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Kulmbach

Zum 18. Schlosskonzert in Bestform

Das Hauptorchester des Musikvereins Thurnau macht seinem Ruf als Kulturpreisträger alle Ehre. Und das Jugendorchester besticht durch Reife.



Auf allen Instrumenten ideal besetzt: das Hauptorchester des Musikvereins Thurnau beim 18. Schlosskonzert. Foto: hw
Auf allen Instrumenten ideal besetzt: das Hauptorchester des Musikvereins Thurnau beim 18. Schlosskonzert. Foto: hw  

Thurnau - Waren es der romantische Innenhof, durch Feuerschalen erhellt, das mediterrane Wetter oder die fast 700 Besucher, die die Interpreten des Musikvereins Thurnau zu Höchstleistungen anspornten? Oder die Auszeichnung mit dem Kulturpreis 2018 des Landkreises Kulmbach? Das diesjährige Schlosskonzert jedenfalls, das 18. infolge, nimmt eine Sonderstellung ein, was Tempo, Nuancierung, Solistentum und homogenen Feinschliff betrifft.

Schon das Jugendorchester, bereits mit jungen Kräften aus der Bläserklasse besetzt, zeigte bereits Ansätze erstaunlicher Reife, Selbstbewusstsein und Glauben an das eigene Können ausdrückend. Wie sonst hätten "A Sailor's Adventure", "Shipwrecked" oder schwierige Passagen in "My Heart will go on" so gut gelingen können. Wuchtiges Schlagwerk mit Solist Dominik Pfaffenberger, feine Zwischentöne der Querflötistinnen wie Sirenengesang, dazu brachiale Mittelteile - der Nachwuchs war die Überraschung des Abends. Sehr schön intoniert war auch die Geschichte von Jim Knopf und dem Lokomotivführer. Die Zukunft des Musikvereins sieht gut aus.

Das Hauptorchester, ein ansehnliches, auf allen Instrumenten ideal besetztes Ensemble, wagte sich an Sinfonisches, schuf mit der Suite aus der "Wassermusik" von Georg Friedrich Händel wundervoll harmonierende Klangbilder. Hörner, Trompeten, Querflöten und Klarinetten gingen eine gelungene Symbiose ein. Die Sätze Alla Hornpipe, Bourree, Air, Menuett und Allegro forderten viel Einfühlungsvermögen und Spielsicherheit, für die Thurnauer jedoch kein Problem. Ob tänzerisches Dahingleiten, melodiöses Schweben der Luftgeister oder das Sturmgetöse der Elemente, bis auf kaum hörbare leichte Abweichungen summierte sich das Ganze zu einem bejubelten Auftritt. Zu Preisträger-Qualität eben. Das Menuett stach dabei noch heraus: In klarer Präzision intoniert, das Swingende prächtig karikiert, ein sinfonisches Glanzstück.

Kaum Zeit zum Atemholen hatten die Musikanten während des "Piratentanzes" von Klaus Peter Bruckmann, rauschhaftes Vorwärtsstürmen ohne Zwischenstopp im ICE-Tempo. Ein fulminantes Bläser-Klanginferno später mit "The New Village" von Kees Vlak, dem behutsames Eingewöhnen in zarter Melancholie vorausging.

Walzerklänge schließlich zum Mitswingen und der berühmte russische Marsch "Abschied der Slawin". Ein Konzert, das der engagierte Heimo Bierwirth couragiert, kompetent und komplex in emotionaler Körpersprache dirigierte. Schöner Nebeneffekt: Als er verkündete, dass das Orchestermitglied Lisa zum 18. Schlosskonzert ihren 18. Geburtstag feiert, war "Happy Birthday" aus Hunderten von Kehlen die passende Antwort.

Und noch ganz nebenbei, dieses Event ist auch immer ein bisschen "Who is Who", denn es wurden eine Menge an Persönlichenkeiten aus Politik und Wirtschaft gesichtet. Eine davon stand natürlich da ganz im Blickpunkt: Hans Schwender, Mäzen und Initiator des Konzerts, ohne ihn gäbe es das nicht. Dafür dankte ihm Martin Koslowski, Vorsitzender des Musikvereins, ganz herzlich, "Sie haben auch immer ein offenes Ohr für unsere Belange". Schwender selbst sieht den Aufwand und das ausgegebene Geld als gute Investition, "junge Leute für Musik zu begeistern und ihnen eine sinnvolle Aufgabe zu geben, ist eine schöne Sache".

Autor

Horst Wunner
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Veröffentlicht am:
31. 07. 2018
16:20 Uhr

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Horst Wunner

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31. 07. 2018
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