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Kulmbach

Schaufenster bayerischer Ernährungskultur

Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber zeigt sich bei der Jubiläumsfeier im Mönchshof von den Museen begeistert. Sie sieht einen "Modellcharakter über Bayern hinaus".



Von zahlreichen Ehrengästen, den Büttnern und den Verantwortlichen für die Museen im Mönchshof wurde die bayerische Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (vorne Mitte) am Donnerstagnachmittag in Kulmbach begrüßt, als das Bayerische Brauereimuseum seinen 25. Geburtstag feierte. Foto: Melitta Burger
Von zahlreichen Ehrengästen, den Büttnern und den Verantwortlichen für die Museen im Mönchshof wurde die bayerische Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (vorne Mitte) am Donnerstagnachmittag in Kulmbach begrüßt, als das Bayerische Brauereimuseum seinen 25. Geburtstag feierte. Foto: Melitta Burger  

Kulmbach - Das Bayerische Brauereimuseum gilt als eines der größten Spezialmuseen rund ums Bier. Fachleute schätzen es als "eine wahre Schatzkammer der Bierkultur". Zu Hause ist dieses Museum neben dem Bäckereimuseum und dem Gewürzmuseum sowie dem Museumspädagogischen Zentrum (MUPÄZ) im Kulmbacher Mönchshof. Auf 3000 Quadratmetern Ausstellungsfläche können sich die Besucher auf eine faszinierende Reise durch die Welt der Brau- und Biergeschichte begeben. Die reicht, besonders in der Region um Kulmbach, weit zurück. Davon zeugt die berühmte fast 3000 Jahre alte Kulmbacher Bieramphore, die eines der wertvollsten Exponate des Museums darstellt. Und auch Kulmbach und der Mönchshof haben eine beachtliche Historie, wenn es um Bier geht: Von einem Brauhaus im Kloster wurde 1349 das erste Mal berichtet. Bei Weitem nicht so alt, aber auch weit über Kulmbach hinaus bekannt ist das Bayerische Brauereimuseum. Mit einem Festakt und zahlreichen Gästen wurde am Donnerstag im Museumsfoyer das 25-jährige Bestehen gefeiert.

Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber stammt aus Südbayern. Als Festrednerin hat sie sich in Kulmbach am Donnerstag viele Freunde geschaffen, als sie sagte: "Welche Region wurde sich für ein Bayerisches Brauereimuseum besser eignen als Oberfranken? Nirgendwo sonst gibt es eine derart ausgeprägte Bierkultur." Oberfranken sei nicht nur die Heimat von rund 1000 verschiedenen Bieren, sondern auch mit mehr als 260 Brauereien die Region mit der höchsten Brauereidichte der Welt. "Und welcher Ort würde sich in Oberfranken besser für ein Bayerisches Brauereimuseum eignen als der Genussort Kulmbach? Mitten in der Genussregion finden wir hier geballte Kompetenz für Ernährungshandwerk und Ernährungswirtschaft, die ihresgleichen sucht." Den Mönchshof bezeichnete die Ministerin als ein "wichtiges Schaufenster bayerischer Ernährungskultur." Kaniber kündigte den ersten bundesweiten Sommeliergipfel an, den ihr Ministerium in zwei Wochen im Mönchshof veranstalten wird. Mit den Museen im Mönchshof sei ein Juwel geschaffen worden, das in vielerlei Hinsicht Vorbildfunktion und Modellcharakter weit über Bayern hinaus habe.

Auch Stefan Soiné nannte es eine passende Fügung, dass an der historischen Braustätte im Mönchshof ein Museum entstanden ist, das Bier zum Thema hat und den Menschen dieses Kulturgut "anfassbar" erklärt. Lebendig und interaktiv werden, wie Soiné ausführte, Exponate erklärt. Das sei aber nicht alles. Unter anderem vermittle man im Museum auch den verantwortungsvollen Umgang mit dem Lebensmittel Bier und man könne sogar in der gläsernen Brauerei den Brauprozess live erleben.

Gleich in dreifacher Funktion, als Stadtoberhaupt, als Bezirkstagspräsident und als Vertreter der Oberfrankenstiftung, sprach Henry Schramm. Er erinnerte daran, dass die Oberfrankenstiftung die Museen im Mönchshof seit 1993 mit rund vier Millionen Euro unterstützt haben. Schramm dankte aber auch den vielen Förderern, darunter die Kulmbacher Brauerei, die Ireks und die Raps-Stiftung. Das Brauereimuseum sei eine Erfolgsgeschichte: "Ein Glanzstück in der so vielfältigen Museumslandschaft Oberfrankens und ein Besuchermagnet in unserer Bier- und Genussregion."

Landrat Klaus Peter Söllner erinnerte ebenfalls an die lange Tradition des Bierbrauens und des Brotbackens in der Region. "Wir Oberfranken sind unvergleichlich. 23 von 100 Genussorten in Bayern befinden sich in der Region. In Sachen Genuss und Kulinarik sind wir einmalig. Das tragen wir auch stolz nach draußen."

Bezirksheimatpfleger Professor Dr. Günter Dippold kam es dann zu, das Brauereimuseum und den Mönchshof aus wissenschaftlicher Sicht darzustellen. "Was hier entstanden ist, gehört zu den Vorzeigeeinrichtungen in der oberfränkischen Museenlandschaft." Dippold erinnerte daran, dass Kulmbacher Bier Ende des 19. Jahrhunderts weltweit gefragt war. "Mit einem Export von 600 000 Litern ragte der Braustandort heraus. Nur München hatte einen noch größeren Export." Craftbeer, handwerklich gebrautes Bier, habe es in Oberfranken schon längst gegeben, bevor die neue Bezeichnung in aller Munde war. Nirgends gebe es so viele Brauereien. Trotzdem, das zeige eine gerade veröffentlichte Studie von Allensbach, gebe es noch viel zu tun. "58 Prozent der Restbayern waren noch nie in Oberfranken. Da liegt noch viel Arbeit vor uns." Museen leben laut Dippold von Exponaten. Das allein reiche aber nicht. Man müsse sie zusammenführen mit den Geschichten, die an ihnen haften. Das sei in Kulmbach gelungen.

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Melitta Burger
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Veröffentlicht am:
19. 09. 2019
18:08 Uhr

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Melitta Burger

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Veröffentlicht am:
19. 09. 2019
18:08 Uhr



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