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Kulmbach

Kampf gegen Schneemassen immer härter

Die Katastrophenhelfer des Kulmbacher THW sind schon drei Tage im Dauereinsatz im Berchtesgadener Land. Frische Kräfte sollen kommen, um die Dächer von der Last zu befreien.



Meterhoch liegen die Schneemassen auf den Dächern. Die Helfer des THW Kulmbach packen im Katastrophengebiet im Berchtesgadener Land mit an. Fotos: Technisches Hilfswerk
Meterhoch liegen die Schneemassen auf den Dächern. Die Helfer des THW Kulmbach packen im Katastrophengebiet im Berchtesgadener Land mit an. Fotos: Technisches Hilfswerk   » zu den Bildern

Kulmbach/Berchtesgaden - Dass die Aufgabe alles andere als einfach wird, war den neun Mitgliedern des THW-Ortsverbandes Kulmbach schnell klar. Das Örtchen Weißbach ist normalerweise für Aktivurlauber ein beliebtes Reiseziel. Vom Jochberg bieten sich schöne Ausblicke auf das Berchtesgadener Land. Doch es kommt dem Technischen Hilfswerk derzeit wahrlich nicht in den Sinn, die Landschaft zu genießen. Einsatzleiter Matthias Goletz und seine Kulmbacher Kollegen müssen sich plagen und mit reiner Muskelkraft den schweren Schnee von den Dächern schaufeln. Sie liefern sich einen erbitterten Wettkampf gegen die Zeit. Mittlerweile sind aus Kulmbach auch Helfer von der Bergwacht und der DLRG in Oberbayern angekommen.

"Unsere Helfer sind einem großen Stress ausgesetzt", sagt Ronny Baumüller vom THW Kulmbach im Gespräch mit der Frankenpost. Er verfolgt die Situation von Kulmbach aus und hält engen Kontakt mit den Einsatzkräften im Süden. "Die Wetterlage spitzt sich dramatisch zu. Die Vorhersagen haben weiteren Neuschnee angekündigt." Zuvor hatte Regen die Schneeberge noch schwerer gemacht.

Das heißt für die Freiwilligen: Ein Ende des Einsatzes ist noch immer nicht absehbar.

Aus der anfänglichen Winteridylle im Berchtesgadener Land ist nach den heftigen Schneefällen ein Katastrophengebiet geworden. Tausende Helfer sind mittlerweile im Einsatz. Die Freiwilligen vom THW Kulmbach sind am Samstag dort angekommen.

Seitdem haben sie meterhohe Schneewände auf großen Dachflächen Stück für Stück abgetragen. Eine Last von fast 500 Kilogramm pro Quadratmeter musste das Dach einer Alm aushalten. Damit es nicht unter dem Gewicht einstürzte, haben die Helfer mit Schaufeln und Sägen den Schnee entfernt und mit Hilfe sogenannter Schneehexen vom Dach geschoben.

Die Arbeit sei extrem kräftezehrend, sagt Ronny Baumüller. "Es ist ein Knochenjob." Die neun Helfer haben viel geleistet und die Dächer von Almen und Bauernhöfen von der Schneelast befreit. Am Dienstag sollen sie nun abgelöst werden. Der Kulmbacher THW-Ortsverband schickt frische Kräfte nach Oberbayern. Darunter ist auch ein Baufachberater, der begutachten soll, wie hoch die Belastung der Dächer durch den schweren Schnee ist.

Mit zunehmender Einsatzdauer ist es für die Kulmbacher Helfer schwieriger geworden, erklärt Ronny Baumüller. Ihre Kleidung sei mittlerweile schon ziemlich durchnässt. "Es ist schwierig, sie über Nacht komplett trocken zu bringen." Die Nacht verbringen die Kulmbacher in einer Turnhalle.

Im Vergleich zu anderen Einsätzen werde von den THW-Kameraden diesmal besonders viel abverlangt und es können gefährliche Situationen entstehen. Damit die Helfer auf den Dächern so sicher wie möglich sind, hängen sie an Seilen und Auffanggurten, die an Kränen und Radladern befestigt sind. Unfallverhütung stehe an erster Stelle.

Die Kulmbacher haben neben neun Mitgliedern einen Mannschaftstransportwagen und einen Gerätekraftwagen im Einsatz. Kleinere Reparaturen an den Geräten können aus eigener Kraft geleistet werden. Das ist hin und wieder nötig, denn die Schaufeln und Schneehexen sind für solch hohe Lasten eigentlich nicht ausgelegt.

Die Zusammenarbeit mit den anderen Kräften klappe hervorragend, sagt Ronny Baumüller. Sein Dank gilt den Arbeitgebern und den Familien der Helfer. Dass sie den Einsatz ermöglichen, sei nicht selbstverständlich.

Die Freiwilligen stoßen an ihre Belastungsgrenzen. Dennoch sind sie gerne dabei. Mit mehr als 60 einsatzbereiten Helfern ist der Kulmbacher THW-Ortsverband einer der größten der Region. Damit ist er in der Lage, ein starkes Kontingent für Katastrophengebiete zur Verfügung zu stellen. Und trotzdem sei die Einsatzbereitschaft in Kulmbach gleichzeitig immer gewährleistet.

Während in den Alpen die Schneemassen große Probleme verursachen, könnte es in Oberfranken vorübergehend Hochwasser geben. Am Weißen Main bei Ködnitz ist am Montag Meldestufe zwei überschritten worden. Das heißt, einzelne Flächen sind überflutet. Die Untere Steinach hat bei Untersteinach Stufe eins erreicht. Sollte das THW gerufen werden müssen, stünden trotz des Katastropheneinsatzes im Berchtesgadener Land genügend Helfer bereit, versichert Ronny Baumüller. Ein weiterer Anstieg der Pegel ist aber nicht zu erwarten, sagt der Hochwassernachrichtendienst Bayern.

Ob sich in Oberbayern die Lage entspannt, werden die kommenden Tage zeigen. "Die Anwohner sind sehr dankbar und freuen sich über unsere Hilfe", stellt Baumüller fest. Die Einheimischen versorgen die Kulmbacher unter anderem mit Getränken.

Neben dem THW ist die Bergwacht Kulmbach-Obermain in den Katastrophengebieten im Einsatz. Sieben Helfer kämpfen in Bad Tölz gegen die Schneemassen, teilt die Kulmbacher Bereitschaft mit. Zusammen mit Kameraden aus Pottenstein, Forchheim und Erlangen haben sie sich am Sonntag auf den Weg in die Alpen gemacht.

Außerdem erhalten die Kräfte im Süden weitere oberfränkische Unterstützung vom zweiten Wasserrettungszug. Unter den Freiwilligen sind Mitglieder der DLRG aus Kulmbach und aus Wirsberg.

Unsere Helfer sind

einem großen

Stress ausgesetzt.


zitat

 

Ronny Baumüller,

 

THW Kulmbach

 

 

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Stefan Linß
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Veröffentlicht am:
14. 01. 2019
17:48 Uhr

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Stefan Linß

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