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Kulmbach

Mainleus investiert wie noch nie

Der Marktgemeinderat verabschiedet den dicksten Haushalt seiner Geschichte mit einem Volumen von rund 40,7 Millionen Euro. Doch alle Bürger sind damit nicht zufrieden.



Zwölf Wohnungen entstehen in dem neuen Mehrfamilienhaus im Hans-Grimm-Weg, das der Markt Mainleus bauen lässt.
Zwölf Wohnungen entstehen in dem neuen Mehrfamilienhaus im Hans-Grimm-Weg, das der Markt Mainleus bauen lässt.   » zu den Bildern

Mainleus - Die Mainleuser investieren in den Brandschutz und in Kitas, in die Abwasserentsorgung und in das schnelle Internet. Außerdem wird das Schulgebäude generalsaniert und es entstehen neue Wohngebäude. Der Marktgemeinderat hat viel vor und verabschiedete deshalb einen Rekordhaushalt.

Der Mainleuser Haushalt

Der Mainleuser Verwaltungshaushalt liegt mit gut 14,9 Millionen Euro auf einem ähnlichen Niveau wie im Vorjahr. Hingegen habe sich der Vermögenshaushalt in den vergangenen zwei Jahren mit rund 25,8 Millionen Euro verdoppelt, erklärte Kämmerer Sebastian Kolb. Das Rekordvolumen von insgesamt 40,7 Millionen Euro errechnet sich hauptsächlich aus den hohen Investitionen. Mehr als 90 Prozent des Vermögenshaushalts sind Bauprojekte und Baunebenkosten. sli

 

Sebastian Kolb ist nach eigener Aussage selbst ein bisschen erschrocken, als am Ende des Zahlenwerks unter dem Strich mehr als 40 Millionen Euro standen. "Vielleicht kriegt auch mancher Bürger einen Schreck", sagte der Mainleuser Kämmerer. Immerhin steigen auf dem Papier die Schulden der Marktgemeinde zunächst von derzeit gut 1,8 Millionen Euro bis zum Jahr 2022 auf mehr als 24 Millionen.

 

 

Große Vermögenswerte: Diese Summe, die im neuen Haushaltsplan vorgesehen ist, schaffe jedoch große Vermögenswerte, die dank hoher Förderquoten bei 54 Millionen Euro liegen werden. Wichtig sei, dass es mit Mainleus vorwärts geht. Davon sind Bürgermeister Robert Bosch (CSU) und der Marktgemeinderat überzeugt.

Bei einer Gegenstimme nahmen die Räte in der jüngsten Sitzung den Haushalt 2019 mit seinem umfassenden Investitionsprogramm für die kommenden Jahre an. Nur Michael Marx von der SPD-Fraktion votierte mit Nein. "Es sind viele gute Projekte drin. Aber wir sollten aufpassen, dass wir nicht zu viel Geld ausgeben", sagte er.

Die CSU-Fraktion steht geschlossen hinter dem neuen Etat. Sprecher Siegfried Escher sagte: "Wir haben viele Bürger, die gerne hier wohnen. Denen müssen wir was bieten." Dem schloss sich Günther Stenglein von den Freien Wählern an: "Wir freuen uns auf die spannenden Aufgaben, um uns zukunftsfähig zu entwickeln." Erich Schiffelholz von der Alternativen Bürgerliste sprach von beeindruckenden Zahlen: "Ich denke, wir schaffen das und es muss uns nicht bange werden."

 

Brandschutz an erster Stelle: Bürgermeister Robert Bosch nannte in seiner Haushaltsrede den Brandschutz an erster Stelle. Denn auch in diesem Bereich machen sich die hohen Investitionen bemerkbar. "Allein für die Ortschaft Schimmendorf sind Mittel von über 200 000 Euro reserviert", sagte er. Das Feuerwehrhaus wird erweitert und umgebaut. Außerdem erhalten die Wehrleute ebenso wie die Kameraden in Danndorf nun ein Fahrzeug.

Mit dem Auto kann sich die Schimmendorfer Feuerwehr allerdings nicht so recht anfreunden. Die Freiwilligen wollten erreichen, dass der Markt nachbessert und das erhoffte Fahrzeug mit Vierradantrieb anschafft. Allerdings lag das günstigste Angebot für ein Tragkraftspritzenfahrzeug mit Wassertank bereits über dem Haushaltsansatz. Die Option mit Allradantrieb würde zusätzliche 26 000 Euro kosten. Ein größeres Fahrzeug mit Lkw-Fahrgestell habe zudem höhere Unterhaltskosten zur Folge.

 

Kleineres Fahrgestell: Mit zwölf zu sieben Stimmen entschied sich der Gemeinderat deshalb dafür, dem wirtschaftlichsten Angebot den Zuschlag zu geben und das Feuerwehrauto ohne Allradantrieb und mit kleinerem Fahrgestell für knapp 130 000 Euro zu kaufen. Die Wehrleute, die als Zuschauer im Rathaus dabei waren, verließen danach mit einigem Murren den Sitzungssaal.

Große Einigkeit herrschte hingegen bei der Generalsanierung des Schulhauses. Demnächst wird die Verwaltung die Planungsleistungen vergeben und damit das Projekt starten. Einstimmig fiel auch der Beschluss, dass die Grund- und Mittelschule an das Glasfasernetz angeschlossen wird. Für den Breitbandausbau gibt es eine Förderung von 90 Prozent.

 

Schule ein Standortfaktor: Die Schule macht mit ihrem "9 plus 2"-Angebot die Mittlere Reife in Mainleus möglich und sei einer der wichtigsten Standortfaktoren für die Wohngemeinde, sagte Bürgermeister Bosch. Die Sanierung der Gebäude soll nun Fahrt aufnehmen. Zwei Millionen Euro sind deshalb in den Haushalt eingestellt worden.

Die Gemeinde baut zudem die Kinderbetreuung weiter aus. 15 weitere Hortplätze über dem Rathaus sowie ein neuer Kindergarten für 25 Kinder und zwölf Krippenkinder sollen entstehen. 25 zusätzliche Plätze biete der neue Hort der evangelischen Kirche. Für die drei Kindergärten übernimmt die Gemeinde im Haushaltsjahr 2019 insgesamt 740 000 Euro an Personal- und Sachaufwandskosten. Das seien zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Für die Ganztagsbetreuung an der Schule zahlt die Marktgemeinde 150 000 Euro.

Breitband in den Ortsteilen: Mainleus soll ein starker Wohnstandort bleiben. Um attraktiv zu sein, gehöre auch schnelles Internet dazu. Der Breitbandausbau in den Ortsteilen besitze mit 400 000 Euro wieder einen wichtigen Stellenwert im Haushalt, erklärte Bosch.

Außerdem lässt der Markt Mainleus derzeit 36 Mietwohnungen bauen. In der historischen Spinnstube entstehen 24 Wohneinheiten, im Neubau im Hans-Grimm-Weg sind zwölf geplant. Das Gesamtvolumen der Investition, die sich auf mehrere Jahre verteilt, liegt bei zwölf Millionen Euro. "Mit dem Wohnungsbau, der staatlich gefördert wird, vergrößern wir unser Immobilienvermögen mit nagelneuen und sanierten Wohnungen", sagte der Bürgermeister.

 

Radweg und Abwasser: Weitere Mittel sind für den Zentbachtalradweg reserviert. Ziel ist es, im Alltag den Umstieg auf das Verkehrsmittel Fahrrad zu erleichtern.

Traditionell plant der Markt mehrere Millionen Euro ein, um die Wasserversorgung und Abwasserentsorgung sanieren zu lassen. Außerdem sollen auf dem Spinnereigelände in diesem Jahr die ersten Gebäude abgerissen werden, damit der Umbau zu einem Zentrum für Kultur, Freizeit und Wohnen beginnen kann.

Mehr Einkommensteuer: "Wir können stolz sein auf die fleißigen Steuerzahler", erklärte Bosch. Denn die Einkommensteuer bilde zusammen mit der Gewerbesteuer den Grundstock der gemeindlichen Einnahmen. Die Beteiligung an der Einkommensteuer steigt von 3,25 Millionen Euro im Vorjahr auf aktuell 3,36 Millionen Euro, bestätigte Kämmerer Sebastian Kolb.

Hingegen sinken die Gewerbesteuereinnahmen von 2,65 auf nunmehr 2,02 Millionen Euro. Bei der Umlagekraft liegt die Gemeinde im Vergleich zu den anderen Kommunen im Landkreis mittlerweile auf Platz fünf und hat damit fünf Ränge nach oben gut gemacht.

Autor

Stefan Linß
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Veröffentlicht am:
21. 05. 2019
18:04 Uhr

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Stefan Linß

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21. 05. 2019
18:04 Uhr



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