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Kulmbach

Wer glaubt, ist nie allein

Eine bewegende musikalische Andacht erlebten die Besucher eines Konzerts in Marienweiher. Oswald Sattler gastierte in der Wallfahrtsbasilika.



Marienlieder vor dem Gnadenbild aus dem 15. Jahrhundert: Oswald Sattler singt am Sonntagabend vor Hunderten von Zuhörern aus der ganzen Region. Es sind Lieder des Gottvertrauens, die Kraft für den Alltag geben sollen. Foto: Wolfgang Schoberth
Marienlieder vor dem Gnadenbild aus dem 15. Jahrhundert: Oswald Sattler singt am Sonntagabend vor Hunderten von Zuhörern aus der ganzen Region. Es sind Lieder des Gottvertrauens, die Kraft für den Alltag geben sollen. Foto: Wolfgang Schoberth  

Marienweiher - Herzliche Begrüßungsworte fand Pfarrer Adrian Manderla in der vom warmen Abendlicht durchfluteten Rokoko-Kirche für die vielen Menschen, die aus der ganzen Region, sogar aus Tschechien, angereist waren. Eine Konzertandacht im Marienmonat Mai wolle man gemeinsam feiern, kündigte der Franziskanerpater an, zusammen mit einem bekannten Künstler. Als bekennender Katholik wolle Oswald Sattler den Glauben in seinen Liedern ausdrücken. Er möchte, dass Menschen die Texte und Lieder ganz bewusst aufnehmen.


Stimme der Berge: Sehr ruhig, sehr aufrecht, im gut geschnittenen dunklen Trachtenanzug mit roter Weste tritt Oswald Sattler ans Mikrofon. Er steht vor dem Altar, neben der Osterkerze; im Mittelpunkt des Hochaltars hinter dem Sänger erstrahlt das Gnadenbild der Muttergottes von Marienweiher. Der einzigartig schöne, kraftvolle Ort wirkt mit, wenn Oswald Sattler Lieder und Gedanken vorträgt. Zu Beginn ein gesungenes Gotteslob: "Wie groß bist Du". Der Refrain, von Hörnern und Streichinstrumenten aus dem Playback unterstrichen, klingt volkstümlich, tirolerisch: "Dann jauchzt mein Herz. Du großer Herrscher Du, wie groß bist Du." Der leichte Südtiroler Akzent mit seinen kehligen Lauten gibt dem Hochdeutsch der Lieder behagliche Farbe. Als die "Stimme der Berge" wird Oswald Sattler oft bezeichnet.

Große Familie: Der Sänger wurde als fünftes von acht Kindern in eine Familie hineingeboren, in der von jeher musiziert wurde. Sein Geburtsort Kastelruth in Südtirol ist für viele Freunde der Volksmusik ein Magnet, seit sich dort 1975 die erfolgreichen "Kastelruther Spatzen" zusammengetan haben. Oswald Sattler war mit 17 Jahren eines der Gründungsmitglieder der Formation und trat mit ihr 18 Jahre lang auf. Dann eine Wende: der indes verheiratete Mann und Vater zweier Söhne entschied sich zum Rückzug aus dem Showgeschäft. Die Familie und seine Landwirtschaft rückten an die vorderste Stelle. Nach drei Jahren künstlerischer Pause kehrte Sattler auf die Bühne zurück, jetzt mit Solo-Auftritten. Und wieder feierte er große Erfolge, belegte beim Grand Prix der Volksmusik vorderste Plätze und erhielt goldene Schallplatten und zwei goldene Stimmgabeln. 2003 ging Oswald Sattler erstmals auf Kirchenkonzert-Tournee und hat seither mehrere Tonträger mit sakralen Inhalten veröffentlicht. Aus ihnen präsentierte er in Marienweiher eine Auswahl.


Zur Ruhe kommen: Als ein Innehalten im Alltag will Sattler seinen Auftritt verstehen, als Gelegenheit zum Überlegen, was wichtig ist im Leben - zuerst der "Frieden für die Menschen dieser Welt". Die ersten Lieder wurzeln im katholischen Glaubensleben. Da ist die Erinnerung an eine Wallfahrt nach Lourdes, die Sattler mit seiner Familie vor einigen Jahren unternommen hat, wenn er das "Ave Maria von Lourdes" singt, eine Ballade, die von der Marienerscheinung vor dem Mädchen Bernadette erzählt. Die Erstkommunion als Beginn eines Lebens mit Gott besingt das Lied "Dir, Herr entgegen". "Des Himmels rote Rosen" sind Sinnbild für die verzeihende Liebe Gottes. Sattler schildert die Marterln und Bildstöcke in seiner Südtiroler Heimat, die Menschen aus Dankbarkeit für die Hilfe durch die Muttergottes aufgestellt haben. "Maria hat geholfen", ist darauf zu lesen, genauso wie auf den vielen Votivbildern in der Kirche von Marienweiher. Schwerlich kann man sich einen geeigneteren Ort für Sattlers Lieder vorstellen als die Pilgerstätte im Frankenwald. "Heilig sind die Tränen" ist ein Lied zu Ehren der schmerzhaften Muttergottes: als eine Frau, die am Leben hängt und den schrecklichen Tod ihres Sohnes miterleben muss, ist sie den Menschen nahe.


Lieder des Gottvertrauens: Schließlich, als erster Höhepunkt, das Marienlied, das Sattler als eines der schönsten empfindet: Schuberts "Ave Maria". Mit seinem weichen Tenor trägt er es so vor, dass er als Sänger bescheiden hinter der Aussage zurücktritt. "Er singt mit dem Herzen", sagt ein Zuhörer in der Pause. Im zweiten Teil des Konzerts erweitert sich der Themenkreis christlicher Lieder. Immer wieder sind es Appelle an das Vertrauen auf die bedingungslose Liebe Gottes. Das bekannte Gesangbuch-Lied von Georg Thurmair "Wir sind nur Gast auf Erden" versteht das Leben als Pilgerschaft. Das zu Herzen gehende "Näher mein Gott zu dir" grenzt auch den Tod nicht aus. Als Georg Ratzinger als Papst Benedikt XVI. seine Antrittspredigt hielt, prägte er den Satz "Wer glaubt, ist nie allein". Sattler greift den Zuspruch in einem Lied auf, dessen Trost das Publikum besonders ansprach. Mit einem neuen Abendlied verabschiedete sich Sattler. Pfarrer Adrian Manderla bedankte sich beim Künstler für seine Lieder, die gesungene Gebete seien, und schloss die Konzertandacht mit einem irischen Segen. Ergreifend das Schlusslied: Der Gesang Hunderter von Menschen vereinigte sich zum "Großer Gott, wir loben dich".

Autor

Margret Schoberth
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Veröffentlicht am:
27. 05. 2019
17:52 Uhr

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Autor

Margret Schoberth

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Veröffentlicht am:
27. 05. 2019
17:52 Uhr



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