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Kulmbach

Jazz und Groove

Das "Schmölz Sextett" spielt Bepop, Funk und Latin. Seit vielen Jahren erobert es die Jazzwelt in der Region. Namenlos war die Gruppe nur ganz am Anfang.



Am 12. Oktober spielt das "Schmölz Sextett" im "TECnet Zentrum" des Burgkunstadter Kleinkunstvereins "TECnet Obermain" in Burkersdorf. Es jazzen (von rechts oben im Uhrzeigersinn) Peter Robel, Uwe Groß, Hans-Conrad Feiler, Gerd Kleilein, Günter Prokoph und Andreas Förschl. Foto: privat
Am 12. Oktober spielt das "Schmölz Sextett" im "TECnet Zentrum" des Burgkunstadter Kleinkunstvereins "TECnet Obermain" in Burkersdorf. Es jazzen (von rechts oben im Uhrzeigersinn) Peter Robel, Uwe Groß, Hans-Conrad Feiler, Gerd Kleilein, Günter Prokoph und Andreas Förschl. Foto: privat  

Burgkunstadt - Wer hätte das gedacht: Ein verschlafenes Nest mitten in der oberfränkischen Provinz ist zu einem Synonym für feurigen Blues und abwechslungsreichen Jazz geworden. Die Schmölzer Bluestage und das jazzige "Schmölz Sextett" machen es möglich. In dem Küpser Ortsteil schlug vor 26 Jahren zum ersten Mal das Herz eines Blues-Fans höher und vor 16 Jahren schickten sich ein paar Herren an, die Jazzwelt Nordbayerns zu erobern. Letztere spielen am Samstag, den 12. Oktober, ab 20 Uhr bei freiem Eintritt im "TECnet Zentrum" des Burgkunstadter Kleinkunstvereins "TECnet Obermain" in Burkersdorf.

Ein Ortsname, der zum Bandnamen wird - diesen Umstand verdankt die Gruppe Kollege Zufall. "Wir waren noch namenlos hatten aber unseren ersten Auftritt in der Fürther Kleinkunstkneipe ‚Schlößla‘ bereits in der Tasche. Der Veranstalter schrieb unseren Geburtsort, in dem wir damals probten, aufs Plakat", erinnert sich Bassist Gerd Kleilein, der heute in Coburg wohnt.

Die Wurzeln der Gruppe reichen bis ins Kronacher Caspar-Zeuß-Gymnasium zurück. In den 70er Jahren hatte Kleilein dort mit dem Kronacher Gitarristen und Sänger Peter Robel und Schlagzeuger Uwe Groß, den es später nach Bamberg verschlug, gemeinsam musiziert.

Dieses Jahrzehnt ist für den Bassisten der Auslöser, weshalb in Schmölz ein Stück afroamerikanischer Musikgeschichte geschrieben wurde und wird. "Blues und Jazz waren der Soundtrack unserer Jugend. Während sich Uwe Angermüller, nur wenig jünger als ich, zum Festivalorganisator mauserte, schlug ich die Laufbahn eines Musikers ein" erzählt Kleilein.

Er, Robel und Groß, der Coburger Saxophonist Günter Prokoph, der Bamberger Pianist Hans-Conrad Feiler und der Hilpoltsteiner Trompeter und Flügelhornist Andreas Förschl bilden die sechsköpfige Jazzband. Sie hat sich lateinamerikanische Rhythmen, vorrangig Bossa Nova und Salsa, auf ihren Fahnen geschrieben, spielt aber auch Bebop-Stücke und funkige Arrangements. Für den bekannten Jazzredakteur Roland Spiegel vom Bayerischen Rundfunk ist Jazz in seiner stilistischen Vielfalt, wie man ihn auch beim "Schmölz-Sextett" findet, ein "Sound der Koexitenz und des Miteinanders".

Ist der Jazz in einer Zeit, in der nationale Tendenzen zunehmen, relevanter denn je? Kleilein sieht das Ganze differenzierter. Jazz sei per se eine Musikrichtung, die auf der ganzen Welt gespielt werde. In sehr vielen Bands gebe es internationale Besetzungen. Auch in der Gründungsformation des ‚Schmölz-Sextetts‘ habe man, so der Coburger, einen Kubaner als Percussionisten gehabt.

"Jazz ist sicherlich völkerverbindend und überschreitet sämtliche nationale Grenzen", findet der Musiker. Aber ihm eine politische Haltung zu unterstellen, so weit will er nicht gehen. Jazz sei bis auf wenige Ausnahmen eher unpolitisch.

Dem Genre Jazz haftet ein elitärer und verkopfter Ruf an. Kleinlein findet es überhaupt nicht kühn, im "TECnet Zentrum" zu spielen. Schließlich werde dort keine seichte Popmusik gespielt, sondern überwiegend anspruchsvolle Bluesmusik, die zu den Wurzeln des Jazz zähle.

Berührungsängste müsse niemand haben, versichert der Coburger Musiker. Man spiele hörbaren Jazz und keinen Free Jazz. Das stilistische Spektrum sei so breit gefächert, dass sicherlich für jeden etwas dabei sein dürfte. Sein Rat an alle Unentschlossenen: "Warum nicht mal etwas Neues ausprobieren? Jazz lebt von der Live-Darbietung und der Interaktion mit dem Publikum."

Autor

Stephan Stöckel
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Veröffentlicht am:
08. 10. 2019
18:56 Uhr

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Autor

Stephan Stöckel

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Veröffentlicht am:
08. 10. 2019
18:56 Uhr



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