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Kulmbach

Sieben Minuten für große Poesie

Poetry Slam ist nach wie vor sehr beliebt. Im Saal der Kulmbacher Kommunbräu traten Texter und Dichter aus ganz Bayern gegeneinander an.



Die Teilnehmer des 23. Poetry Slams in der Kommunbräu (vorne, von links): Rahel Behnisch, Singer-Songwriterin Ronja Künkler und Frederike Jakob sowie (hinten, von links) Gewinner Yannik Ambrusits, Dominik Hopp, Raphael Breuer und Slammasterin Simone Bilz. Foto: Rainer Unger
Die Teilnehmer des 23. Poetry Slams in der Kommunbräu (vorne, von links): Rahel Behnisch, Singer-Songwriterin Ronja Künkler und Frederike Jakob sowie (hinten, von links) Gewinner Yannik Ambrusits, Dominik Hopp, Raphael Breuer und Slammasterin Simone Bilz. Foto: Rainer Unger  

Kulmbach - Der Saal der Kulmbacher Kommunbräu platzte aus allen Nähten: Zum 23. Mal hatte Simone Bilz unter dem Motto "Die Kommune slammt" eingeladen. Fünf junge Dichter gingen an den Start.

Als sie vor mehr als einem Jahrzehnt erstmals mit der Kunstform des Poetry Slam in Kontakt kam, war Simone Bilz sofort begeistert. Sie besuchte unter anderem die deutschsprachigen Meisterschaften und hatte bald erste eigene Auftritte. Ihr Wunsch war es, auch die Kulmbacher damit bekannt zu machen. Ihre Idee kam beim Chef der Kommunbräu, Frank Stübinger, gut an. So ging im Juni 2012 in der Brauereiwirtschaft die Premiere über die Bühne. Mittlerweile ist "Die Kommune slammt" etabliert und durchwegs gut besucht.

Eröffnet wurde der Abend von Ronja Künkler. Die Singer-Songwriterin präsentierte in mehreren kurzen Auftritten eigene deutschsprachige Kompositionen. In ihren Liedern verarbeitet sie Themen, die sie beschäftigen. So hat sie "Schmerzfrei" beispielsweise für eine Freundin, die an Depressionen litt, geschrieben, verriet die Regensburgerin, die schon eine CD herausgebracht hat.

Simone Bilz erläuterte den Neulingen im Publikum die Regeln. Die Teilnehmer tragen eigene Texte vor, für die sie sieben Minuten Zeit haben. Genau genommen performen sie die Texte, denn bei der Bewertung kommt es auch auf die Art und Weise an, wie jeder der jungen Männer und Frauen seinen Auftritt gestaltet. Ob es sich um Prosa oder Gedichte handelt ist dabei ebenso egal wie ob es sich um lustige, sozialkritische oder auch zum Nachdenken anregende Texte handelt. Fünf Zuschauer, die als Jury fungieren durften, hatten vorher Wertungstafeln mit den Ziffern von eins bis zehn bekommen, wobei zehn die höchste Wertung darstellte. Der jeweils niedrigste und höchste Wert pro Slammer wurde dabei gestrichen.

Nach der Auslosung der Reihenfolge durfte zunächst Rahel Behnisch aus Nürnberg an den Start. Sie machte sich Gedanken, wozu ein Stuhl gut ist, angefangen von einem Königsthron bis hin zum Sessel, auf dem die Oma sitzt. Yannik Ambrusits aus Erlangen beschäftigte sich mit dem Thema Macht, überzeugte da schon mit Wortspielen wie "Macht was aus eurem Leben". Erfahrungen aus einer Jordanienreise verarbeitete Frederike Jakob aus Erlangen in ihrem ersten Auftritt. Raphael Breuer aus Bayreuth hatte sich unter dem Titel "Der Gesprächsbaum" den Small-Talk als Thema ausgewählt, bezog wie kein anderer der Teilnehmer das Publikum in seinen Auftritt ein und kam mit 27 Punkten klar auf den ersten Platz. Das konnte auch der zweite Bayreuther Dominik Hopp nicht verhindern, der sich über einen den täglichen Ablauf bestimmenden Stundenzettel ausließ.

In umgekehrter Reihenfolge gingen die fünf Slammer in Durchgang zwei an den Start, und auch da brachten sie kreative, unterhaltsame, lustige und originelle Texte zu Gehör. Nach der Auszählung der Punkte war klar, Raphael Breuer und Yannik Ambrusits waren ins Finale eingezogen. In diesem gab es keine Bewertung mehr, sondern da entschieden die Lautstärke und die Länge des Applauses des gesamten Publikums. Die kuriose und witzige Geschichte von Yannik Ambrusits über die Entstehung des Namens Adidas sorgte dafür, dass er den klar stärkeren Applaus erhielt. Weil die Künstler bei Poetry Slams in der Regel keine Gage bekommen, hatte Simone Bilz in der Pause "den Hut herumgehen lassen". Den überreichte sie dem Gewinner, der den Gewinn brüderlich mit seinen Mitstreitern teilte.

Autor

Rainer Unger
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Veröffentlicht am:
14. 01. 2019
17:40 Uhr

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