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Neustart mit großen Zielen

Aus der Himmelkroner Bürgerinitiative geht der Verein "Bürgerliste Zukunft Himmelkron" hervor. Er will zur Kommunalwahl im nächsten Jahr mit einer eigenen Liste antreten.



Mit dem Kampf gegen das neue Gewerbegebiet soll es nicht vorbei sein. Aus der Bürgerinitiative Himmelkron ist nun ein Verein geworden, der aktiv Kommunalpolitik betreiben will. Vorsitzende Wilhelmine Denk (links) und Schriftführerin Brunhilde Kohl werden sich neben 14 weiteren Himmelkroner Bürgerinnen und Bürgern im März zur Wahl stellen. Foto: Melitta Burger
Mit dem Kampf gegen das neue Gewerbegebiet soll es nicht vorbei sein. Aus der Bürgerinitiative Himmelkron ist nun ein Verein geworden, der aktiv Kommunalpolitik betreiben will. Vorsitzende Wilhelmine Denk (links) und Schriftführerin Brunhilde Kohl werden sich neben 14 weiteren Himmelkroner Bürgerinnen und Bürgern im März zur Wahl stellen. Foto: Melitta Burger  

Himmelkron - Sie haben mit ihren Aktionen gegen das geplante neue Gewerbegebiet in Himmelkron viel Aufmerksamkeit erregt. Das von ihnen initiierte Bürgerbegehren ist zwar gescheitert, aber nur knapp. Fast die Hälfte der Wahlberechtigten hatte sich der Forderung der Initiative angeschlossen. Mit diesem Abschluss sollte es aber nicht zu Ende sein. Am Montag vergangener Woche haben 36 Himmelkroner Bürger, die meisten zuvor auch schon in der Bürgerinitiative aktiv, einen Verein gegründet. Die "Bürgerliste Zukunft Himmelkron" will die Politik in ihrem Ort ganz offiziell mitgestalten. Zur Kommunalwahl wird sie mit einer eigenen Liste antreten.

Der Vorstand

Bei der Gründungsversammlung der "Bürgerliste Zukunft Himmelkron" wurden folgende Mitglieder in Vorstandsämter gewählt:

Vorsitzende: Wilhelmine Denk

Erster Stellvertreter: Klaus Emmerich

Zweiter Stellvertreter: Stefan Degenkolb

Kassierer: Klaus-Dieter Schoberth

Schriftführerin: Brunhilde Kohl


"13 Bewerber haben wir bereits fest, die bewusst ihren Hut in den Ring werfen, zwei oder drei haben gesagt, sie kommen, wenn sie gebraucht werden", sagt Wilhelmine Denk, die schon an der Spitze der Bürgerinitiative gestanden war und jetzt den Verein als Vorsitzende führt. Wilhelmine Denk wird auch selbst auf der Liste um ein Mandat im Gemeinderat kämpfen. "Wir sind guter Dinge, dass wir mit einer vollen Liste von 16 Bewerbern antreten werden", sagt sie und wagt eine Prognose: Einen bis drei Sitze will die "Bürgerliste Zukunft Himmelkron" erringen.

Die neue politische Kraft in Himmelkron wirbt aktiv für sich. Eine Homepage ist bereits im Netz (buergerliste-zukunft-himmelkron.de). Auch auf Facebook betreibt der Verein eine eigene Seite. Nachhaltigkeit und Bürgernähe, den Dialog mit den Bürgern hat sich der neue Verein auf die Fahnen geschrieben.

Nach wie vor, sagt Wilhelmine Denk, sei es das Ziel, das Gewerbegebiet in der Form, wie es angedacht ist, zu verhindern. Viel besser sei es, erst einmal die immer noch vorhandenen Baulücken zu schließen. Doch das sei nun, anders als zu Zeiten der Bürgerinitiative, nicht mehr das einzige Ziel. "Wir wollen die landwirtschaftlichen Flächen erhalten. Die Bauern brauchen diese Flächen." Doch das sei nicht alles, macht die Vorsitzende deutlich. "Wir stehen für Lebensqualität in unserem Ort, und das bedeutet unglaublich viel." Nach wie vor gebe es keine Senioreneinrichtung in Himmelkron. "Ein Mehrgenerationenhaus wäre eine super Sache." Auch der alte Ortskern müsse belebt werden. "Da unten gehen die Lichter aus", beklagt die Vorsitzende. Alles Leben spiele sich in dem bereits bestehenden Gewerbegebiet ab, wo die Einkaufsmärkte sind. "Und die sind fußläufig noch nicht einmal zu erreichen. Man braucht ein Auto, um dorthin zu kommen." Doch das sei längst nicht alles, was die neue Liste anpacken wolle. Die Bernecker Straße sei voller Schlaglöcher. Wer dort bei Regen auf dem Fußweg laufe, werde ziemlich sicher nassgespritzt. "Wir wollen bessere Möglichkeiten für die Jugend schaffen. Die braucht Treffpunkte." Der neue Kindergarten habe ein 1400 Quadratmeter großes Flachdach, aber es sei keine Photovoltaik-Anlage dafür geplant. Das sei nicht nachvollziehbar, sagt Wilhelmine Denk. "Wir müssen mehr auf regenerative Energien setzen und nachhaltiger werden. Wir müssen zukunftsbewusster agieren." Im November bereits soll die neue Gemeinderatsliste aufgestellt werden. Der Termin für die Nominierungsversammlung stehe aber noch nicht fest.

Bedauerlich findet es die Vorsitzende, dass bislang noch keine jungen Bewerber gefunden wurden, die sich für die Liste starkmachen wollen. Die "Bürgerliste Zukunft Himmelkron" wird bislang von eher älteren Mitgliedern getragen. Wilhelmine Denk ist 64, Schriftführerin Brunhilde Kohl 68 Jahre alt. "Das ist ein Problem", sagen beide übereinstimmend. Sie hoffen, dass es ihnen gelingt, noch junge Bewerber zu finden. Wilhelmine Denk spricht die Bewegung "Fridays for Future" an. "Die Bewegung unter den jungen Leuten ist da. Aber die letzten Konsequenzen fehlen noch."

Die Einladung steht: "Mitglied kann bei uns jeder werden, der sich mit unseren Anliegen und Interessen identifizieren kann", sagt die Vorsitzende. Wilhelmine Denk erklärt, dass die Mitglieder der ehemaligen Bürgerinitiative vor der Vereinsgründung auch mit den bereits im Gemeinderat vertretenen Gruppierungen gesprochen hätten. "Wir haben uns aber dann bewusst nicht für den Anschluss an eine Partei entschieden. Wir wollten eigenständig und neutral bleiben. Nicht rot, nicht grün, nicht gelb, nicht schwarz. Wir wollen einfach unsere Ziele verfolgen. Wir tun das für unsere Überzeugung und dafür, in Himmelkron etwas zu bewegen." Die Lebensqualität im Ort sei verbesserungswürdig.

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Melitta Burger
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Veröffentlicht am:
20. 10. 2019
16:04 Uhr

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Melitta Burger

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20. 10. 2019
16:04 Uhr



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