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Marktredwitz

8000 Gläubige pilgern nach Altötting

An der 190. Fußwallfahrt von Regensburg nach Altötting beteiligen sich zahlreiche Gläubige aus der Region. Viele von ihnen feiern am Gnadenort ein kleines Jubiläum.



Der ehemalige Poppenreuther Pfarrer August Sparrer hält Ausschau nach seinen ehemaligen Schäflein aus der Steinwaldgemeinde.
Der ehemalige Poppenreuther Pfarrer August Sparrer hält Ausschau nach seinen ehemaligen Schäflein aus der Steinwaldgemeinde.   » zu den Bildern

Marktredwitz/Waldershof - Die Fußwallfahrt von Regensburg zur Gnadenmutter von Altötting war auch in ihrer 190. Auflage ein absolutes Muss für viele Gläubige. Am Donnerstag vor dem Pfingstfest starteten knapp 5000 Pilger, um betend und singend von der Bischofsstadt zum Gnadenbild "Unserer Lieben Frau von Altötting" zu ziehen. Seit Jahrzehnten gehören zahlreiche Gläubige aus dem Fichtelgebirge und dem Stiftland zu den Verehrern der "Schwarzen Madonna" am Gnadenort in Altötting.

Die Diözesanwallfahrt stand im Zeichen des 150. Jahrestages der Fertigstellung des Domes unter der Überschrift "Wie im Himmel so auf Erden." Das Wort aus dem "Vater unser" soll den Glauben stärken und das Reich Gottes auf der Erde erlebbar machen.

Insgesamt drei Tage waren die Pilgerinnen und Pilger unterwegs und legten dabei eine Strecke von 111 Kilometern zurück. Damit alle Teilnehmer die Gebete und Lieder gleichzeitig mit vortragen konnten, waren zahlreiche Lautsprecher im Einsatz.

Pilgerführer Bernhard Meiler wandte sich darüber oft an die Mitreisenden. "Wir wollen betend, singend, voll Freude und Frieden unsere Anliegen, unsere Sorgen, aber auch unseren Dank mit den Füßen zur Gnadenmutter von Altötting bringen", sagt er zu Beginn des 111 Kilometer langen Marsches.

Er verwies darauf, dass die 190. Fußwallfahrt keine Selbstverständlichkeit ist. Deswegen hob er besonders die Jugend hervor, die an der Spitze des Zuges voranging. Sie trug ein Banner mit der Aufschrift "Junge Wallfahrt". "Nur mit der Jugend kann es weitergehen mit unserem großen Glaubenszug nach Altötting", ergänzte Meiler.

In Burgweinting stieß Bischof Rudolf Voderholzer zur Gruppe. Er hatte offenbar Mühe, sich der Schrittgeschwindigkeit des Pilgerzugs anzupassen. "Die jungen Leute legen ein ganz schönes Tempo vor", scherzte er. Bei Temperaturen über 20 Grad war die lange schwarz-rote Kutte, die er trug, nicht gerade ein optimales Wanderoutfit. Der Bischof hatte sich zumindest gegen die Sonne gewappnet. Er trug einen Sonnenhut aus Stroh. "Solch eine Kopfbedeckung empfehle ich auch den Pilgern", sagte er über die Lautsprecher.

Im Vorbeigehen gab der Bischof den Gläubigen seinen Segen mit auf dem Weg. Er freute sich über die Tausende von Menschen, die bei der Fußwallfahrt mitmarschierten. Ihm bewies das: "Die Kirche lebt, die Kirche ist jung. Das pilgernde Gottesvolk irrt nicht ziellos umher, es hat ein klares Ziel: Altötting." Nach etwa einer Stunde verließ Voderholzer den Pilgerzug wieder. Am Samstag pilgerte er wieder eine Etappe mit. Am Zielort feierte er die Eucharistie mit den Gläubigen. Der Bischof verabschiedete sich von den Pilgern aber nicht, ohne ihnen einen weiteren Tipp mit auf den Weg zu geben: "Trinken Sie genug. Bier aber erst am Abend, sodass Sie gut schlafen und am nächsten Tag wieder gut aufstehen können."

Die Pilgergruppe aus dem Fichtelgebirge konnte in diesem Jahr auf die 48. Teilnahme an der Diözesanwallfahrt verweisen. Seit 2008 organisiert Johannes Popp in Zusammenarbeit mit Miriam Bär und Harald Kastl die Wallfahrt. In diesem Jahr hatten sich 280 Gläubige daran beteiligt, die mit fünf Bussen nach Regensburg gebracht wurden. Über die drei Tage hinweg hatten die Fahrer alle Hände voll zu tun, die Gepäckstücke an die richtigen Orte und die Pilger zu den Quartieren zu bringen. Für die Teilnehmer ist dies immer eine logistische Meisterleistung. Noch bewundernswerter ist es, dass zwei der fünf Fahrer diese Arbeit ehrenamtlich leisteten. Und noch eines ist erstaunlich: Am zweiten Tag halfen 46 Teilnehmer aus dem Fichtelgebirge bei der Bewirtung von 2500 Pilgern in Semannshausen und machten sich anschließend wieder auf den Fußweg nach Altötting.

Beim Einzug am Samstagvormittag säumten zahlreiche Besucher den Weg am Kapell-Platz und hielten Ausschau nach ihren Verwandten und Freunden. Etwa 8000 Teilnehmer zogen vorbei an der Gnadenmutter und feierten anschließend mit dem Bischof einen festlichen Gottesdienst in der Basilika.

Viele Wallfahrer fanden während dieser drei Tage Trost, einen Ausgleich im Glauben, genossen die Gemeinschaft oder erhofften sich Hilfe bei Krankheiten oder aus scheinbar ausweglosen Situationen.

Bischof Dr. Rudolf Voderholzer freute sich besonders über die Teilnahme vieler junger Christen und appellierte an alle Besucher des Gottesdienstes: "Bleibt fest im Glauben und vertraut immer auf die Gottesmutter Maria."

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Oswald Zintl
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Veröffentlicht am:
12. 06. 2019
18:38 Uhr

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Oswald Zintl

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12. 06. 2019
18:38 Uhr



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