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Interview

Die Informatik-Ausbildung an der Pressecker Grundschule ist preisgekrönt. Lehrerin Inge Zeitler legt sich in Sachen Computer für ihre Schüler besonders ins Zeug.



Auch in diesem Jahr wurde die Pressecker Schule und alle Schüler der dritten und vierten Klasse in einem bundesweiten Informatik-Wettbewerb ausgezeichnet. Motor der Informatik-Ausbildung ist Inge Zeitler (hinten rechts). Einen ersten Preis bekam Marc Seel (Mitte mit blauer Tasche), einen zweiten Platz holte Amelie Glauer (vorn, Dritte von rechts). Foto: Klaus Klaschka
Auch in diesem Jahr wurde die Pressecker Schule und alle Schüler der dritten und vierten Klasse in einem bundesweiten Informatik-Wettbewerb ausgezeichnet. Motor der Informatik-Ausbildung ist Inge Zeitler (hinten rechts). Einen ersten Preis bekam Marc Seel (Mitte mit blauer Tasche), einen zweiten Platz holte Amelie Glauer (vorn, Dritte von rechts). Foto: Klaus Klaschka  

Presseck - Abermals erfolgreich war die Grundschule Presseck beim bundesweiten Wettbewerb (BWINF) "Informatik-Biber". Und mit der Maximalbeteiligung von 100 Prozent der Schüler in der diesjährigen Kombiklasse 3/4 gehört Presseck wieder zu den engagiertesten Schulen auf dem Gebiet der Informatik im Bundesgebiet. Das bestätigte BWINF-Geschäftsführer Wolfgang Pohl im Begleitschreiben, das zusammen mit den Urkunden für die Schüler, kleinen Sachpreisen für die zwei Besten (erster Platz für Marc Seel, zweiter Platz für Amelie Glauer) sowie 300 Euro für die Klasse in der Schule angekommen ist. Vom Preisgeld hat Lehrerin Inge Zeitler im vergangenen Jahr Kopfhörer und Boxen gekauft; dieses Jahr wird wohl ein Tablet angeschafft. Inge Zeitler ist an der Schule der Motor des Informatik-Unterrichts. Im Interview spricht sie darüber, wie sie sich die digitale Zukunft im Klassenzimmer vorstellt.

Frau Zeitler, das Digital-Zeitalter 4.0 ist ausgerufen. Wie sah das bisher aus?

Wir haben im Klassenzimmer sechs PC. Die habe ich vor Jahren mit meinem Mann aus der Uni Bayreuth abgeholt, als dort Computer ausgemustert wurden. Grundlagen habe ich mir in Kursen und vor allem privat angeeignet. Es lag also am Lehrer selbst, ob und was er - außerhalb des Unterrichts - in Sachen Informatik an der Grundschule macht. Es gibt Basis-Programme und -aufgaben, die musste man halt suchen und finden.

Hobby oder pädagogische Aufgabe?

Beides. Man muss sich darüber klar sein, dass unsere jetzigen Kinder später in wahrscheinlich jedem Beruf fast ausschließlich mit Computern zu tun haben. Etwas an die Tafel zu schreiben, das die Kinder dann in ihre Hefte übertragen wäre längst passé, sobald sie überhaupt lesen, schreiben und rechnen können. Wir fangen in Presseck konsequent in der dritten Klasse mit der Arbeit am PC an, teilweise schon in der zweiten.

Die Kinder wachsen aber heute mit digitalen Medien auf und haben doch von Haus aus Grundfähigkeiten.

Das stimmt nur teilweise. Manche Kinder haben bereits Ahnung, andere gar nicht. Man muss ganz blutigen Anfängern zum Beispiel erst einmal beibringen, wie man einen PC ausschaltet, dass es also nicht reicht, wenn man den Knopf am Bildschirm drückt. Woher sollen sie es denn wissen, wenn sie zu Hause damit keine Berührung hatten. Und mit Smartphones zu kommunizieren hat mit Computerarbeit noch lange nichts zu tun.

Aber Lern- und Anwendungssoftware gibt es inzwischen schon für die absoluten Anfänger. Wir müssen auch Medienkompetenz beibringen: Was stelle ich wirklich ins Netz, was lasse ich lieber? Wie baue ich mir ein Passwort, das kompliziert genug ist, um nicht geknackt zu werden, das ich mir persönlich aber merken oder einfach rekonstruieren kann? Und so weiter.

Im Augenblick werden Milliarden für die digitale Ertüchtigung ausgegeben. Ziel ist, Glasfaser in jedes Haus zu bringen.

Glasfaseranschluss in der Schule ist das eine - mit digitalen Medien umgehen zu können das andere. Dazu brauchen wir zunächst eine entsprechende Ausstattung in den Klassenräumen und für jeden einzelnen Schüler. Andere Länder sind uns da bereits weit voraus.

Was, wenn Sie drei Wünsche frei hätten?

Jeder Schüler hat auf dem Tisch vor sich eine Klappe, hinter der sich Bildschirm und Tastatur verbergen. Ebenso der Lehrer, mit dessen Schirm die Schüler vernetzt sind. Ein einfaches Beispiel im Mathematikunterricht: Es ist etwas ganz anderes, wenn der Lehrer den Schülern einen Würfel auf den Bildschirm gibt, den er in alle Richtungen drehen kann. Den erfassen die Kinder gleich und einprägsamer, als wenn man einen Würfel perspektivisch zeichnet oder beschreibt. Oder zur Frage: Gibt es weiße Känguruhs? Ein Klick ins Internet und man weiß Bescheid. Unabhängig davon, dass die Kinder möglichst frühzeitig EDV-Anwendungen lernen sollten und müssen: Bereits in wenig höheren Klassen müsste man heutzutage Powerpoint-Präsentation machen können.

Das kostet Unmengen Geld...

...das man aber aufbringen muss, wenn man die Schüler fit für die digitale Welt machen will. Und zur System- und Hardware-Pflege in allen Schulen wäre es förderlich, wenn zum Beispiel der Landkreis entsprechend sachkundiges Personal anstellen würde. Das wäre mein dritter Wunsch.

Autor
Klaus Kaschka

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Veröffentlicht am:
24. 01. 2019
17:28 Uhr

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Klaus Kaschka

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24. 01. 2019
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