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Kulmbach

Grünes Licht für Studentenwohnheim

Fast einstimmig spricht sich der Stadtrat für den Abriss der ehemaligen Mälzerei Müller und den Bau von knapp 160 Wohnungen an dieser Stelle aus. 2020 ist Baubeginn.



Außer Thomas Nagel (FDP) stimmten am Donnerstag alle Stadträte über die Fraktionen hinweg dem Bauantrag eines Investors zu, der in der Pestalozzistraße auf dem Areal der ehemaligen Mälzerei Müller 120 Studentenappartements und 37 Seniorenwohnungen bauen will. Die Visualisierung zeigt, wie das Gebäude aussehen soll, das nächstes Jahr gebaut wird.
Außer Thomas Nagel (FDP) stimmten am Donnerstag alle Stadträte über die Fraktionen hinweg dem Bauantrag eines Investors zu, der in der Pestalozzistraße auf dem Areal der ehemaligen Mälzerei Müller 120 Studentenappartements und 37 Seniorenwohnungen bauen will. Die Visualisierung zeigt, wie das Gebäude aussehen soll, das nächstes Jahr gebaut wird.   » zu den Bildern

Kulmbach - Am Ende hat sich der Stadtrat von aufgekommenen Forderungen, die seit fast 30 Jahren leerstehende Mälzerei Müller in der Pestalozzistraße als Gebäude zu erhalten, nicht beeindrucken lassen. Bis auf Thomas Nagel (FDP) stimmte der Stadtrat geschlossen für den Bauantrag des Investors aus Rosenheim. Jürgen Drösel will das alte Ziegelgebäude abreißen und lediglich den Darre-Turm erhalten und in den Neubau integrieren. Die Zustimmung des Denkmalschutzes hat er dafür. Wo bislang ein heruntergekommenes Bauwerk steht, sollen 120 Studentenappartements und 37 Seniorenwohnungen mit betreutem Wohnen entstehen. Dem stimmten mit Ausnahme des Vertreters der Liberalen alle Fraktionen zu. Besonders umfangreich begründete Hans-Dieter Herold von den Grünen seine positive Haltung. "Wir haben noch andere, florierende Mälzereien. Es ist jetzt nicht so, dass das Licht am Malzstandort Kulmbach ausgeht", sagte Herold. Er räumte ein, auch ihm habe das Bauvorhaben etwas Grimmen verursacht. Man müsse aber auch sehen, dass Gelände nach und nach verfallen und dort über Jahrzehnte nichts passiert sei. "Jetzt haben wir eine Idee, die auch noch im Zusammenhang mit dem Campus wichtig ist."

Schon im April 2018 ist dem Stadtrat ein Antrag auf einen Bauvorbescheid zugegangen. Dem stimmte das Gremium damals zu. Nun musste, unter anderem weil sich die Zahl der Wohnungen im Verhältnis verschoben hat, eine neue planungsrechtliche Beurteilung erfolgen. Sieben Geschosse soll der Neubau bekommen. Das, so heißt es in der Beurteilung der Verwaltung, passt zu der Bebauung im unmittelbaren Umfeld. Die Wohnblocks gegenüber sind genau so hoch. Zahlreiche weitere Punkte wurden geprüft, heißt es in der Vorlage für den Stadtrat. Unter anderem auch die Frage, ob Abstandsregelungen eingehalten werden müssen. Die Verwaltung sagt nein,verweist aber darauf, dass es bereits Einwände von Nachbarn und damit auch die Möglichkeit einer Klage gegen das Bauvorhaben gibt. Trotzdem lautet die Empfehlung aus dem Bauamt, der Planung zuzustimmen.

Ingo Lehmann (SPD) machte für sewine Fraktion deutlich, dass man die Kritik an dem Vorhaben durchaus aufgenommen habe. Allerdings müsse man sehen, dass keine Alternativen auf dem Tisch liegen. Zudem wäre es nicht gut, dem Investor jetzt Steine in den Weg zu legen. Man müsse sich für die Zukunft Gedanken machen, wie man mit solchen Themen umgehen wolle.

Die Diskussion, ob die alte Mälzerei erhalten werden woll, müsse man ernste nehmen, sagte auch Hans-Dieter Herold. Dennoch sei er in der Vergangenheit für das Projekt gewesen und es sei immer noch. In der Innenstadt gelte es, verdichtete Bebauung zu ermöglichen, um im Grünen Flächenfraß zu verhindern. Diesn Bereich zu nutzen sei ein Lösungsansatz. Zudem werde der Darre-turm erhalten. "Wir müssen abwägen, und wir können die Zukunft nicht aufhalten. Die Uni soll kommen. Stadtnahe Besiedelung ist gut. Und man kann der Stadt Kulmbach nicht den Vorwurf machen, dass sie sich um die Erhaltung ihrer historischen Gebäude nicht kümmern würde." Herold nannte die Volkshochschule und auch das Rathaus als Beispiele. Wenn nun wieder mehr Leben in die Stadt kommt, müsse man bedenken, wie man wieder Lebensmittelversorgung in der Innenstadt ansiedeln kann. Wenn Ende August das Kaufland aus dem "Fritz" auszieht, gibt es in der gesamten Innenstadt keinen Supermarkt mehr.

Auch Dr. Michael Pfitzner (CSU) betonte, dass sowohl die Stadt Kulmbach als auch private Investoren viel für den Erhalt historischer Gebäude getan haben. Mit Bilck auf die Forderung nach dem Erhalt des alten Ziegelgebäudes: "Natürlich kann man einer Utopie anhängen. Ich bin froh, dass wieder Leben in die Stadt kommt." Dem stimmte auch Dr. Ralf Hartnack (WGK) zu. Lange Zeit sei das Gebäude leergestanden, niemand habe Interesse daran gehabt. Das Denkmalamt gestatte den Abriss. Das seien die Fachleute. Auf die müsse man auch mal hören.

"Politik ist die Kunst des Machbaren", merkte Stefan Schaffranek (WGK) an. "Wir haben einen Investor, der Millionen in die Hand nimmt. Wir brauchen Wohnraum in der Stadt." Die alte Mälzerei sei ein schwieriges Gebäude. Es stehe leer. Jetzt ergebe sich eine Möglichkeit, dass dort Studenten und Senioren einziehen.

Am Ende der Debatte, die auch Bauherr Jürgen Drösel aufmerksam verfolgte, stimmte der Stadtrat sowohl dem Abbruch der alten Mälzerei als auch dem Bauantrag zu. Der Rosenheimer Investor zeigte sich erleichtert über die Genehmigung seines Bauantrags. Schon im kommenden Frühjahr soll es losgehen. Der Baubeginn, sagte er, müsse zeitgleich mit dem Abriss erfolgen , weil es gelte, den Hang hinter dem Gebäude stabil zu halten.

Autor

Melitta Burger
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Veröffentlicht am:
18. 07. 2019
19:02 Uhr

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Autor

Melitta Burger

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Veröffentlicht am:
18. 07. 2019
19:02 Uhr



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