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Kulmbach

Neues Zuhause für Amphibien

Steinbruchbetreiber wollen zusammen mit Naturschützern bedrohten Amphibien helfen. Das haben sie in Guttenberg vertraglich festgelegt.



Die vertraglichen Vereinbarungen zum Amphibienschutz unterzeichneten in Guttenberg Schicker-Geschäftsführer Bernhard Leutheußer (Sechster von rechts, links daneben Firmeninhaber Michael Schicker) und Patricia Schicker (links) im Beisein von Vertretern der Unteren und Oberen Naturschutzbehörden sowie des bayerischen Umweltministers Thorsten Glauber (Dritter von links) rechts daneben Landrat Klaus Peter Söllner) und dem Vorsitzenden des LBV, Norbert Schäffer (weiter von links). Fotos: Klaus Klaschka
Die vertraglichen Vereinbarungen zum Amphibienschutz unterzeichneten in Guttenberg Schicker-Geschäftsführer Bernhard Leutheußer (Sechster von rechts, links daneben Firmeninhaber Michael Schicker) und Patricia Schicker (links) im Beisein von Vertretern der Unteren und Oberen Naturschutzbehörden sowie des bayerischen Umweltministers Thorsten Glauber (Dritter von links) rechts daneben Landrat Klaus Peter Söllner) und dem Vorsitzenden des LBV, Norbert Schäffer (weiter von links). Fotos: Klaus Klaschka   » zu den Bildern

Guttenberg/Untersteinach - Steinbrüche oder Kiesgewinnung aus Flüssen müssen nicht nur Raubbau an der Natur bedeuten. Tatsächlich verändern sie zwar die natürlichen Gegebenheiten, schaffen aber auch neue, beziehungsweise andere, ebenfalls natürliche Gegebenheiten. Aus diesem Blickwinkel hat der Landesbund für Vogelschutz (LBV), der sich auch um Arten-, Biotop-, Klimaschutz und Umweltbildung bemüht) mit Rohstoff gewinnenden Unternehmen das Kooperationsprojekt "Natur auf Zeit" zum Schutz von bedrohten Amphibien ins Leben gerufen.

Im Rahmen dieses Projekts haben am gestrigen Freitag im Guttenberger Steinbruch die Schicker-Diabas-OHG, Bad Berneck, und die Porzner Natursteinwerke in Zapfendorf nördlich von Bamberg öffentlich-rechtliche Verträge mit den jeweiligen Landratsämtern als untere Naturschutzbehörden, dem Bezirk Oberfranken und dem bayerischen Umweltministerium sowie dem LBV unterzeichnet.

Das Projekt ist keine Marketing-Idee, die Steinbrüche und Kieswäschen als umweltfreundlich schönreden will, sondern ein Maßnahmenkatalog "zur Sicherung der biologischen Vielfalt im Freistaat". Hinter diesem abstrakten Begriff verbirgt sich eine verbindliche Verpflichtung der Rohstoff gewinnenden Unternehmen für eine Zusammenarbeit mit Umweltschutz-Verbänden und den staatlichen Behörden, "um gemeinsame Schutz- und Entwicklungsmöglichkeiten für Amphibien in Kies-, Sand- oder Lehmgruben beziehungsweise Steinbrüchen zu schaffen werden," wie LBV-Vorsitzender Norbert Schäffer erklärte. "Das ist kein bloßes Nachhaltigkeitsversprechen", sagte dazu der Geschäftsführer des Bayerischen Industrieverbands Baustoffe, Steine und Erden (BIV), Bernhard Kling. Denn laut Schäffer gewährleisten "die Rohstoff-Gewinnungsstätten Lebensbedingungen (für Amphibien), wie sie in der Landschaft heute kaum noch existieren." Die Population von sechs in Bayern heimischen Amphibienarten ist rückläufig, ihr natürlicher Lebensraum durch Flussregulierungen beziehungsweise durch betonierte oder asphaltierte Flächen, aber auch übermäßig gepflegte Hausgärten massiv reduziert. "Kammmolch, Laubfrosch und Co. sterben aus", sagte Schäffer. Diesen Tieren bieten aber Steinbrüche und Kieswäschen bei bedachten Abbau-Methoden neue Lebensräume. Dazu verpflichteten sich jetzt Geschäftsführer Bernhard Leutheußer für die Firma Schicker und Sabine Porzner-Isenrath für die Porzner Natursteinwerke im Vertragswerk mit den Behörden und dem LBV.

Dieses Projekt sowie die Verträge im Besonderen würdigte der bayerische Staatsminister für Umwelt und Verbraucherschutz, Thorsten Glauber, vor Ort. Wie die Umsetzung des Bürgerbegehrens zum Schutz der Bienen sei auch das Projekt zum Schutz der Amphibien wichtig und ein Zeichen dafür, dass Rohstoffgewinnung und Artenschutz nichts Gegensätzliches sein müssen.

Der Ort der Vertragsunterzeichnung war mit Bedacht im Schicker’schen Steinbruch an der Grenze zwischen Guttenberg und Untersteinach gewählt: Wo einst ein bewaldeter Berg war, tut sich an dessen Stelle nun kein Riesenloch in der Landschaft auf. Vielmehr ist dort eine neue Landschaft entstanden, die Landrat Klaus Peter Söllner als "Hotspot für den Artenschutz" bezeichnete. Am Fuß der schroffen Felsabbrüche tut sich nun ein Tal auf mit einem See auf, in dem bereits Fische schwimmen. Die Felsabbrüche neben dem klaren Wasser bieten neue Lebensräume und Unterschlupfmöglichkeiten für Amphibien. An der Guttenberg zugewandten und als Steinbruch bereits aufgelassenen Seite des Tales siedeln sich Bäume und Sträucher an. Am Teich am Eingang des Tales wächst Schilf, unweit liegt Totholz, das weiteren Lebensraum bietet.

Autor
Klaus Kaschka

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Veröffentlicht am:
28. 06. 2019
17:20 Uhr

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Klaus Kaschka

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Veröffentlicht am:
28. 06. 2019
17:20 Uhr



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