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Sperrung könnte bald ein Ende haben

Vom 6. Mai an läuft die Untersuchung, ob die Autobahnauffahrt bei Himmelkron wieder geöffnet werden kann. Die Wirtschaft im Ort würde das sehr begrüßen.



Nichts geht mehr von Himmelkron aus auf die A 9 in Richtung Süden. Die Sperrung der Auffahrt macht sich auch bei den Himmelkroner Unternehmen und der Gastronomie im Ort bemerkbar. Es kommen weniger Gäste als sonst. Aber vielleicht ändert sich das schneller als gedacht. Foto: Gabriele Fölsche
Nichts geht mehr von Himmelkron aus auf die A 9 in Richtung Süden. Die Sperrung der Auffahrt macht sich auch bei den Himmelkroner Unternehmen und der Gastronomie im Ort bemerkbar. Es kommen weniger Gäste als sonst. Aber vielleicht ändert sich das schneller als gedacht. Foto: Gabriele Fölsche  

Himmelkron - Wer in der Nähe von Himmelkron wohnt und normalerweise über die A 9 in Richtung Süden zur Arbeit fährt, muss seit März bereits Umwege fahren. Die Auffahrt in Himmelkron ist wegen der Bauarbeiten auf der A 9 weiterhin gesperrt, und das wird auch noch eine Weile dauern. Doch die gesperrte Einfahrt in Richtung Nürnberg und zur A 70 wirkt sich nicht nur auf Pendler aus. Die Himmelkroner Gastronomie und die Autohöfe haben deutlich weniger Gäste, und auch zahlreiche Unternehmen müssen sehen, wie sie angesichts der momentan gekappten direkten Anbindung an die Fernstraße zurechtkommen. Das kostet Zeit und Geld. Bei der Autobahndirektion ist man sich dessen bewusst. "Wir tun alles, was möglich ist und versuchen, einen Mittelweg zu finden", sagt Sprecherin Edith Kolarek. Sie macht aber auch deutlich, dass eine Großbaustelle auf der Autobahn immer mit Einschränkungen verbunden ist. "Wir versuchen, das Übel so klein zu halten wie möglich."

 

Untersuchung: Eigentlich war es vorgesehen, die Sperrung des Auffahrtsasts bis in den späten Herbst hinein aufrecht zu erhalten. Doch die zahlreichen Proteste aus der Region wurden bei der Autobahndirektion gehört. Vom 6. Mai an soll die Strecke nun per Video überwacht und so das Verkehrsaufkommen dokumentiert werden. Eine Woche, sagt Edith Kolarek, werde dies dauern, damit man Daten von jedem Wochentag erhalte. Diese Daten werden dann ausgewertet. Sollte es sich erweisen, dass eine vorübergehende Öffnung der Einfahrt möglich ist, werde dies auch umgesetzt, und sei es nur an bestimmten Tagen oder zu bestimmten Uhrzeiten. Eventuell, sagt die Sprecherin der Autobahndirektion, werde es schon Mitte Mai eine Entscheidung geben, die dann auch schnell umgesetzt werden könnte.

 

Lieferung: Michael Kauer ist der Chef im "Lanzendorfer Backparadies". Fünf Lieferwagen machen sich von dort aus jeden Tag frühmorgens auf den Weg, um die Kunden der Bäckerei zu beliefern. Das muss, Baustelle hin oder her, pünktlich geschehen. "Wir haben jetzt längere Fahrwege. Für uns ist das ein höherer Aufwand", sagt der Unternehmer. Er hofft, dass die Auffahrt früher als angekündigt wieder geöffnet wird. Der Verkehr laufe auf der A 9 flüssiger, seit es zwei Fahrstreifen in jede Richtung gibt, sagt er. Für die Fahrten nach Bayreuth habe seine Bäckerei nun mehr Fahrtzeit einkalkuliert, die Mitarbeiter machen sich entsprechend früher auf den Weg. Rund zehn Minuten mehr pro Lieferfahrt fallen laut Michael Kauer an. Das kostet Geld, aber der Bäckermeister hat sich damit abgefunden. "Wenn es der Sicherheit dient, müssen wir das akzeptieren."

 

Frühstart: Stephan Meixner, der Geschäftsführer der Spedition Emons in Himmelkron, nimmt die Lage gelassen, obwohl die gesperrte Einfahrt angesichts der Größe seines Unternehmens einiges an Aufwand erfordert. Rund 100 Fahrten pro Tag werden von Emons-Fahrern in Richtung Süden und Westen unternommen. Fahrten, die jetzt wegen der Umleitungen jeweils 15 Minuten mehr in Anspruch nehmen. "Wir haben uns intern darauf eingestellt und versuchen, die längeren Fahrtzeiten durch frühere Abfahrten auszugleichen. Wichtig ist, dass die Sicherheit gewährleistet ist. Das wird schon mal zu Ende gehen. Als die Bundesstraße gemacht wurde, war es schlimmer. Irgend wie geht es immer." Die Lkw von Emons fahren jetzt statt direkt vor der Haustür über den Bindlacher Berg auf die Autobahn, wenn sie nach Süden oder Westen unterwegs sind.

 

Anstrengend: Volkmar Ehgartner vom Gasthof Opel bestätigt: "Wir haben weniger Gäste, seit die Auffahrt dicht ist. Welcher Lkw-Fahrer fährt da raus, wenn er nicht mehr reinkommt?" Doch es sind nicht nur die Brummi-Fahrer, die als Gäste fehlen. Wegen seiner guten Küche ist das Restaurant auch bei vielen Menschen aus der Region beliebt, die sonntags dort gerne ihren Braten essen. Doch vor allem aus der Region um Bayreuth bleiben die Gäste momentan dem Restaurant fern. "Gerade ältere Leute fahren die Wege, die sie kennen. Alles, was anders ist, ist schlecht. Denen ist die Fahrt über die Dörfer zu anstrengend." Sollte die Sperrung der Auffahrt tatsächlich bis November dauern, wäre das für seinen Betrieb "sehr geschäftsschädigend", sagt Volkmar Ehgartner. "Wir merken das extrem."

 

Verständnis: Jürgen Stübinger von der Frankenfarm weist darauf hin, dass der Verkehr von der A 9 aus beiden Richtungen in Himmelkron abfahren kann. Das sei schon mal gut. "Danach ist es halt für die Leute ärgerlich, wenn sie nicht mehr draufkommen." Busunternehmen, die sonst mit ganzen Reisegruppen in der Frankenfarm Station machen, sagen laut Stübinger derzeit schon mal ab. Und auch wenn es sich auf der Autobahn staut, lässt die Zahl der Gäste in der Frankenfarm nach. Auch Stübinger hofft natürlich, dass die Sperrung der Auffahrt schnellstmöglich wieder aufgehoben wird. Aber er hat Verständnis für die aktuelle Situation trotz weniger Gäste und trotz längerer Fahrtzeiten für sich selbst und viele seiner Mitarbeiter. "Die Sicherheit geht vor. Da müssen die wirtschaftlichen Interessen auch mal zurückstehen. Wenn die Auffahrt geöffnet würde und es würde deswegen etwas passieren, wäre das sehr problematisch."

 

Staus: Massive Staus aufgrund der Baustelle an der Lanzendorfer Autobahnbrücke gehörten zum täglichen Bild, bevor die Auffahrt bei Himmelkron in Richtung Süden dichtgemacht wurde. Immer wieder kam es dabei auch zu Auffahrunfällen, die die Staus noch verlängerten. Als Anfang März ein junger Lkw-Fahrer einen Stau vor ihm zu spät bemerkte und bei dem nahezu ungebremsten Aufprall auf einen Tanklastzug ums Leben kam, hat die Autobahndirektion schnell reagiert. Wenige Tage später war bereits klar: Die Auffahrt wird gesperrt, um die Verkehrssicherheit während der Bauarbeiten zu verbessern. Die Entscheidung wurde auch damals nicht aus dem Bauch heraus getroffen, sondern aufgrund der Auswertung von Videoaufnahmen, mit denen die Verkehrsströme untersucht werden konnten. Das Einfädeln von Fahrzeugen, die bei Himmelkron auf die Autobahn fuhren, hatte in dem dichten Verkehr zu immer noch mehr Verzögerungen geführt. Die Tatsache, dass die insgesamt fünf Fahrstreifen für beide Richtungen im Baustellenbereich ziemlich eng waren, löste weitere Probleme aus. Deswegen hatte man sich später entschieden, jeweils zwei Fahrspuren anzubieten, die eine ausreichende Breite aufweisen. Das hat Entspannung gebracht. Auf dieser Grundlage können nun weitere Überlegungen angestellt werden, ob die Auffahrt zumindest zeitweise wieder geöffnet werden kann. Die Anlieger an den nun stark frequentierten Umleitungsstrecken würden sich darüber ebenso freuen wie die Fahrer, die wegen der Sperrung länger unterwegs sein müssen.

 

Vorausschau: Das eine Verkehrsproblem im Bereich Himmelkron ist noch nicht gelöst, da bahnt sich bereits das nächste an. Im September wird die B 303 zwischen Ludwigschorgast und Himmelkron neu asphaltiert. Schon jetzt ist angekündigt, dass die Bundesstraße deswegen voraussichtlich für 14 Tage komplett gesperrt werden muss.

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Melitta Burger
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Veröffentlicht am:
23. 04. 2019
17:52 Uhr

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Melitta Burger

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23. 04. 2019
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