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Kulmbach

Sternfahrt: Sicherheit bleibt im Mittelpunkt

Das Wetter hat es dieses Jahr nicht gut gemeint mit den Bikern. Trotzdem haben sich Tausende nicht abhalten lassen, an der Sternfahrt in Kulmbach teilzunehmen.



Vom Wetter lassen sich die Macher der Motorradsternfahrt in Kulmbach nicht abschrecken (von links): Oberfrankens Polizeipräsident Alfons Schieder, Oberbürgermeister Henry Schramm, Innenminister Joachim Herrmann in der Kluft der internationalen Polizei-Motorrad-Vereinigung "Blue Knights" und der Vorstandssprecher der Kulmbacher Brauerei, Markus Stodden. Gemeinsam führten sie später den großen Korso durch die Innenstadt an. Foto: Melitta Burger
Vom Wetter lassen sich die Macher der Motorradsternfahrt in Kulmbach nicht abschrecken (von links): Oberfrankens Polizeipräsident Alfons Schieder, Oberbürgermeister Henry Schramm, Innenminister Joachim Herrmann in der Kluft der internationalen Polizei-Motorrad-Vereinigung "Blue Knights" und der Vorstandssprecher der Kulmbacher Brauerei, Markus Stodden. Gemeinsam führten sie später den großen Korso durch die Innenstadt an. Foto: Melitta Burger  

Kulmbach - Fünf Grad und Dauerregen: Das waren alles andere als optimale Bedingungen für die Motorradsternfahrt. Das miserable Wetter hat am Wochenende viele Biker davon abgehalten, sich auf den Weg nach Kulmbach zu machen. Die Hartgesottenen schreckten die kühlen Temperaturen und das viele Wasser allerdings nicht, und am Ende wurden sie belohnt. Fast pünktlich zum Start des großen Korso durch die Kulmbacher Innenstadt (Fotos auf der nächsten Lokalseite) hörte es auf zu regnen. Am Nachmittag ließ sich dann sogar die Sonne blicken und machte es angenehm, im großen Biergarten zu sitzen, in dem alkoholfreie Getränke im Vordergrund standen. Zahlreiche Besucher, ob mit oder ohne Motorrad, besuchten die große Sicherheitsmesse auf dem Brauereigelände, ließen sich von Live-Bands und Mitarbeitern von Antenne Bayern bestens unterhalten und betrachteten mit Interesse die verschiedenen Vorführungen rund um das Thema Sicherheit im Straßenverkehr. Hunderte von Helfern tragen jedes Jahr dazu bei, die Sternfahrt nicht nur zur größten Motorradveranstaltung Süddeutschlands zu machen, sondern auch das besondere Flair zu garantieren, das Biker aus ganz Deutschland und darüber hinaus nach Kulmbach lockt.

"Gebaute" Verkehrssicherheit und gelassenes Fahren

Seit Jahren wird im Freistaat Bayern viel dafür getan, um beliebte Motorradstrecken so sicher wie möglich zu machen. "Gebaute" Verkehrssicherheit ist dabei das Stichwort. Eines der Ziele des Bayerischen Verkehrssicherheitsprogramms ist es, nicht nur die Zahl, sondern auch die Schwere von Verkehrsunfällen mit Motorradfahrern zu verringern. Laut Bayerns Verkehrsminister Dr. Hans Reichhart setzen die Verkehrsbehörden im Freistaat weiterhin auf sogenannte Unterfahrschutzbleche an Leitplanken. Sie sollen verhindern, dass ein Motorradfahrer nach einem Sturz unter die Leitplanke rutscht und dort bei einem Aufprall auf einen der Pfosten schwer verletzt oder gar getötet wird. Die Staatlichen Bauämter haben nach Angaben des Verkehrsministers in den vergangenen Jahren bereits rund 750 Kurven mit einer Gesamtlänge von mehr als 130 000 Metern mit einem solchen Unterfahrschutz ausgerüstet. Rund 4,9 Millionen Euro haben diese Verbesserungen in Sachen Sicherheit gekostet. "So wollen wir schwere Verletzungen im Falle eines Sturzes vermeiden", sagt der Minister.

Der Unterfahrschutz ist nicht die einzige bauliche Maßnahme, die mehr Sicherheit schaffen soll. Das Programm "sichere Landstraße zielt auf die Beseitigung von Unfallschwerpunkten oder die Entschärfung unfallträchtiger Stellen, etwa durch die Verbesserung von Kurvenverläufen.

Doch in erster Linie, sagt Innenminister Joachim Herrmann, sind es die Motorradfahrer selbst ,die viel für ihre Sicherheit tun können. "Cruisen statt Rasen" empfiehlt Joachim Herrmann, der selbst ein passionierter Biker ist. "Für Motorradfahrer gelten dieselben Regeln wie für die anderen Verkehrsteilnehmer. Das heißt auch für sie: Am besten gelassen und defensiv fahren. Jetzt zu Beginn der neuen Motorradsaison besonders, denn viele Autofahrer müssen sich gedanklich erst wieder an die Motorradfahrer im Straßenverkehr gewöhnen."

Die steht im Mittelpunkt einer jeden Sternfahrt. "Ankommen statt Umkommen" ist das Motto dieser Veranstaltung seit nunmehr 19 Jahren. In diesem Jahr sei es besonders wichtig, auf die Sicherheit der Motorradfahrer hinzuweisen, machte Hermann deutlich. Im vergangenen Jahr wurden mit 9548 Motorradunfällen 6,1 Prozent mehr Crashs gezählt. 8440 Verletzte gab es dadurch. Die Zahl der getöteten Biker in Bayern lag mit 147 rund 20 Prozent über dem Vorjahreswert. "Fast jeder vierte getötete Verkehrsteilnehmer in Bayern war ein motorisierter Zweiradfahrer. Das bereitet mir große Sorgen." Laut Joachim Herrmann ist für die vielen Unfälle auch der lange und heiße Sommer mitverantwortlich. Doch natürlich sei es nicht das Wetter allein.

 

Rund 50 Prozent der Unfälle verursachen die Biker selbst. Der Rat des selbst begeisterten Bikers Herrmann: "Vernunft walten lassen, sich nicht überschätzen, das Bike überprüfen lassen und am Beginn der Saison einen Auffrischungskurs machen!" Die Polizei werde angesichts der gestiegenen Unfallzahlen in diesem Sommer noch mehr kontrollieren. Schwerpunkte liegen dabei laut Joachim Herrmann auf Tempokontrollen, aber auch auf der Überwachung von Überholverboten. Der Minister würde sich wünschen, dass mehr Biker zur Einsicht kommen und mit mehr Gelassenheit zu ihren Touren starteten. Besondere Vorsicht sei jetzt im Frühling angebracht. Wenn man mehrere Monate nicht gefahren ist, könne man leicht das Gefühl verlieren, wie die Maschine in der Kurve liegt und die Bremsen reagieren. Direkt an die Motorradfahrer gerichtet betonte der Minister: "Starten Sie nicht ohne ausreichendes ‚Aufwärmtraining‘."

28.04.2019 - Sternfahrt 2019: Großer Korso durch die Kulmbacher Innenstadt - Foto: Martin Kreklau

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Aber auch an die Autofahrer richtete der Minister die Bitte, sich mit dem Beginn der Motorradsaison wieder mehr auf die Biker einzustellen. "Jetzt sind wieder mehr Motorradfahrer unterwegs. Man muss mit ihnen rechnen. Die Geschwindigkeit eines Motorrads wird oftmals unterschätzt und manchmal werden sie auch übersehen." Rücksicht sei sehr wichtig. "Ein Motorradfahrer hat wenig passive Sicherheit. Er hat keine Knautschzone." Jeder Unfall berge die Gefahr schwerster Verletzungen.

In allen bayerischen Polizeipräsiden seien inzwischen Motorradkontrollgruppen eingerichtet worden. Sie kümmern sich laut Herrmann speziell um die Motorradkontrollen und achten dabei neben der Verkehrssicherheit auch auf Lärmschutz. Drüber hinaus seien für dieses Jahr landesweite Motorradkontrollaktionen Polizei geplant.

Das schlechte Wetter am Wochenende gefiel Oberfrankens Polizeipräsident Alfons Schieder gar nicht. Er hatte vor der Sternfahrt zugesagt, für Sonne zu sorgen. Angesichts der Umstände war Schieder aber zufrieden mit dem Besuch. Übers ganze Jahr werde die Sternfahrt vorbereitet. Das alleine muss man würdigen, unabhängig davon, ob jetzt 10 000 oder 30 000 Besucher da sind.

Oberfrankens Polizei tue seit Jahren viel im Bereich der Prävention, um Unfälle mit Motorrädern am besten zu verhindern. Doch auch in der Region werde die Polizei der Ankündigung des Innenministers folgen und mehr Kontrollen ansetzen. "Wir haben wie alle anderen Polizeipräsidien eine Motorradkontrollgruppe eingerichtet. Motorradfahrer sind bei den Verkehrstoten deutlich überrepräsentiert. Dagegen muss man präventiv, aber auch repressiv etwas tun."

Die 19. Motorradsternfahrt in Kulmbach hatte am Sonntagvormittag gerade begonnen, da gab Innenminister Joachim Herrmann bereits einen Ausblick auf das kommende Jahr, in dem die Sternfahrt zum 20. Mal stattfindet: "Ab heute Abend wird die Jubiläums-Sternfahrt geplant."

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Melitta Burger
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Veröffentlicht am:
28. 04. 2019
16:44 Uhr

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Melitta Burger

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28. 04. 2019
16:44 Uhr



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