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Kulmbach

Heikles Thema "Hupfer-Areal"

Die Ködnitzer Bürger diskutieren heftig über die Zukunft des ehemaligen Gasthauses. Bürgermeister Stephan Heckel-Michel muss sich einige Vorwürfe anhören.



Einen schweren Stand hatte Bürgermeister Stephan Heckel-Michel (rechts) bei der Bürgerversammlung, als es um das "Hupfer-Areal" ging. Foto: Werner Reißaus
Einen schweren Stand hatte Bürgermeister Stephan Heckel-Michel (rechts) bei der Bürgerversammlung, als es um das "Hupfer-Areal" ging. Foto: Werner Reißaus  

Fölschnitz/Ködnitz - Der Ködnitzer Bürgermeister Stephan Heckel-Michel (CSU) hat schon ruhigere Bürgerversammlungen erlebt. Die am Mittwoch in der SKC-Sportstätte war alles andere als Routine. Denn nach dem Rechenschaftsbericht des Gemeindeoberhaupts war das "Hupfer-Areal" über eine Stunde lang das zentrale Thema. Heckel-Michel hatte mitunter Mühe, die Wogen in den Diskussionsbeiträgen zu glätten. Was auffiel: Es entwickelte sich auch zwischen einzelnen Gemeinderäten ein Schlagabtausch.

Dritter Bürgermeister Heinz Mösch (CSU) wurde deutlich: "Nach meiner Meinung trägt der Gemeinderat schon eine Mitschuld, dass das Projekt gescheitert ist. Wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass wir fast zwei Millionen Euro an Fördergeldern liegen lassen. Wir haben durch unser Verhalten dieses Stück Kultur dem Abriss preisgegeben."

Zuvor war Stephan Heckel-Michel auf die Gemeindefinanzen eingegangen. Mit Blick auf die Schuldenentwicklung sagte er, dass die Gemeinde erstmals seit 2001 bei der Pro-Kopf-Verschuldung unter die 1000-Euro-Marke gerutscht sei. Die Pro-Kopf-Verschuldung liegt derzeit bei 860 Euro.

Den Schwerpunkt seiner Ausführungen legte der Bürgermeister auf die Infrastruktur. So werde in Abstimmung mit den Stadtwerken Kulmbach das künftige Wasserschutzgebiet für den Tiefbrunnen festgelegt. Bedauern äußerte Heckel-Michel darüber, dass die Arbeiten für die energetische Sanierung am Rathaus in Fölschnitz noch nicht beendet sind. Abgeschlossen sei dagegen die Dachsanierung am ehemaligen Schulhaus in Kauerndorf. Schließlich wurde noch die Straße nach Pinsenhof saniert. Bezüglich der Ortsumgehung Kauerndorf habe man eine Koordinierungsgruppe gebildet.

Ein weiteres Thema war die Sanierung des Bergweges mit der Neuverlegung des Oberflächenwasserkanals und der Hauptwasserleitung. Hier muss mit Baukosten von rund 850 000 Euro gerechnet werden. Die Ausschreibung der Arbeiten werde in Kürze erfolgen.

Zum "Hupfer-Areal" verwies Bürgermeister Stephan Heckel-Michel auf das Schreiben vom Amt für Ländliche Entwicklung, wonach die beabsichtigte Maßnahme über die Förderoffensive Nord-Ost-Bayern aus der Förderliste gestrichen wurde, weil der Leerstand als Fördervoraussetzung durch den Verkauf entfallen ist: "Es kam im Oktober ein Kaufvertrag mit einem privaten Investor zustande, sodass die Gemeinde das Projekt nicht weiter verfolgen konnte." Es seien dann noch verschiedene Möglichkeiten geprüft worden, aber auch die Schiene über die Ausübung eines Vorkaufsrechts funktionierte nicht. "Beseitigung des Leerstands liegt auch uns am Herzen liegt. Durch den neuen Investor werden in der Gemeinde wieder Wohnungen zur Verfügung stehen." Heckel-Michel kündigte zwar nochmals eine Behandlung dieses Themenkomplexes im Gemeinderat an, doch an der derzeitigen Situation werde sich wohl nichts mehr ändern.

Dritter Bürgermeister Heinz Mösch zeigte sich enttäuscht, dass aus dem Projekt "Hupfer" nichts werde. "Dabei fing alles so gut an, denn wir hätten eine 90-prozentige Förderung erhalten." Mösch ließ nicht unerwähnt, dass Baudirektor Lothar Winkler vom Amt für Ländliche Entwicklung von dem Konzept der Gemeinde begeistert war. Der Gemeinderat habe dann allerdings Monate gebraucht, bis er im März beschloss, einen Förderantrag zu stellen. Mösch weiter: "Bis zum bitteren Ende im Oktober dieses Jahres hat sich dann auch nicht mehr viel getan. Wir hätten uns dieses Mal im Gemeinderat die Solidarität gewünscht wie bei Projekten in anderen Ortsteilen."

Cosima Asen fand kein Verständnis, dass die Gemeinde das Projekt nicht käuflich erwarb und sprach von einem "dreifachen Salto rückwärts". Bürgermeister Stephan Heckel-Michel verwies auf die klare Vorgabe im Gemeinderat: "Wir hatten in der März-Sitzung beschlossen, einen Förderantrag zu stellen und wenn der Förderbescheid vorliegt, eine Bürgerversammlung einzuberufen. Es war also definitiv kein Salto rückwärts."

Gemeinderat Michael Heisinger (Rangen) machte deutlich, dass die Loyalität zum Projekt im Gemeinderat vorhanden war, auch wenn es ein umstrittenes Projekt war: "Wir haben diskutiert über dieses Projekt und das ist legitim. Wir haben noch viele Projekte vor uns und müssen uns über jeden Cent, den wir ausgeben, Gedanken machen. Die Abstimmung für das Projekt fiel im Gemeinderat mit zwölf gegen eine Stimme klar aus. Ich bin davon ausgegangen, dass dieses Anwesen niemals verkauft wird. Aber wenn jemand die Immobilie kauft, dann ist das Thema vom Tisch. Das ist zwar traurig, aber dann ist der Leerstand einfach nicht mehr da." In der weiteren Diskussion meldeten sich Christine Pöhlmann, Reinhold Pöhlmann und Sandra Bassing zu Wort, alle mit der gleichen Frage, warum der Gemeinderat nicht die ihrer Meinung nach einmalige Chance ergriffen habe, das Areal mit einer Förderung von 90 Prozent zu erwerben. Gemeinderat Willi Kolb (SPD) ließ die Versammlung wissen, dass der Gemeinde die mündliche Zusage aus Bamberg hätte genügen müssen, den Kaufvertrag abzuschließen: "Wir sind die Lachnummer im ganzen Landkreis Kulmbach."

Mit deutlichen Worten verwies Gemeinderat Reinhard Kortschack (FW) auf die klaren Vorgaben im Gemeinderat, an die sich auch der Bürgermeister zu halten hatte: "Wenn jemand im Gemeinderat mit dem Beschluss nicht einverstanden gewesen wäre, hätte er im April einen Antrag stellen können, dass wir nicht auf den Förderbescheid warten."

Zum Thema Hochwasser sagte Walter Spindler noch: " Himmelkron muss einmal aufgefordert werden, dass das dort droben nicht mehr so weitergeht, denn dort wird alles zugepflastert und wir haben hier Hochwasser."

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Werner Reißaus
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Veröffentlicht am:
30. 11. 2018
00:00 Uhr

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Werner Reißaus

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30. 11. 2018
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