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Kulmbach

Zahl der Unfalltoten dramatisch hoch

Die Landesverkehrswacht sieht sich vor immer neuen Herausforderungen. Eine davon ist die Elektromobilität.



Über Elektromobilität diskutierten bei der Jahresversammlung der Landesverkehrswacht (von links) Moderator Wolfgang Prokoph, Andreas Eichhorn, Dr. Michael Fiedeldey, Udo Skrzypczak und Hermann Pfeifer.	Fotos: Werner Reißaus
Über Elektromobilität diskutierten bei der Jahresversammlung der Landesverkehrswacht (von links) Moderator Wolfgang Prokoph, Andreas Eichhorn, Dr. Michael Fiedeldey, Udo Skrzypczak und Hermann Pfeifer. Fotos: Werner Reißaus   » zu den Bildern

Kulmbach - Die Landesverkehrswacht Bayern ist am Wochenende für zwei Tage zu Gast in Kulmbach gewesen. In ihrer Jahresmitgliederversammlung, die am Freitagnachmittag in der Dr.-Erich-Stammberger-Halle begann, beschäftigten sich die Mitglieder unter dem Vorsitz ihres Präsidenten, dem Leiter der Bayerischen Staatskanzlei, Staatsminister Dr. Florian Herrmann, schwerpunktmäßig mit dem Thema Elektromobilität. Herrmann wurde erneut an die Spitze der Landesverkehrswacht gewählt.

Zu Beginn dankte der Staatsminister der Verkehrswacht von Kulmbach mit ihrem Vorsitzenden Jürgen Schmidt und Schriftführerin Sandra Hempfling an der Spitze für die Vorbereitung der Jahresmitgliederversammlung. Der Präsident verwies darauf, dass die Verkehrswacht immer wieder gefordert sei. "Es gibt immer wieder neue Herausforderungen, immer mehr Verkehr und immer mehr neue technische Möglichkeiten bei den Fahrzeugen. Das ist auch der Grund, weshalb wir uns heute mit der Elektromobilität beschäftigen."

Die Zahl der jährlichen Verkehrstoten beurteilte Präsident Dr. Florian Herrmann als nach wie vor dramatisch. "Wir hatten 2018 im Durchschnitt zwölf Verkehrstote pro Woche. Insgesamt waren es im Jahr 2018 618 Verkehrstote. Das ist der Grund, dass wir weiterarbeiten müssen."

Innenstaatssekretär Gerhard Eck bezeichnete die Landesverkehrswacht Bayern als starken Partner in Sachen Verkehrssicherheit. Mit Blick auf die Verkehrsunfallstatistik 2018 sagte Eck, dass es in Bayern zwar weniger Unfallopfer als im Jahr zuvor gegeben habe, die Zahl der Verkehrsunfälle aber leider erneut gestiegen sei. "Zu hohe Geschwindigkeit ist bei schweren Verkehrsunfällen dabei immer noch die Ursache Nummer eins", erklärte Eck.

Rund 30 Prozent aller tödlichen Verkehrsunfälle waren letztes Jahr darauf zurückzuführen. Auch das Missachten der Vorfahrt und Alkohol am Steuer seien häufige Unfallursachen. Eck setzt sich dafür ein, Lastwagen mit elektronischen Abbiegeassistenten auszustatten. "Auf diese Weise könnten viele Abbiegeunfälle von Lastkraftwagen vermieden werden." Die am 15. Juni 2019 in Kraft getretene neue Verordnung für Elektrokleinstfahrzeuge, die beispielsweise für Elektrotretroller oder E-Scooter gilt, begrüßte Eck ausdrücklich. "Mit der neuen Regelung haben wir die richtige Balance zwischen innovativer Mobilität und möglichst hoher Verkehrssicherheit gefunden."

In der Podiumsdiskussion ging es um die Elektromobilität. Die Moderation übernahm Wolfgang Prokoph. Seine Gesprächspartner waren Andreas Eichhorn vom Amt für Ländliche Entwicklung, Dr. Michael Fiedeldey von den Stadtwerken Bamberg, Udo Skrzypczak, stellvertretender Polizeipräsident von Oberfranken und Hermann Pfeifer. Andreas Eichhorn stellte das Projekt "Landmobile" vor: "Mit diesem Projekt sind wir angetreten, um die Elektromobilität zu stärken."

Dr. Michael Fiedeldey stellte fest, dass die Individualmobilität so günstig wie noch nie ist: "In der Bundesrepublik wurden in den vergangenen zehn Jahren 1,1 Millionen neue Fahrzeuge zugelassen." Der Geschäftsführer der Bamberger Stadtwerke kam zu dem Ergebnis: "Der Raum ist begrenzt, die Nachhaltigkeit muss im Mittelpunkt des Handelns stehen. Die Mobilitätswende ist nur mit der Energiewende und die Energiewende nur mit der Mobilitätswende möglich." Fiedeldey gab sich überzeugt, dass die Elektromobilität nur ein Bestandteil der Verkehrswende ist.

Vizepräsident Udo Skrzypczak vom Polizeipräsidium Oberfranken beschäftigte sich mit der Frage, was der Ausbau der Elektromobilität für die Polizei bedeutet. Derzeit gebe es keinen Grund, über Konflikte an E-Tankstellen zu reden, die im Zusammenhang mit der E-Mobilität stehen. Die Kapazitäten seien im Raum Oberfranken weitgehend ausreichend.

Hermann Pfeifer war 20 Jahre Vorsitzender der Kreisverkehrswacht Neumarkt. Er bezeichnete die Elektromobilität als eine interessante Neuentwicklung, die aber noch nicht nachhaltig genug im Bewusstsein der Menschen verankert sei.

In ihren Grußworten würdigten der Kulmbacher Bürgermeister Frank Wilzok und die beiden Landtagsabgeordneten Tim Pargent und Klaus Adelt die ehrenamtliche Arbeit in der Kreisverkehrswacht. Während Pargent die Aufklärungs- und Schulungsarbeit der Kreisverkehrswacht weiterhin für außerordentlich wichtig hielt, machte Adelt deutlich, dass mit der Symbiose aus ehren- und hauptamtlicher Arbeit in der Kreisverkehrswacht dafür gesorgt werde, dass es im Straßenverkehr einigermaßen gut läuft.

Mit Blick auf die Landeshauptstadt München stellte Adelt fest: "Langsam gehen einem die militanten Fahrradfahrer in München auf die Nerven."

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Werner Reißaus
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Veröffentlicht am:
14. 07. 2019
18:18 Uhr

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Werner Reißaus

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Veröffentlicht am:
14. 07. 2019
18:18 Uhr



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