Lade Login-Box.
Topthemen: Fotos: Erstklässler in der RegionBlitzerwarnerBilder vom Wochenende

Kulmbach

Geniale Truppe und ein schlauer Kater

Die Theatergruppe der Werkstatt für behinderte Menschen in Melkendorf zeigt in Proß eine moderne Fassung des Märchens "Der gestiefelte Kater". Das Publikum ist begeistert.



Groß war die Freude bei den Schauspielern über den anhaltenden Applaus nach dem Stück. Fotos: Gabriele Fölsche
Groß war die Freude bei den Schauspielern über den anhaltenden Applaus nach dem Stück. Fotos: Gabriele Fölsche   » zu den Bildern

Proß - Ein kräftiger Applaus ist der schönste Lohn für die elf Akteure gewesen, die ein Jahr fleißig geprobt hatten, um am späten Montagnachmittag im Innenhof von Monika Friedleins Bauernhof in Proß die Welturaufführung vom Märchen "Der gestiefelte Kater" zu zeigen. Regisseur Rüdiger Baumann hat eine moderne, witzige Fassung geschrieben und die Rollen perfekt auf jeden einzelnen Laienschauspieler zugeschnitten.

So begab es sich, dass ein alleinerziehender Kater mit seinen Kindern in den Wald ging, um frische, köstliche Mäuse zu fangen. Doch dies misslang gründlich, auch wenn sich die Kätzchen schon mal das Lätzchen umhängten - die Maus war einfach schneller. Pilze- und Beerensammler gingen durch den Wald. Doch ein Zauberer schritt ein und verbot, etwas mitzunehmen: "Alles gehört mir. Nur wer reich ist, ist ein richtiger Mensch. Hö, hö, hööö", sagte er und schwang den Zauberstab.

Und als der König mit seiner singenden Jagdgesellschaft im Wald eintraf, war es endgültig aus mit der Ruhe. Just als der Herrscher auf ein Tier anlegen wollte, schrie sein Gefolge unisono: "Ein Hase für den König" und Hase, Hirsch oder Reh waren verschwunden. Der Kater der das seltsame Szenario beobachtete fragte nach: "Was macht ihr da, so kann man doch nicht jagen?" Und die Gesellschaft antwortete: "Das ist kein Lärm, wir beehren den König!" So interessierte es dem Kater, ob es wirklich wahr sei, dass Menschen auf Verkleidung hereinfallen. Wütend zog er sich die Stiefel an und setzte den Hut auf und lief los. So traf er auf den Müller, der jämmerlich weinte, weil keiner mehr sein gutes Brot kaufen wollte: "Sie kaufen alle bei Zauberlando. Die Leute kaufen lieber billiger als gut." Und weil er kein Geld mehr hatte, verkauft der Müller seine Mühle an den Zauberer für einen Taler. Und zu allem Übel landete er wegen Steuerschulden auch noch im Gefängnis.

Der Zauberer hatte dann eine geniale Idee: Er nutzte das Laptop und die "Maus", um Brot bei Zauberlando zu bestellen. Doch er hatte seine Rechnung ohne den Kater gemacht, der - schwups - die Maus klaute. So kam es, das die Leute und auch der König Hunger bekamen. Der Müller wurde aus dem Gefängnis entlassen, bekam eine Million Taler und durfte wieder backen. Darüber dachte nun auch der Zauberer nach, der zu dem Schluss kam, dass Reichtum nicht alles ist: "Nur wer etwas zu essen hat, ist ein richtiger Mensch."

Ohne Zweifel, die Theatergruppe hat mit Rüdiger Baumann ein unterhaltsames mit Pointen gespicktes Stück gezeigt, das die Zuschauer zum Lachen, aber auch zum Nachdenken brachte. "Ein Stück mit Tiefgang und Rollen, die zu den Darstellern passen.

Ich hatte zeitweise Gänsehaut", sagte beispielsweise Zuschauerin Carmen Zink. Und die Schauspieler selbst? "Die Aufregung ging. Ich habe mich heute gefreut, das zu zeigen, was wir erarbeitet haben", sagte Markus Wenzel-Teuber, der den Müller spielte und den meisten Text hatte. Und über Rüdiger Baumann sagt der 45-Jährige: "Ohne ihn würde es unsere Truppe nicht geben. Er ist geduldig und genial." Lennard Bleyl, der als Soldat glänzte, sagte: "Beim Spielen kommt Freude auf und das Herz klopft schneller. Und wenn jemand im Text hängen bleibt, dann hilft man sich gegenseitig." Und auch Martina Renner macht das Schauspielern Spaß: "Schon meine Mutter hat Theater gespielt.

Rüdiger Baumann selbst sagt über seine Theatergruppe: "Am Anfang habe ich sie unterschätzt, aber sie können mehr, als ich gedacht habe. Und wenn sie spielen, dann spürt man ihre Freude." Im Anschluss zeigte die Theatergruppe der Theodor-Heublein-Schule in Melkendorf das kurze Stück "Geh, Wald!".

Autor

Gabriele Fölsche
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
09. 07. 2019
17:48 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Behinderte Freude Herrscher von Staaten und Reichen Märchen Schauspieler Soldaten Theatergruppen Truppen Wald und Waldgebiete Zauberer
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Turbulent geht es in dem Stück "Was ihr wollt" zu. Unser Bild zeigt (von links) Thomas Lindner, Silvia Canola-Haußner, Christian Landendörfer, Carolin Wagner, Cosima Asen und Eberhard Einwag. Fotos: Rainer Unger

31.05.2019

Die Spielarten der Liebe

Die Buschklopfer widmen sich erneut dem großen William Shakespeare. Schon die Proben machen den Akteuren großen Spaß. » mehr

Volkstriathlon Kulmbach

15.07.2019

Das Freibad als Sportarena

Zum 23. Mal hat der ASV Triathlon am Sonntag zum Wettkampf eingeladen. Gestartet wurde einzeln oder in der Staffel. Zum fünften Mal gab es einen Inklusionstriathlon. » mehr

Monika Friedlein heißt alle Fans akustischer Musik am 20. Juli zum Bauernhofkonzert in Proß herzlich willkommen. Foto: Stephan Stöckel

14.07.2019

Ideen für einen Bauernhof

Monika Friedlein lädt zum Konzert mit dem "Anni & Greg- Trio" nach Proß. Ihr Bauernhof wird erneut zur Konzertkulisse. » mehr

Es wurde auch geduscht: Richard Zimmermann (links) und Eberhard Einwag.

29.04.2019

Laiendarsteller in unbändiger Spiellaune

"Außer Spesen nichts gewesen", so lautet das neue Lustspiel der Theatergruppe Hutschdorf. Ein Gag folgt dem anderen. » mehr

Viele kleine Magier unterstützen den großen Zauberer bei seiner Vorstellung.

08.09.2019

Viele kleine Magier unterstützen den großen Zauberer bei seiner Vorstellung.

Viele kleine Magier unterstützen den großen Zauberer bei seiner Vorstellung. » mehr

Als schüchterner und zurückhaltender Nerd hat es Arnold Crouch (Michael Vogler, links) mit seinem Partner Gilbert Bodley (Frank Walther), als Lebemann und Playboy das krasse Gegenteil von ihm, nicht leicht. Fotos: Rainer Unger

12.12.2018

Haarige Geschäfte im Pelzladen

Ab 30. Dezember zeigen "Die Buschklopfer" noch einmal die britische Komödie "Jetzt nicht, Liebling". Dafür wird derzeit in den Räumen des KKB in Untersteinach umgebaut. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Unfall bei Weißdorf: Auto stößt gegen Motorrad Weißdorf

B 289: Motorrad rast frontal in Gegenverkehr | 18.09.2019 Weißdorf
» 15 Bilder ansehen

Black Base - Mens Night out

Black Base - Men's Night out | 15.09.2019 Hof
» 21 Bilder ansehen

Selber Wölfe - Moskitos Essen

Selber Wölfe - Moskitos Essen 3:5 | 14.09.2019 Selb
» 27 Bilder ansehen

Autor

Gabriele Fölsche

Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
09. 07. 2019
17:48 Uhr



^