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Kulmbach

Millionenschwere Abrissarbeiten

Ende Dezember diesen Jahres wird vom einstigen Kaufplatz in Kulmbach nichts mehr zu sehen sein. 25 000 Tonnen Schutt müssen getrennt, sortiert und abgefahren werden.



Machten sich ein Bild vom Fortgang der Abrissarbeiten auf dem ehemaligen Kulmbacher Kaufplatz-Gelände (von links): Christian Schubert von der Firma Ebersbach, Klaus-Hermann Hofmann von Hofmann & Heimbucher GeoConsult Nordbayern, Oberbürgermeister Ingo Lehmann und Sven Scherbel von der Hochbauabteilung der Stadt Kulmbach.	Foto: Gabriele Fölsche
Machten sich ein Bild vom Fortgang der Abrissarbeiten auf dem ehemaligen Kulmbacher Kaufplatz-Gelände (von links): Christian Schubert von der Firma Ebersbach, Klaus-Hermann Hofmann von Hofmann & Heimbucher GeoConsult Nordbayern, Oberbürgermeister Ingo Lehmann und Sven Scherbel von der Hochbauabteilung der Stadt Kulmbach. Foto: Gabriele Fölsche  

Kulmbach - Mit schwerem Gerät rücken in der Kulmbacher Innenstadt Fachleute dem ehemaligen Kaufplatz-Gebäude zu Leibe. Es sind Arbeiten, die kaum zu übersehen und zu überhören sind: Ein Langfrontbagger entfernt große Stücke des ehemaligen Parkhauses. Es staubt. Deshalb wird durchgängig Wasser aufgebracht. Stück für Stück verabschiedet sich ein Stück Geschichte des ehemaligen Kaufhauses Bilka mit Bistro im Obergeschoss, das später zu Kulmbachs erstem Einkaufszentrum, dem Kaufplatz, wurde.

Oberbürgermeister Ingo Lehmann hatte am gestrigen Donnerstagmittag zur Pressekonferenz vor Ort geladen, um über den Stand der Abbrucharbeiten zu informieren. Er erinnerte an den Erwerb des einstigen Warenhauses durch die Stadt. Das Gebäude war bereits dem Verfall preisgegeben; man wollte vermeiden, dass es noch weiter zum Schandfleck wurde.

In den letzten vier Jahren war das dazugehörige Parkhaus noch in Betrieb, bis die Sanierung des EKU-Platzes und der darunter befindlichen Tiefgarage abgeschlossen war. Graffiti-Maler gaben ihre Kunst an den Außenmauern zum Besten. Ingo Lehmann sagte, dass sich die Abrisskosten auf 7 282 100 Euro summieren. "Die Regierung von Oberfranken fördert das Projekt mit 6 553 800 Euro", erläuterte das Stadtoberhaupt. Im Februar 2017 hatte der Kulmbacher Stadtrat auch den Erwerb des angrenzenden Grundstücks mit Nebengebäude, in dem sich noch das Lottogeschäft und eine Wohnung befanden, beschlossen.

Im Januar diesen Jahres wurde nun mit der Entkernung und der Schadstoffberäumung durch die Firma ISIK begonnen. Die Arbeiten wurden nach öffentlicher Ausschreibung durch die Hochbauabteilung der Stadt in Zusammenarbeit mit dem geowissenschaftlichen Büro GeoConsult Nordbayern vergeben. Ebenso wie der Abbruch des Gebäudes bis Unterkante Bodenplatte, die das Unternehmen Erd- und Tiefbau GmbH Ebersbach ausführt. "Ziel war und ist es, das gesamte Gebäude komplett von Einbauten zu befreien und die ausgebauten Materialien dem Recycling oder einer ordnungsmäßigen Entsorgung zuzuführen", sagte der Oberbürgermeister.

Nunmehr sind seit 20. Juli die Abrissbagger zugange. "Der Zeitplan für den Abbruch sowie die Entsorgung des Kaufplatzskeletts erstreckt sich zum aktuellen Zeitpunkt bis Dezember 2020", sagte Lehmann. Der auch betonte, dass sich die Stadt derzeit in der Phase der Ideenfindung befinde, was die künftige Gestaltung und Nutzung des Geländes angeht. "In einer Umfrage von Seiten der Stadt Kulmbach wurde eine Bürgerbeteiligung ins Leben gerufen",sagte Lehmann.

Sven Scherbel von der Hochbauabteilung der Stadt erläuterte, dass die Entsorgung des Abbruchmaterials recht schwierig sei: "Es befinden sich verschiedene Schadstoffe im Abraum. Stahl oder Blech muss getrennt und sortiert werden, dabei geht das Recyceln vor der Verwertung", erklärte Scherbel. Er wies darauf hin, dass damals auch sogenannte Sandwich-Platten verbaut wurden, die im Kern eine Isolierung haben, die entfernt werden muss. Klaus-Hermann Hofmann von Hofmann & Heimbucher GeoConsult Nordbayern fügte hinzu, dass derzeit Material gebrochen werde, das analytisch in Ordnung sei und als Betonplatten oder für den Straßenbau wiederverwertet werden kann. Am Ende der Abrissarbeiten müssen 25 000 Tonnen Schutt sortiert und abtransportiert sein.

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Gabriele Fölsche
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Veröffentlicht am:
30. 07. 2020
17:34 Uhr

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Gabriele Fölsche

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Veröffentlicht am:
30. 07. 2020
17:34 Uhr



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