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Kulmbach

Himmelkron: Aßmannhaus insolvent

Der Himmelkroner Bauplaner ist zahlungsunfähig. Der Geschäftsführer will die 18 laufenden Bauprojekte noch fertigstellen.



Himmelkron - Die Aha Aßmannhaus GmbH in Himmelkron hat Insolvenz beantragt. Das Amtsgericht Bayreuth ordnete am 10. Dezember eine vorläufige Insolvenzverwaltung an. Zum Insolvenzverwalter wurde der Nürnberger Rechtsanwalt Jürgen Oppermann bestellt.

Aha Aßmannhaus plant und betreut seit 20 Jahren Bauprojekte in der Region. Eigentümer ist nach Angaben von Geschäftsführer Fritz Kaufmann der israelische Investor Ori Fastlich. Derzeit seien 18 Bauprojekte am Laufen. "Wir sind zusammen mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter bemüht, alle diese Baustellen fertigzustellen", sagte Kaufmann im Gespräch mit unserer Zeitung. Er gehe davon aus, dass das Unternehmen mit derzeit 15 Beschäftigten "in irgendeiner Weise erhalten" bleibt. Insolvenzverwalter Oppermann war am Mittwoch telefonisch nicht zu erreichen.

Als Ursache für den Insolvenzantrag nannte Kaufmann einen Liquiditätsengpass. Das Unternehmen habe von externer Seite eine positive Fortführungsprognose gehabt, dazu wäre eine Krediterhöhung nötig gewesen. Eine mündliche Zusage dazu von Bankenseite sei aber nicht eingehalten worden, auch der Investor sprang nicht ein. "Damit war die Liquidität nicht mehr gewährleistet und ich musste Insolvenzantrag stellen", sagte Kaufmann. Das vorläufige Verfahren werde bis Ende Februar laufen, dabei würden in Gutachten alle Ansprüche von Gläubigern geklärt.

"Extrem zu schaffen gemacht" hätten dem Unternehmen die Entwicklungen in der Baubranche: der Fachkräftemangel in den Bauhandwerksberufen und das neue Baurecht, demzufolge die Schlussrate bei Bauprojekten von drei auf zehn Prozent erhöht worden sei. "Wir müssen aber 100 Prozent der Baukosten zahlen, also eine beträchtliche Summe vorfinanzieren", sagte Kaufmann. Von den Preiserhöhungen in der boomenden Baukonjunktur profitiere eher die Industrie beim Warenverkauf und die Beschäftigten mit höheren Löhnen als die Bauunternehmen.

Nicht direkt betroffen von der Insolvenz ist nach Kaufmanns Worten das Projekt Maintalblick in Bad Berneck. Auf dem Grundstück des alten Krankenhauses soll bekanntlich für 7,5 Millionen Euro eine Wohnanlage entstehen. Träger ist die Aha Projekt GmbH, laut Kaufmann eine Unternehmensschwester der Aßmann GmbH mit dem gleichen Investor als Eigentümer. "Das ist eine eigenständige Firma."

Nach wie vor wolle man versuchen, das Projekt zu realisieren, allerdings bestehe Klärungsbedarf. Das Interesse an den dort geplanten Eigentumswohnungen ist nach Kaufmanns Worten sehr groß, etwa 30 Interessenten hätten sich gemeldet. Der Vertrieb solle planmäßig im Frühjahr erfolgen, der Baubeginn sei im Herbst geplant, wenn alle Einspruchsfristen gegen den Bebauungsplan abgelaufen sind.

Autor

Peter Rauscher
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Veröffentlicht am:
18. 12. 2019
17:36 Uhr

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Autor

Peter Rauscher

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Veröffentlicht am:
18. 12. 2019
17:36 Uhr



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