Lade Login-Box.
Topthemen: Bilder vom Wochenende30 Jahre GrenzöffnungBlitzerwarnerVER Selb

Kulmbach

Ministerin will den Umbau des Waldes

Michaela Kaniber startet in Kulmbach das Projekt "Initiative Zukunftswald". Es geht darum, neue Baumsorten zu finden. Das allein werde aber nicht ausreichen.



Kulmbachs Stadtförsterin Carmen Hombach (hinten links) hatte die Idee, das Arboretum anzulegen. Unterstützt wird sie vom Leiter des Forstamts Kulmbach-Kronach, Dr. Michael Schmidt (links daneben). Die ersten Bäumchen pflanzten (von links) Landrat Klaus Peter Söllner, Landtagsabgeordneter Martin Schöffel, Amely Löffler mit Ministerin Michaela Kaniber, Landtagsabgeordneten Rainer Ludwig und Kulmbachs Bürgermeister Dr. Ralf Hartnack.
Kulmbachs Stadtförsterin Carmen Hombach (hinten links) hatte die Idee, das Arboretum anzulegen. Unterstützt wird sie vom Leiter des Forstamts Kulmbach-Kronach, Dr. Michael Schmidt (links daneben). Die ersten Bäumchen pflanzten (von links) Landrat Klaus Peter Söllner, Landtagsabgeordneter Martin Schöffel, Amely Löffler mit Ministerin Michaela Kaniber, Landtagsabgeordneten Rainer Ludwig und Kulmbachs Bürgermeister Dr. Ralf Hartnack.  

Kulmbach/Kronach - Atlas und Libanon-Zeder sowie die Esskastanie sollen künftig dem wärmeren Klima und dem Borkenkäfer in der Region trotzen. Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber pflanzte deshalb mit Vertretern aus den Landkreisen Kulmbach und Kronach die ersten Bäumchen im so genannten "Arboretum". Dieser umzäunte Versuchspflanzgarten am Kulmbacher Trimm-Dich-Pfad enthält verschiedene Baumarten, die für Oberfranken künftig von besonderer Bedeutung sein könnten.

"Die Situation in Bayerns Wäldern ist so ernst wie nie", sagte Kaniber am Pavillon bei Oberpurbach. Die vielen Fichtenwälder müssten nicht nur mit dem Borkenkäfer, sondern auch mit bisher ungekannter Trockenheit fertigwerden. Die Lage sei sehr besorgniserregend. "Der Waldumbau hat deshalb höchste Priorität." Die Ministerin nannte es eine wichtige Aufgabe für die Forstverwaltung, die Wälder gemeinsam mit privaten und körperschaftlichen Waldbesitzern zukunftsfähig zu machen. "Dazu gehört es, Holz zu ernten, die richtigen Bäume zu pflanzen, sie durch Pflege zu sichern und auf angepasste Schalenwildbestände zu achten", sagte Kaniber und wies auf die vielfältigen Funktionen des Waldes hin, der für die Waldbesitzer nicht nur eine Herzensangelegenheit sei, sondern auch als wichtigster Klimaschützer eine Schlüsselrolle in Sachen Ökologie besitze.

Das Juwel Wald gelte es auf Dauer zu erhalten. "Bayern hat die Mammutaufgabe zu lösen, bis zum Jahre 2030 rund 200 000 Hektar labile Nadelholzwälder in klimastabile Mischwälder umzubauen", sagte Kaniber. Deshalb habe sie sich dafür eingesetzt, dass Bayern vom Bund zusätzliche Bundesmittel erhält. Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner hatte jüngst angekündigt, dass in den kommenden vier Jahren insgesamt fast 550 Millionen Euro vor allem für die Schadensbeseitigung und die Wiederbewaldung zur Verfügung stehen werden. "Davon werden voraussichtlich mehr als 100 Millionen Euro nach Bayern fließen", sagte die Ministerin. Ihre Mitarbeiter würden parallel an einer Planung arbeiten, die höhere Fördersätze für Waldbesitzer vorsieht.

Michaela Kaniber weiß aber auch, dass die Wälder in Bayern nicht gleich hilfsbedürftig sind. Daher werde sich die "Initiative Zukunftswald" besonderen Brennpunkten widmen. Dazu gehört der Frankenwald. "Es ist wichtig, auf regionaler Ebene Erfahrungen zu sammeln. Zum Beispiel zu wissen, wie die verschiedenen Arten wachsen und wie sie mit den sich ändernden Klimabedingungen zurechtkommen." Das Arboretum soll mit seinen Ergebnissen die Aussagen der Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft sowie des Amts für Waldgenetik unterstützen. So werde es möglich, Waldbesitzer künftig bestmöglich zu beraten, welche Auswahl an Bäumen sie für ihre Wälder zur Verfügung haben.

Der Bereichsleiter Forsten für Kulmbach und Kronach, Dr. Michael Schmidt, freute sich: "Wir blicken heute in die Zukunft." Er dankte für die bereitgestellten 350 000 Euro und sagte: "Es sind große Herausforderungen, vor denen wir im Wald stehen. Jetzt helfen nur noch Taten." Gerade entlang der Fränkischen Linie habe der Borkenkäfer nun das zweite Jahr infolge massiv zugeschlagen.

Mit den Bürgermeistern der Gemeinden und Städte wird das Forstamt in den nächsten zwei Jahren eng zusammenarbeiten. "Es werden zwei Projektkräfte eingestellt, um die Schäden systematisch zu erfassen und Vorschläge für Pflanzungen zu entwickeln." Zudem möchte das Amt aus der Forst-Nische heraus und sich einen Stellenwert in die Mitte der Gesellschaft erkämpfen. Dabei habe man besonders junge Menschen im Auge. "Wir werden an den vier Gymnasien in Kulmbach und Kronach P- und W-Seminare durchführen. Dafür wird ein Biolehrer eingestellt", kündigte Schmidt an.

In Steinbach am Wald wird derzeit im Umfeld des Freizeit- und Tourismus-Zentrums ein Waldklimapfad aufgebaut. In Tettau entsteht ebenso wie im Stadtwald Kulmbach ein Klima-Arboretum. Aber auch wenn in der Zeder, die aus Nordafrika stammt, eine große Hoffnung liegt, könnten die Fachleute noch keine Empfehlung aussprechen. "Unser Wissen über diese neuen Baumarten ist noch sehr begrenzt. Wir würden ein hohes Risiko eingehen, wenn wie sie anpreisen würden."

Kulmbachs Landrat Klaus Peter Söllner betonte die Klimaschutzfunktion des Waldes und die immensen Schäden. "Die Frustration der Waldbesitzer ist groß. Die Fichte liegt darnieder. Es gilt, sich um die Waldbesitzer zu kümmern." Den Anstoß und die Idee für das Arboretum stammte von Stadtförsterin Carmen Hombach, in "deren" Wald auch die zwei großen Versuchsflächen liegen, auf die jeweils an die 600 fremdländische Baumarten wachsen werden.

Autor

Gabriele Fölsche
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
07. 10. 2019
00:00 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Baumarten Bundeslandwirtschaftsminister Fichtenwald Landräte Michaela Kaniber Minister Mischwald Schäden und Verluste Wald und Waldgebiete
Kulmbach Kronach
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Aus der Entfernung betrachtet wirken die Wälder rund um Kulmbach grün und gesund. Doch es sterben mehrere Kiefern wie in unserem Bild oberhalb des Klinikums. Fichtenbestände sind besonders stark dezimiert worden. Nun leiden auch die ersten Buchen unter der extremen Trockenheit. Foto: Stefan Linß

04.09.2019

Verzweiflung bei den Waldbesitzern

Nach den Fichten und Kiefern sterben jetzt auch die Buchen. Im Kulmbacher Land ist die Situation nicht so dramatisch wie in Unterfranken. Noch nicht. » mehr

Geschädigte Fichten. Symbolfoto.

23.07.2019

Landräte fordern "Masterplan" gegen Forstschäden

In einem gemeinsamen Brief fordern Klaus Löffler und Klaus-Peter Söllner die Staatsregierung zum Handeln auf. Die Lage im Frankenwald sei derzeit höchst alarmierend. » mehr

Von zahlreichen Ehrengästen, den Büttnern und den Verantwortlichen für die Museen im Mönchshof wurde die bayerische Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (vorne Mitte) am Donnerstagnachmittag in Kulmbach begrüßt, als das Bayerische Brauereimuseum seinen 25. Geburtstag feierte. Foto: Melitta Burger

19.09.2019

Schaufenster bayerischer Ernährungskultur

Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber zeigt sich bei der Jubiläumsfeier im Mönchshof von den Museen begeistert. Sie sieht einen "Modellcharakter über Bayern hinaus". » mehr

Bei einem Besuch in Wartenfels machte sich die bayerische Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (Zweite von rechts) ein Bild vom Zustand des Waldes. Mit ihr im Gespräch waren (von links) Pressecks dritter Bürgermeister Christian Ruppert, Landtagsabgeordneter Martin Schöffel (CSU), Ludwig von Lerchenfeld, Bürgermeister Siegfried Beyer und (rechts) Landtagsabgeordneter Rainer Ludwig (FW). Foto: Klaus Klaschka

04.10.2019

Ministerin stellt Hilfe in Aussicht

Dem Wald geht es schlecht und mit ihm den Besitzern. Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber verspricht beim Besuch in Wartenfels schnelle Lösungen. » mehr

Über den derzeitigen Zustand des Stadtsteinacher Stadtwaldes berichtete der stellvertretende Leiter des Forstamts, Gerhard Lutz (nach Bürgermeister Roland Wolfrum und Verwaltungsleiter Florian Puff Dritter von rechts), vor Ort am Hainberg. Zum Schutz von notwendigen Neuanpflanzungen haben auch die Jagdpächter Georg Geier (links ) und Otto Kreil ihre Mitwirkung zugesagt. Fotos: Klaus Klaschka

17.05.2019

Alarm im Stadtsteinacher Stadtwald

Die Dürre fordert ihren Tribut: Seit Juni vergangenen Jahres sind 70 Prozent der Fichten stark geschädigt oder schon gefällt. » mehr

Unter der andauernden Trockenheit leiden insbesondere die Waldbestände an den Südhängen der Fränkischen Linie, wie Revierförster Frank Hömberg bei der Exkursion von Landrat und Forstexperten an der Stadtgrenze von Stadtsteinach aufzeigt.

22.09.2019

Der Wald leidet immens

Die Borkenkäfer sind weiter auf dem Vormarsch. Das ist an der Fränkischen Linie deutlich zu sehen. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Die Turbine leuchtet in Kulmbach Kulmbach

Kulmbacher Turbinenhaus | 16.11.2019 Kulmbach
» 17 Bilder ansehen

Susis Blaulichtparty Weißenstadt

Susis Blaulichtparty | 16.11.2019 Weißenstadt
» 47 Bilder ansehen

SC Riessersee - Selber Wölfe 4:1 Garmisch-Partenkirchen

SC Riessersee - Selber Wölfe 4:1 | 17.11.2019 Garmisch-Partenkirchen
» 29 Bilder ansehen

Autor

Gabriele Fölsche

Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
07. 10. 2019
00:00 Uhr



^