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Kulmbach

Mut für neue Wege im Einzelhandel

Als erster Supermarkt in Bayern wird Edeka Seidl beim Großen Preis des Mittelstandes als Finalist geehrt. Das Kulmbacher Unternehmen setzt sich für Nachhaltigkeit ein.



Das Kulmbacher Edeka-Team freut sich über die Auszeichnung. Inhaber Michael Seidl hat es mit seinem Geschäftskonzept beim "Großen Preis des Mittelstandes" unter die zehn bayerischen Finalisten geschafft. 1005 Unternehmen sind im Freistaat nominiert worden. Foto: Stefan Linß
Das Kulmbacher Edeka-Team freut sich über die Auszeichnung. Inhaber Michael Seidl hat es mit seinem Geschäftskonzept beim "Großen Preis des Mittelstandes" unter die zehn bayerischen Finalisten geschafft. 1005 Unternehmen sind im Freistaat nominiert worden. Foto: Stefan Linß   » zu den Bildern

Kulmbach - Er gilt als Deutschlands begehrteste Auszeichnung für die Wirtschaft. Der von der Oskar-Patzelt-Stiftung vergebene Große Preis des Mittelstandes steht in seiner 25. Auflage unter dem Motto "nachhaltig wirtschaften". Bei einer Gala in Würzburg sind unter den bayernweit 1005 nominierten Unternehmen zehn als Finalisten geehrt worden. Zu ihnen gehört auch der Kulmbacher Edeka-Markt Seidl.

Inhaber Michael Seidl hat die Trophäe bei einer Gala in Würzburg am Montag entgegen genommen. "Es ist schon eine Ehre, überhaupt für den Großen Preis des Mittelstandes nominiert zu werden", sagt der Geschäftsführer des E-Centers im Gespräch mit der Frankenpost. Dass nun sogar ein Platz auf der Auszeichnungsliste herausgesprungen ist, sei ein wunderschönes Gefühl und ein großer Erfolg für das gesamte Team. Zumal es der Handel im Vergleich zu den anderen Wirtschaftsbranchen schwerer habe, die Fachjury zu überzeugen.

Viele der ausgezeichneten Unternehmen gehören der Baubranche oder der Industrie an oder es sind Dienstleister, erklärt Seidl. Weltmarktführer und Firmen mit innovativen Produkten nehmen bei dem Preis die vorderen Plätze ein. "Für uns ist es schwieriger. Wir wollen aus der Masse der Supermärkte hervorstechen", sagt der E-Center-Chef. Die Jury der Oskar-Patzelt-Stiftung ist sich einig. Sie bescheinigt dem Kulmbacher Betrieb jeweils hervorragende Leistungen in den Bereichen Gesamtentwicklung, Arbeits- und Ausbildungsplätze, Modernisierung und Innovation, Engagement in der Region sowie Service und Kundennähe.

Das diesjährige Wettbewerbsmotto "nachhaltig wirtschaften" kam für Edeka Seidl offenbar zum richtigen Zeitpunkt. "Nachhaltigkeit ist genau unser Thema", sagt der Inhaber. Vor wenigen Wochen hat er die neue Unverpackt-Abteilung eröffnet. In keinem anderen deutschen Supermarkt gibt es aktuell ein größeres Angebot an losen Lebensmitteln. Ziel ist es, den Verpackungsmüll deutlich zu reduzieren. "Das Projekt ist sehr gut angelaufen", zieht Seidl ein erstes Fazit. Der Umweltschutz sei derzeit in aller Munde. Eine nachhaltigere Lebensweise habe sich schnell im Bewusstsein vieler Menschen verankert. Es sei schön, wenn die eigenen Bemühungen wie zum Beispiel bei der Unverpackt-Abteilung anerkannt werden. Wenn die Verbraucher zusammen mit dem Handel stärker in Richtung Nachhaltigkeit gehen, dann wachse wiederum der Druck auf die Hersteller und die Industrie, umweltfreundlichere Produkte anzubieten.

"Wir probieren gerne aus und haben Mut, neue Wege zu gehen", sagt Seidl. Dass die eigenen Ideen bei den Kunden gut ankommen, zeigt sich auch beim Bienenprojekt. Auf dem Dach des Supermarktes hat Michael Seidl Bienenstöcke angesiedelt. Eine Webcam überträgt sogar ein Livebild im Internet. Der in Kulmbach hergestellte Honig findet im Laden viele Abnehmer. "Wir machen die Hälfte unseres Honig-Umsatzes mit dem eigenen Produkt", sagt Seidl.

Auf Einwegtüten verzichtet das Kulmbacher E-Center schon lange. Darüber hinaus sparten vollelektronische Etiketten Papier. Die Kühlanlage läuft klimaneutral und die Beleuchtung funktioniert komplett mit LED-Technik.

Die modernen Ideen dienen dem Umweltschutz. Gleichzeitig sollen sie dem Kunden ein hohes Maß an Service bieten und den rund 70 Mitarbeitern die Arbeit erleichtern. Zu den Service-Angeboten gehören Selbstbedienungskassen, eine Bezahl-App für das Smartphone, kostenloses WLAN, ein Online-Shop sowie Kundenabende mit Koch- und Verkostungsaktionen.

Sachgebietsleiter Klemens Angermann von der Wirtschaftsoffensive Kreis Kulmbach gratulierte im Namen von Landrat Klaus Peter Söllner zu dem Erfolg. "Wir sind sehr stolz, solche innovativen Unternehmen wie Edeka Seidl an unserem Standort im Landkreis Kulmbach zu haben", sagte Angermann. Die Auszeichnung sei der verdiente Lohn für die zahlreichen Ideen, die im Bereich der Nachhaltigkeit umgesetzt worden sind.

Der Landkreis Kulmbach hatte Edeka Seidl für den "Großen Preis des Mittelstandes" nominiert, die Frankenpost berichtete. Seidl hat im Juli dieses Jahres zusammen mit den Unternehmen Dynamic Commerce aus Kulmbach, Krumpholz-Werkzeuge aus dem Guttenberger Hammer und der Wimmer GmbH aus Untersteinach die zweite Stufe des Wettbewerbs erreicht und ist in die Juryliste aufgerückt.

Nun hat es das E-Center Seidl auf die dritte und höchste Stufe geschafft. Als erster Supermarkt in Bayern wurde das Kulmbacher Unternehmen beim Großen Preis des Mittelstandes als Finalist geehrt.

Zeit, sich auf der Auszeichnung auszuruhen, wird sich Michael Seidl nicht gönnen. Demnächst steht der große Umbau an. Die Verkaufsfläche soll um weitere 600 Quadratmeter ergänzt werden. Das E-Center baut sein Bio-Sortiment dabei aus. Nachhaltig wirtschaften habe auch in Zukunft die höchste Priorität.

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Stefan Linß
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Veröffentlicht am:
17. 09. 2019
17:28 Uhr

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Autor

Stefan Linß

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Veröffentlicht am:
17. 09. 2019
17:28 Uhr



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