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Kulmbach

Roland Wolfrum will weitermachen

Der Stadtsteinacher Bürgermeister strebt eine dritte Amtszeit an. Die SPD nominierte ihn einstimmig . Doch reibungslos lief die Aufstellung im "Ratskeller" dennoch nicht.



Er will weitermachen: Roland Wolfrum strebt eine dritte Amtszeit als Stadtsteinacher Bürgermeister an. Bei der Nominierungsversammlung konnte er die Stimmer aller wahlberechtigten anwesenden Mitglieder auf sich vereinigen. Unser Bild zeigt Wolfrum (vorne, Mitte) zusammen mit seiner Frau Iris (links daneben) sowie mit den Stadträten Marga Schramm (vorne rechts) und (hinten von links) Karin Witzgall, Knud Espig und Wolfgang Hoderlein. Rechts Wahlleiter Ingo Lehmann. Fotos: Klaus Rössner
Er will weitermachen: Roland Wolfrum strebt eine dritte Amtszeit als Stadtsteinacher Bürgermeister an. Bei der Nominierungsversammlung konnte er die Stimmer aller wahlberechtigten anwesenden Mitglieder auf sich vereinigen. Unser Bild zeigt Wolfrum (vorne, Mitte) zusammen mit seiner Frau Iris (links daneben) sowie mit den Stadträten Marga Schramm (vorne rechts) und (hinten von links) Karin Witzgall, Knud Espig und Wolfgang Hoderlein. Rechts Wahlleiter Ingo Lehmann. Fotos: Klaus Rössner   » zu den Bildern

Stadtsteinach - Er möchte gerne weitermachen: Eine dritte Legislaturperiode als Bürgermeister der Stadt Stadtsteinach strebt Roland Wolfrum an. Am Freitag nominierten ihn die Mitglieder der SPD/Offenen Liste einstimmig für dieses Amt. "Ich stehe für Kontinuität, bin aber immer auch offen für Neues", sagte er über seine kommunalpolitische Grundeinstellung.

Eklat vor der Nominierung

Für einen Eklat bei der Nominierungsversammlung der SPD/Offenen Liste sorgte Winfried Hempfling. Der 63-Jährige machte gleich zu Beginn des Treffens im Gasthof "Ratskeller" einen Einwand zur Tagesordnung geltend. Er kritisierte, dass die Einladung nicht satzungsgemäß erfolgt sei.

"Ich werde den Sachverhalt prüfen und mich später dazu äußern", erklärte Hempfling den verdutzten Parteimitgliedern, ehe er kurz darauf das Lokal verließ. Die Atmosphäre zwischen dem SPD-Stadtrat und seiner Fraktion gilt als angespannt. Hempfling ist der Sozialdemokratie seit 48 Jahren eng verbunden. Für die SPD errang er ein Stadtratsmandat. Seit 2002 ist er im Stadtparlament aktiv, lange Jahre sogar als Fraktionsvorsitzender. In dieser Funktion wurde er von Knud Espig abgelöst. Hierauf erklärte Hempfling im Mai 2019 seinen Austritt aus der Fraktion.

Bürgermeister Roland Wolfrum wies die Kritik Hempflings als unbegründet zurück. Die Einladung sei zu "100 Prozent" satzungskonform erfolgt, verdeutlichte Wolfrum nachdrücklich. Er verwies darauf, dass er das Vorgehen mit der Wahlbeauftragten der Verwaltungsgemeinschaft Stadtsteinach, Kerstin Linß, abgestimmt habe. Sollte sich jedoch der Vorwurf Hempflings als stichhaltig erweisen, hätte dies erhebliche Rechtsfolgen. Danach wäre fraglich, ob die Nominierung Roland Wolfrums als Bürgermeisterkandidat rechtsgültig ist.


Die Versammlung im "Ratskeller" leitete Ingo Lehmann, der Bürgermeisterkandidat der SPD in Kulmbach und Vorsitzender des dortigen Ortsvereins. Er erinnerte an den überraschenden Sieg Wolfrums bei der Wahl 2008, als es der SPD gelungen war, in der "CSU-Hochburg" Stadtsteinach das höchste Amt zu erringen. "Die Menschen wissen, was sie an ihm haben. Er hat bewiesen, dass er Stadtsteinach in eine gute Zukunft führen kann", sagte Lehmann mit Blick auf die erneute Kandidatur. Zusammen mit Wolfgang Hoderlein bilde Wolfrum eine "starke Achse".

Roland Wolfrum verdeutlichte, dass er bei den kommenden Wahlen im März 2020 auch auf ein gutes Ergebnis hoffe für das SPD-Team. Das stellt gegenwärtig sechs Mandate im Stadtrat. Zu den Erfolgen seiner bisherigen Amtszeit zählte der Diplomingenieur Textil sowie Taxi-Unternehmer den Erhalt des Schulstandorts Stadtsteinach. "Wir haben die Generalsanierung angeschoben", so Wolfrum. Mittlerweile wurde eine neue Schulturnhalle gebaut, und das Gelände biete genügend Raum, um wieder ein Lehrschwimmbecken einzurichten, falls es die Rahmenbedingungen erlauben.

Planung und Bau der Ortsumgehung habe er, Wolfrum, positiv begleitet. Wenn die Trasse für den Verkehr freigegeben werde, böten sich neue Möglichkeiten im dann entlasteten Stadtkern.

Mittel der Stadtbauförderung flössen in die Attraktivierung des Stadtkerns mit seinem "wunderschönen Marktplatz", die Sanierung der Stadtmauer und in den Bereich Wehrstraße, wo marode Gebäude erworben und abgerissen wurden, um dort einen Mühlenpark entstehen zu lassen. Zwischen ihm und dem Stadtpark bilde der Mühlbach ein blaues Band, und auch hier seien Investitionen geplant. Ein Jugendtreff ist im Entstehen, und hinter dem Rathaus soll es ein barrierefreies öffentliches WC geben.

Das Nordeck-Areal wurde saniert, im kommenden Jahr ist für die Erlebnisachse Steinachtal eine neue App verfügbar. Viel Geld wurde in Straßensanierungen gesteckt. Profitiert davon haben die Strecken nach Gumpersdorf, in der Siedlung Nord-West und der Lehentaler Weg. Erfreut zeigte sich der Redner über den Stadtsteinacher Erfolg beim Erhalt des örtlichen Forstamts, das hier seit über 100 Jahren angesiedelt ist.

Trotz der großen Investitionen in der Größenordnung von zehn Millionen wurde die Verschuldung der Stadt reduziert. Die Verbindlichkeiten verringerten sich von einst 3,5 Millionen Euro auf unter 400.000 Euro. Voraussetzung dafür war die Anerkennung der Stadt als Konsolidierungsgemeinde gewesen, die aus Fördermitteln des Freistaats mit 2,5 Millionen Euro unterstützt wurde. Um die Voraussetzung dafür zu erfüllen, habe die Stadt allerdings die Grund- und Gewerbesteuer anheben und eine Straßenausbausatzung erlassen müssen.

Als künftige Zielsetzungen nannte der Redner die Erneuerung des solarbeheizten Freibads (Temperierung des Wassers, allgemeine Technik) und Ertüchtigung der Trinkwasserversorgung Triebenreuth. Nachdem die Kläranlagen-Technik "am Ende" sei, müssen auch dort Maßnahmen eingeleitet werden.

Nicht aufgegeben hat die Stadt den Kampf um Anerkennung als Mittelzentrum. Aufgrund ihrer Struktur als ehemalige Kreisstadt erfülle die Kommune viele Voraussetzungen für diese Einstufung, nur die Bevölkerungszahl sei mit 3000 Einwohnern zu gering. Wolfrum meinte, in zwei Jahren gebe es eine neue Chance auf die Hochstufung: "Es muss einen Ausnahmetatbestand für uns geben. Wir sitzen auf der Wartebank."

Handlungsbedarf sieht der Bürgermeister beim Mietwohnungsbau und der Schaffung von Einrichtungen für Behinderte oder gebrechliche Leute. Er verwies dabei auf die Absichtserklärung der Caritas. Der Verband möchte die Kurzzeitpflege an der Frankenstraße abreißen und neue Gebäude errichten. Dadurch steigt die Anzahl der verfügbaren Plätze im Senioren- und Pflegeheim St.Marien von 74 auf 80. Ins Auge gefasst sei auch die Möglichkeit zum altenbetreuten Wohnen. Wolfrum rief alle Kräfte zur Einigkeit auf: "Wenn wir zusammenhalten, wird uns viel gelingen."

Formell schlug dann Wolfgang Hoderlein Roland Wolfrum zum Bürgermeisterkandidaten vor. 14 stimmberechtigte Mitglieder waren zur Wahl aufgerufen, ihre Voten konnte der Kandidat ausnahmslos auf sich vereinigen. Die Mitglieder beglückwünschten den Gekürten zum überzeugenden Wahlergebnis und überreichten Präsente.

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Klaus Rössner
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Veröffentlicht am:
17. 11. 2019
17:00 Uhr

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Klaus Rössner

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17. 11. 2019
17:00 Uhr



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