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Kulmbach

Schneckenkorn-Köder töten Hund

Am Radweg zwischen Mainleus und Kulmbach hat ein unbekannter Gift ausgelegt. Jetzt ermittelt die Polizei und bittet die Bevölkerung um Hilfe.



Mainleus/Kulmbach - Wieder ist im Landkreis Kulmbach ein Hund elend verendet, nachdem er einen vergifteten Köder gefressen hatte. Jetzt ermittelt die Polizei und hat dabei auch eine Hundeführerin um Unterstützung bei der Aufklärung gebeten. Der Hund hatte bei einem Spaziergang nahe des Radwegs bei Mainleus den Giftköder in Form von Schneckenkorn aufgenommen, das am Radweg abgelegt worden war - die Frankenpost berichtete. Die Polizei warnt: Es ist nicht auszuschließen, dass im Bereich des Radwegs zwischen Mainleus und Kulmbach weitere Giftköder ausgelegt wurden oder werden. Hundebesitzer werden gebeten, besonders gut auf ihre Tiere aufzupassen.

Susanne Schilling., Leiterin des Kulmbacher Tierheims, weiß, dass immer wieder versucht wird, wahllos Hunde zu vergiften. Rattengift ist dabei das meistgebrauchte Mittel für solche Anschläge. Aber auch Wurstköder, die mit Nägeln oder Rasierklingen gespickt sind, fügen Hunden schwere Schäden zu. Dass nun auch Schneckenkorn verwendet wird, ist für die Kulmbacher Region neu, sagt Susanne Schilling. In letzter Zeit, berichtet die Tierheimleiterin, sei es aber wieder vermehrt zu Giftattacken gegen Hunde gekommen, nachdem einige Jahre lang relative Ruhe geherrscht habe.

Was kann man als Hundehalter tun, um sein Tier vor Schaden zu bewahren? Susanne Schillings Rat: "Aufpassen, aufpassen, aufpassen!" Vor allem Hunde, die gerne alles Mögliche fressen, sollten an der Leine geführt oder, wenn sie frei laufen, mit einem Maulkorb ausgestattet werden, rät Schilling. "Das ist, wenn der Maulkorb richtig sitzt, das kleinere Übel."

Hundehasser, weiß die Tierschützerin, gibt es schon seit langer Zeit. Auch wenn Susanne Schilling natürlich kein Verständnis für die feigen Attacken gegen Haustiere hat, so kennt sie doch die Gründe für solches Verhalten. Hunde werden frei laufen gelassen, springen fremde Menschen an, bellen. Die Hinterlassenschaften der Tiere werden von ihren Besitzern nicht weggeräumt. Würden auch die Hundehalter mehr Rücksicht nehmen, ist sich Susanne Schilling sicher, käme es vermutlich zu weniger Giftattacken.

An der Verwerflichkeit solcher Taten hat aber die Tierheimleiterin keinerlei Zweifel: "Das sind kranke Hirne, die so etwas tun. Leider werden die Täter nur selten erwischt." Die Aufklärungsquote in solchen Fällen sei minimal. Was ihr besonders Sorge bereitet: "Schneckenkorn ist leuchtend blau eingefärbt und soll süßlich schmecken. Da besteht die Gefahr, dass auch mal ein Kind zu Schaden kommt.

Schneckenkorn in einer größeren Menge ist für einen Hund lebensgefährlich, sogar noch gefährlicher als Rattengift, weil es schneller wirksam wird. Erste Symptome einer Schneckenkornvergiftung zeigen sich oft schon nach 30 Minuten. Das Problem: Es gibt kein Gegengift. Wenn die toxischen Wirkstoffe erst einmal in den Kreislauf gelangt sind, stehen die Überlebenschancen für den betroffenen Hund ausgesprochen schlecht. Die Aufnahme von Schneckenkorn ist zudem schlecht zu diagnostizieren. Nur ein Nachweis durch eine Laboruntersuchung gibt genauen Aufschluss.

Bislang gibt es keine Hinweise auf den Täter, teilt die Polizei mit. Die Beamten bitten jetzt die Bevölkerung um Mithilfe. Wer Angaben machen kann, wird gebeten, sich unter 09221/6090 mit der PI Kulmbach in Verbindung zu setzen.

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Melitta Burger
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Veröffentlicht am:
30. 04. 2018
09:03 Uhr

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30. 04. 2018
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