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Kulmbach

Jugendarbeit an den Brennpunkten

In Kulmbach wird es zukünftig Streetwork geben. Damit wollen Stadt und Landkreis besser an die jungen Leute herankommen, die bisher am Rand der Gesellschaft stehen.



Rund um den Kulmbacher Busbahnhof, aber auch an anderen Stellen in der Stadt sind Brennpunkte entstanden, an denen Jugendliche trinken, rauchen und leider auch immer wieder negativ auffallen. Um diese jungen Leute am Rande der Gesellschaft sollen sich in Kulmbach künftig Streetworker kümmern. Foto: Martin Kreklau
Rund um den Kulmbacher Busbahnhof, aber auch an anderen Stellen in der Stadt sind Brennpunkte entstanden, an denen Jugendliche trinken, rauchen und leider auch immer wieder negativ auffallen. Um diese jungen Leute am Rande der Gesellschaft sollen sich in Kulmbach künftig Streetworker kümmern. Foto: Martin Kreklau  

Kulmbach - Die Reaktionen im Stadtrat waren durchwegs begeistert. Bürgermeister Frank Wilzok (CSU) nannte es einen "Riesenschritt für das, was wir seit Jahren diskutiert haben". In der Stadt Kulmbach wird es schon bald "Streetwork" geben. Sozialarbeiter werden junge Leute an Brennpunkten aufsuchen und mit ihnen ins Gespräch kommen. Das Ziel ist klar: Man will versuchen, auch die, die jetzt am Rand der Gesellschaft stehen, ein Stück weiter in die Mitte zu rücken und damit viel Ärger, aber auch gescheiterte Lebenswege möglichst zu vermeiden. Stadt und Landkreis haben sich auf eine gemeinsame Finanzierung dieses seit Langem geforderten Projekts verständigt. Das BRK wird, wie auch schon bei der Obdachlosenunterkunft, der Partner sein, der mit Fachpersonal diese Aufgabe übernimmt.

Die Sozialarbeit auf die Straße zu bringen und damit auch die zu erreichen, die nicht ins Jugendzentrum wollen oder dürfen, ist schon seit vielen Jahren ein immer wieder diskutiertes Anliegen in Kulmbach. Christina Flauder (SPD) merkte dazu an, der Ruf nach Streetworkern sei in der Stadt schon so alt, wie es Streetwork gibt. Aufsuchende Jugendarbeit sei wichtig im gesellschaftlichen Leben der Stadt. "Wir müssen uns auch um diese Jugendlichen kümmern und die Brennpunkte erkennen." Flauder zeigte sich überzeugt: "Das kann ein großer Erfolg werden."

Das sieht auch Bürgermeister Dr. Ralf Hartnack (WGK) so. Es sei wichtig, näher an diese Jugendlichen heranzukommen. So wie man eine gute Lösung für die Betreuung der Obdachlosen gefunden habe, sei auch das ein wichtiger Baustein für ein soziales Kulmbach. Dass die Streetworker ihr Büro ganz in der Nähe des Bahnhofs beziehen, sieht Thomas Nagel darüber hinaus als wichtig an. So seien die Sozialarbeiter ganz in der Nähe der angesprochenen Brennpunkte rund um den Busbahnhof.

Das JUZ, berichtete Oberbürgermeistern Henry Schramm, sei inzwischen umgezogen. Die neuen Verträge über den Betrieb der Einrichtung mit dem Landkreis verhandelt. Seit 1976 bereits gibt es die partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Stadt, Kreis und dem Kreisjugendring in Sachen JUZ. Einmalig wird der Landkreis 19 250 Euro für die Instandsetzung der neuen Räume im Bahnhof beisteuern, 40 000 Euro kommen aus der Kreiskasse für Ausstattung und Inventar hinzu. Über die Besetzung der derzeit vakanten zweiten Stelle für das JUZ werden sich alle drei Partner einigen. Für die Stadt Kulmbach sei es wichtig, die Öffnungszeiten zu verbessern. Bislang sei das JUZ an drei Tagen in der Woche geschlossen. Angestrebt werden sollen fünf Öffnungstage. Dabei besteht vor allem der Wunsch, dass das JUZ künftig auch an Sonntagen offen ist.

Für den laufenden Betrieb werden sich Stadt und Landkreis künftig alle anfallenden Kosten je zur Hälfte teilen. Fast 300 000 Euro fallen jährlich für den Betrieb des Jugendzentrums an.

Für die aufsuchende Jugendarbeit, die nun neu hinzukommt, soll ebenfalls eine Zweckvereinbarung zwischen Stadt und Landkreis geschlossen werden. "Zwischen Landkreis und Stadt ist es zu einer guten Lösung gekommen", machte OB Schramm deutlich.

Ausführender Träger soll der Kreisverband des BRK sein. Nachdem sich der Kreisjugendring eine räumliche Trennung von Jugendzentrum und Streetwork gewünscht hatte, werden die Streetworker ihre Büros im BRK-Gebäude beziehen. Eine Vollzeitstelle halten die Verantwortlichen für nötig. Das BRK wird sie mit zwei Teilzeitkräften besetzen, damit auch die Vertretung sichergestellt ist. Ideal fänden es die Planer, wenn jeweils ein Mann und eine Frau gefunden würde. An den Personalkosten wird sich der Landkreis mit der Hälfte beteiligen. Die Stadt zahlt die andere Hälfte und den nötigen Sachaufwand. Für das Streetwork-Projekt rechnet die Stadt Kulmbach mit Kosten von rund 46 000 Euro jährlich. Zusammengefasst wird die Stadt für die offene und die mobile Jugendarbeit künftig knapp 200 000 Euro pro Jahr ausgeben.

Einstimmig sprach sich der Stadtrat dafür aus, die entsprechenden Verträge abzuschließen. In seinem Beschluss brachte das Gremium aber auch zum Ausdruck, dass es sich, wie es der Verwaltungsausschuss empfohlen hatte, zusätzliche Öffnungszeiten von mindestens fünf Tagen für das Jugendzentrum wünscht und dabei vor allem den Blick auch auf die Wochenenden richtet. Der Stadtrat äußerte zudem den Wunsch, nochmals zu prüfen, ob das Büro der Streetworker nicht doch im neuen Jugendzentrum im Kulmbacher Bahnhof angesiedelt werden kann. "Der Stadtrat verspricht sich davon eine engere Vernetzung und einen unmittelbaren Austausch in der sozialpädagogischen Jugendarbeit", heißt es im einstimmig verabschiedeten Beschluss. Die Verwaltung wurde vom Stadtrat beauftragt, diese Maßgaben abzustimmen und nach Möglichkeit noch in den neuen Vertrag mit aufzunehmen.

Autor

Melitta Burger
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Veröffentlicht am:
07. 06. 2019
17:54 Uhr

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07. 06. 2019
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