Lade Login-Box.
Topthemen: 30 Jahre GrenzöffnungBilder vom WochenendeHofer Filmtage 2019VER Selb

Kulmbach

Von allen geschätzt und geliebt

Gertrud Türk hat im Kreis ihrer Familie 100. Geburtstag gefeiert. Auch im hohen Alter hat die Kulmbacherin noch immer einen lockeren Spruch auf Lager.



100. Wiegenfest hat am Freitag in Kulmbach Gertrud Türk gefeiert. Unser Bild zeigt die Jubilarin, Oberbürgermeister Henry Schramm und Urenkelin Elena (vorne). sowie (hinten von links) Sohn Heinrich Türk, stellvertretender Landrat Dieter Schaar, Enkel Hannes Wegener mit Urenkel Ben und Heimleiterin Renate Seuß.	Foto: Dieter Hübner
100. Wiegenfest hat am Freitag in Kulmbach Gertrud Türk gefeiert. Unser Bild zeigt die Jubilarin, Oberbürgermeister Henry Schramm und Urenkelin Elena (vorne). sowie (hinten von links) Sohn Heinrich Türk, stellvertretender Landrat Dieter Schaar, Enkel Hannes Wegener mit Urenkel Ben und Heimleiterin Renate Seuß. Foto: Dieter Hübner  

Kulmbach - In geistiger Frische hat Gertrud Türk im Kreis ihrer Familie am Freitag ihren 100. Geburtstag gefeiert. Für die Stadt gratulierte Oberbürgermeister Henry Schramm. Er überbrachte der Trägerin der Stadtmedaille. Gleichzeitig übermittelte er die Glückwünsche sowie eine Ehrenmedaille und eine Urkunde des Bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder. Stellvertretender Landrat Dieter Schaar, viele Freunde und Bekannte reihten sich neben der Familie mit Sohn Heinrich, Tochter Sabine, Enkel Hannes und den Urenkeln Elena und Ben in die Schar der Gratulanten ein.

Ihr Rezept für die Erreichen dieses Gnadenalters klingt ebenso knapp wie einfach und könnte eigentlich von jedem beherzigt werden: "Anständig sein." Und jeder nimmt ihr das vorbehaltlos ab.

"Ich habe mich mit meinem Mann, der 2010 verstorben ist, immer bestens verstanden und ein glückliches und interessantes Leben hinter mir", sagt sie an ihrem Ehrentag, als sie mit einem gelben Kostüm in einem Sessel im Wohnzimmer ihres Sohnes sitzt und an ihrem Sektglas nippt.

Geboren ist sie nahe Stettin im ehemaligen Pommern. Nach der Flucht 1945 fand sie in Kulmbach bei ihrer Schwester, die bereits vor dem Krieg hier war, ihre erste Anlaufstation. Als Chefsekretärin war sie bei der Firma Sauermann tätig und lernte bald ihren späteren Mann kennen, der am Hundsanger die 1926 gegründete Sackfabrik Türk besaß. 1950 heirateten die beiden. Tochter Sabine und Sohn Heinrich machten das Glück perfekt.

Auch nach ihrer Vertreibung blieb Gertrud Türk eine überzeugte Pommerin. Sie führte viele Jahre die Ortsgruppe der pommerschen Landsmannschaft und war Vorstandsmitglied des Landesverbandes. Sehr engagiert war sie auch im Fränkischen Frauenverband, einem Zusammenschluss von Frauen mittleren Alters, die sich kulturellen Themen widmeten. Sie organisierte Konzert- und Theaterfahrten und viele, auch weite Reisen. Es gibt fast kein Land in Europa, das sie mit ihrem Mann und dem Frauenverband nicht besucht hat. An allem Schönen konnte und kann sie sich noch heute erfreuen. Den Frauenverband gibt es zwar nicht mehr, aber ein harter Kern von etwa zehn Frauen mit Elisabeth von Schlehdorn an der Spitze trifft sich immer noch einmal im Monat.

Immer gut gekleidet, wurde Gertrud Türk aufgrund ihres ausgeglichenen Wesens, ihres Charmes, ihres damenhaften Auftretens und ihrer Persönlichkeit von allen geschätzt und geachtet. Da verwundert auch ihr Ausspruch "Ich habe keine Feinde gehabt" nicht sonderlich. Alle glauben ihr das sofort.

Von größeren Krankheiten blieb die Jubilarin verschont. Das Gehör funktioniert zwar nicht mehr so richtig, aber im Kopf ist sie noch erstaunlich fit und hat immer einen guten Spruch drauf. Ihre leichten Diabetes-Probleme kommentiert sie mit "Das bisschen Zucker macht das Leben erst süß". Bis Mitte Dezember letzten Jahres hat sich die Jubilarin in ihrem Haus am Hundsanger noch selbst versorgt. Am 12. Dezember 2018 ist sie in die AWO-Karl-Herold-Seniorenwohnanlage in der Johann-Brenk-Straße umgezogen. Heimleiterin Renate Seuß staunt immer wieder über die rüstige alte Dame und sagt voller Respekt: "Frau Türk hat gleich Bekanntschaften geschlossen und geht jeden Tag selbstständig zum Essen."

Autor

Dieter Hübner
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
23. 08. 2019
17:30 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Familien Frauenverbände Freunde und Bekannte Geburtstage Heinrich Henry Schramm Hochzeiten Landesverbände Markus Söder Männer Schwestern Söhne Töchter
Kulmbach
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Prächtig hergerichtet ist seit Kurzem wieder der Kulmbacher Ratskeller. Eine Gaststätte ist er nicht mehr. Fotos: Erich Olbrich

16.06.2019

Ein Dämon als Türklopfer

Das Anwesen Marktplatz 13 in Kulmbach ist schon lange keine Gaststätte mehr. Doch das Gebäude ist wieder stattlich hergerichtet und weist interessante Einzelheiten auf. » mehr

Die Fahrt auf dem Frankenfloß machte den Kulmbacherinnen und Werner Schmied sichtlich Spaß. Andi Häckel sorgte zusammen mit Heinz Proske für zünftige Musik.	Foto: Rainer Unger

14.08.2019

Zum Jubiläum mit dem Floß auf Tour

Fidele Truppe feiert Geburtstag: Seit 25 Jahren gibt es die Damengymnastik der Kulmbacher Siedler. » mehr

Die Tochter von Adam Hohner, Anna, mit ihrem Mann Adam Hellmuth. Sie führte den "Hohner’sch Odl" 50 Jahre lang.

08.11.2019

Der "Hohner'sch Odl"

Mit Herzblut hat Waltraud Sommer die Gaststätte ihres Urgroßvaters bis zu ihrem Tod geführt. Der Hausname beruht auf ihrem Großvater Adam. » mehr

Ralph (links) und Heinz Biedermann haben dasselbe Hobby. In ihrem Haus und Garten fahren drei verschiedene Eisenbahnen. Fotos: Gabriele Fölsche

12.11.2019

Befallen vom Eisenbahn-Virus

Modelleisenbahnen sind ein Hobby fürs große und fürs kleine Kind. Bei den Biedermanns in Kulmbach laufen gleich drei Bahnen in Haus und Garten. » mehr

Input für die Kunst des Bierbrauens holt sich Unternehmer Alexander Iltyakov (zweiter von rechts) in der Hausbrauerei "Zum Gründla". Und erläutert Wirt Werner Pittroff (links daneben) und Stadtrat Ingo Lehmann (links) sein Vorhaben in der Heimat. Kameramann Lev Yozhakov (rechts) dreht darüber einen Werbefilm. Foto: Gabriele Fölsche

31.10.2019

Bier soll Arbeitsplätze schaffen

Alexander Iltyakov ist im Gründla zu Gast und blickt den Brauern über die Schulter. Das Ziel des Unternehmers: die Verbesserung der Infrastruktur in seinem Heimatdorf in Russland. » mehr

Der Trabant hüllt die Straßen im November 1989 in Abgaswolken. Das Kult-Auto aus der DDR erreicht den Westen. Foto: Carsten Rehder/dpa

28.10.2019

Er knattert, stinkt und wird zum Kult

Der Trabant gilt als ein Symbol des Mauerfalls. Die Kolonne der DDR-Autos erscheint den Menschen in Kulmbach wie aus einer anderen Welt. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Eröffnung des Digitalen Gründungszentrums Hof

Gründerzentrum "Einstein 1" wird eingeweiht | 14.11.2019 Hof
» 30 Bilder ansehen

Wunsiedel

20. Wunsiedler Kneipennacht | 09.11.2019 Wunsiedel
» 98 Bilder ansehen

Kickers Selb - FC Vorwärts Röslau

Kickers Selb - FC Vorwärts Röslau | 09.11.2019 Selb
» 5 Bilder ansehen

Autor

Dieter Hübner

Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
23. 08. 2019
17:30 Uhr



^