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Kulmbach

Kommt der "Schrammpus Kulmbach"?

Das Hegnabrunner "Moggerla Treib‘n" hat das Trebgaster Böckschießen erfolgreich abgelöst. Die Akteure ziehen die lokale Politprominenz kräftig durch den Kakao.



Es war eine gelungene Premiere des "Moggerla-Treiben" mit den Protagonisten (von links) Jürgen Peter, Nicolas Peter, Werner Reißaus, Jürgen Friedrich, Kilian Pistor, Florian Steiert, Klaus Albrecht und Alexander Dippold.
Es war eine gelungene Premiere des "Moggerla-Treiben" mit den Protagonisten (von links) Jürgen Peter, Nicolas Peter, Werner Reißaus, Jürgen Friedrich, Kilian Pistor, Florian Steiert, Klaus Albrecht und Alexander Dippold.   » zu den Bildern

Hegnabrunn - Das "Moggerla Treib’n", das am Samstag erstmals in der Festscheune am Kuhmannshof in Hegnabrunn veranstaltet wurde, hat seine Feuertaufe bravourös bestanden. Dazu trugen nicht nur die Protagonisten des Abends, Jürgen Peter, Nicolas Peter und Werner Reißaus sondern auch die lustige Musik-Combo mit Alexander Dippold (Trompete), Klaus Albrecht ("Quetschen"), Florian Steiert (Bariton), Kilian Pistor (Gitarre) und Jürgen Friedrich (Klarinette) bei. Da passten auch die lustigen "G’stanzln" der beiden Sänger Nicolas Peter und Kilian Pistor wie die Faust aufs Auge. Und was ebenso wichtig war und zur gelungenen Veranstaltung beitrug: Der neu gegründete Brauchtums- und Dorfkulturverein "Hegnabrunner Moggerla" erwies sich mit seinen "Moggelastreibern" zusammen mit Hofbesitzer Charly Kuhmann als glänzender Gastgeber.

Der Bieranstich oblag Bürgermeister Siegfried Decker. Mit seiner Begrüßung in der proppenvollen Festscheune hielt er sich betont kurz: "Wer viel lacht, der lebt lang und wer lang lebt, hat nichts zu lachen. Und es ist besser, Genossenes zu bereuen, als vielleicht am Abend heim zugehen und zu bereuen, nichts genossen zu haben."

Und dann ging es schon Schlag auf Schlag. Mit dem Typen aus dem britischen Parlament, John Bercow, der für Ordnung sorgte, eröffnete Nicolas Peter das knapp dreistündige Programm zum "Moggelas Treib’n": "Ooooorder! Odderr! Oooooddeeeeerrr! Leider ist er ja nicht mehr da! Das wiederum liegt nicht am Brexit, sondern daran, dass seine Amtszeit zu Ende ist." Und jetzt geht es mal zumindest bis Januar weiter, bis die "Linksfahrer" nach den Worten von Nicolas Peter endlich aus der EU draußen sind: "Und mit endlich mein ich endlich! Soll ich euch sagen, wie lang wir dieses Brexit-Geschiss jetzt schon mitmachen? Als der erste Austrittsantrag der Briten bei der EU eingegangen ist, lag die SPD in Umfragen noch bei 32 Prozent." Mittlerweile wäre es günstiger, alle anderen Mitgliedsstaaten treten einfach aus der EU aus. Das wäre dann ein sogenannter EUxit, wie Peter feststellte. Und die Menschen können "Brexit" einfach nicht mehr hören: "Geht es ihnen genauso? Dann leiden sie wohl auch unter einem Großbritinnitus. Ich glaube langsam, das Britische Parlament hat dasselbe Management wie der Berliner Flughafen."

Mit einem kräftigen Begrüßungsschluck hieß Jürgen Peter die Gäste im neuen Ambiente von Charlys Festscheune am Kuhmannshof willkommen. Peter beschäftigte sich zunächst mit dem Klimawandel, der seiner Meinung in aller Munde ist und mutmaßte: "Kevin Kühnert fordert bestimmt demnächst die Verstaatlichung vom Deutschen Wetterdienst." Der einzige, der davon überhaupt noch nichts spitz bekommen hat, ist Donald Trump: "Ich glaube, der Trump der lässt nachts am Kühlschrank das Eisfach offen, um die Erderwärmung aufzuhalten." Und Ronald Pofalla, der bekanntlich für die Pünktlichkeit von Zügen zuständig ist, wirbt jetzt damit, dass mit Hilfe der Windräder seine ICEs mittlerweile mit 100 Prozent erneuerbarer Energie fahren. Bloß bei Flaute, da kommt dann der sächsische Zugbegleiter ins Spiel: "Verehrte Fahrgäste, leider können wir unsere Fahrt nicht fortsetzen, wir warten auf Wind."

Die Windräder hielt Jürgen Peter für eine einzige permanente Todesfalle, auch für die Psyche der Menschen: "Ja Freunde, woran soll es denn sonst liegen, dass die Wahnideen auf der ganzen Welt immer mehr werden? Brexit, Trump, AfD, Facebook, Thermomix, Wutbürger oder Florian Silbereisen als Traumschiff-Kapitän. So was passiert doch noch nicht von alleine! Diese Windräder unterbrechen permanent unsere Gedankenströme und deshalb können wir nur noch bei Windstille klare Gedanken fassen. Wenn allerdings geistige Windstille herrscht, dann wird die meistens kompensiert durch operative Hektik."

Fast 15 Millionen Kilometer sind die deutschen Politiker in dem Jahr geflogen. Es war eine kleine klimafreundliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr um gerade mal läppische 23 Prozent, wie Jürgen Peter feststellte, wobei die Grünen am häufigsten unterwegs waren: "Aber wenigsten empfinden sie dabei Flugscham. Heißt so viel wie, sie schämen sich dafür, dass sie fliegen und als Ausgleich spenden sie zum Beispiel bei der Klimaschutzorganisation Atmosfair. 9,5 Millionen Euro hat die Flugscham im letzten Jahr insgesamt eingebracht. Das war dem Klima aber wurscht, denn das Klima ist nicht käuflich. Erst recht nicht mit Spendengeld, das man seinerseits wiederum von der Steuer absetzen kann."

Die SPD wäre für den Parteivorsitz an Kandidierenden bald ersoffen, wie Peter feststellte: "Wer da alles Chef werden wollte, obwohl es sich um ein befristetes Arbeitsverhältnis handelt, das bei der SPD traditionell weniger als zwölf Monate lang dauert. Allein die Angela Merkel hat in ihrer Amtszeit sieben Vorsitzende verschlissen: Sieben auf einen Streich!". Aber auch die CSU bekam ihr Fett weg, denn nach dem Willen von Markus Söder soll die CSU die erste komplett digitale Partei Deutschlands werden: "Alle Menschen sollen Spaß dabei haben und der CSU-Fan-Shop - sowas gibt’s nicht nur bei Bayern München - bietet jetzt schon das Lachen vom Horst Seehofer als Klingelton zum Herunterladen an."

Nicolas Peter setzte sich mit dem Uni-Campus in Kulmbach auseinander und hatte erfahren, dass sich der OB ("Also Sir Henry") wünscht, den Campus in "Ruckdeschel-Campus" zu benennen: "Henry-Schramm-Campus wäre auch zu offensichtlich gewesen. Vielleicht wäre einfach Schrammpus Kulmbach eine Möglichkeit gewesen."

Werner Reißaus brachte die Besucher als "echter Franke" zum Lachen. So auch mit seiner Erzählung vom Spatenstich zum neuen Sparkassenzentrum und dem Norma-Einkaufsmarkt in Wirsberg, "den Bürgermeister Hermann Anselstetter noch vor Weihnachten wenn es sein muss ganz allein, also ohne Norma, Sparkasse und Presse vornehmen will". Und der Franke wusste, dass die Worte "Kurz und Grußwort" beim Landrat einfach nicht zusammenpassen.

Schließlich kam es noch zu einem interessanten Gespräch mit Landrat Klaus Peter Söllner (Nicolas Peter), der auf die Frage vom Reporter (Werner Reißaus), warum er Landrat bleiben will, klar antwortete: "So ein Schmarrn! Zum Landrat muss man geboren sein. Wer nicht geboren ist, kann auch kein Landrat werden. Und ich bin quasi als Landrat auf die Welt gekommen, ich habe vorher nur den falschen Beruf erlernt und da kann ich auch ein Stück weit stolz darauf sein."

Der Landrat wurde auch nach dem Ausgang der Bürgermeisterwahl in Neuenmarkt gefragt: "Ja gut, Decker kann nicht mehr, Patricia Lerner will dagegen nicht mehr, Sandra Schmidt hat zurückgezogen und so wird es zwischen Wunderlich und Schirmer nur einen Sieger geben und da kann Neuenmarkt stolz darauf sein, alles andere wäre sehr verwunderlich." Den Spatenstich zum Bau der Stadtsteinacher Ortsumgehung bezeichnete der Landrat als früherer Tennissportler als "Grand Slam" in seiner langen Karriere als Kommunalpolitiker: "Und da denke ich, kann Stadtsteinach auch ein Stück weit stolz darauf sein. Ganz uneigennützig war das natürlich nicht, schließlich geht an meinem Schlafzimmer der Verkehr vorbei."

Autor

Karin Reißaus
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
11. 11. 2019
17:30 Uhr

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Karin Reißaus

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Veröffentlicht am:
11. 11. 2019
17:30 Uhr



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