ausgeschmückt wurden. Da ist etwa die Rede von einer Porzellankönigin und deren Doppelbegleitung auf dem Heimweg."

Zwei Akteure, die von Anfang dabei waren, das waren der frühere SPD-Landtagsabgeordnete Wolfgang Hoderlein und Landrat Klaus Peter Söllner. Beide begnadete Tischtennisspieler, aber auch, wie Klaus Zahner feststellte, äußerst "begnadete Erzähler". Und der dritte im Bunde, bei dem der Spaß zum Tischtennisspiel dazu gehörte wie das Salz zur Suppe, war und ist immer noch Rudolf "Dolf" Neumann. Klaus Zahner: "Unser Dolf verstand es damals bereits, mit treuherzigem Augenaufschlag die größten Fakes zu verbreiten." Den Begriff "Fakes" gab es damals natürlich noch nicht, aber "der Dolf" hat diesen Begriff bereits vor 50 Jahren "hoffähig" gemacht.

Eine Feier rief Klaus Zahner besonders in Erinnerung, die in Arzberg vor 35 Jahren stattfand. Das Hotelpersonal weigerte sich, die Stadtsteinacher Tischtennissportler zu später Stunde noch ins Hotel zu lassen. In einem Privathaus gingen die Feierlichkeiten kurzerhand weiter und dort wurde dann auch übernachtet. Klaus Zahner: "Zu früher Stunde versuchte jeder, eine Schlafgelegenheit zu finden und der Dolf, der in diesem Fall etwas zu langsam war, schritt mit einem Schaffell bekleidet durch die Zimmer und erklärte, er wäre der Odin. Am nächsten Tag erwartete uns ein Frühstück, das einem 5-Sterne-Hotel zur Ehre gereicht hätte, bevor wir die Rückreise nach Stadtsteinach antraten."

Sportlich verbunden blieben die beiden Tischtennisabteilungen über all die Jahre über das inzwischen legendäre Dreikönigs-Turnier. Das, wie Klaus Zahner betonte, einen hohen sportlichen Wert hatte und sich im anschließenden "Unterhaltungsteil" vor keiner Show moderner Prägung verstecken musste: "Anfangs noch klein und bescheiden in der Gastwirtschaft Hümmer, später hätten wir Säle füllen können. Und immer vorne dabei die TS Arzberg mit den Brüdern Tilo und Wieland Schöffel an der Spitze. Sie erklärten uns die Feinheiten des römischen Trinkens und wie man ein Tor überwindet, obwohl die Türe daneben offen stand. Eine wundervolle Patenschaft, lose, aber stets herzlich, hat sie, wie anfangs bemerkt, über 50 Jahre nicht nur gelebt, sondern auch gut überstanden."

Bei dem Treffen tauchte auch eine Einladung aus dem Jahr 1985 vom Vergnügungswart des TSV, Rudolf "Dolf" Neumann, zu einem Sommernachtsfest auf, die am Ende sogar juristisch abgesichert war: "Durch Regierungs- und Stadtrat, genannt Doppelrat Klaus Söllner." Für den TS Arzberg stellte Tilo Schöffel fest, dass man sehr gerne nach Stadtsteinach gekommen sei: "Für uns Arzberger ist Stadtsteinach schon vom Klang her sowas wie Weihnachten und Ostern zusammen feiern. Die gemeinsamen Treffen waren immer klasse. Wir haben auch bei den sportlichen Wettkämpfen immer alles gegeben, vor allem danach immer. Wir hoffen, dass der Kontakt bleibt, den wir jetzt wieder neu belebt haben."

Tilo Schöffel überreichte ein Zoigl-Bier als Gastgeschenk und lud gleich zum Wiedersehen für das nächste Jahr nach Arzberg ein. Dem Treffen mit den Arzberger Freunden war ein Besuch des Brauereimuseums vorausgegangen.

Autor

Werner Reißaus
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Veröffentlicht am:
05. 09. 2019
18:06 Uhr

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Autor

Werner Reißaus

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Veröffentlicht am:
05. 09. 2019
18:06 Uhr



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