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Marktredwitz

Grüne warnen vor Super-Gau

Mit einer erschreckenden Installation im Markt erinnern Atomkraftgegner an die Havarie in Tschernobyl. Sie fordern den sofortigen Ausstieg.



90 Prozent aller Liquidatoren, die nach der Katastrophe in Tschernobyl aufräumen mussten, sind krank oder tot. Darauf wies am Freitag Wolfgang Müllers mobile Aktionskunst vor dem Marktredwitzer Rathaus hin. 	Foto: B. Gschwendtner
90 Prozent aller Liquidatoren, die nach der Katastrophe in Tschernobyl aufräumen mussten, sind krank oder tot. Darauf wies am Freitag Wolfgang Müllers mobile Aktionskunst vor dem Marktredwitzer Rathaus hin. Foto: B. Gschwendtner  

Marktredwitz - Liquidator zwei, Hugo aus der Ukraine, ist schon tot. Liquidator eins, Künstler Wolfgang Müller, ist hoch radioaktiv verstrahlt, bemerkt es jedoch nicht. Er tauscht immer wieder die gleichen Warnschilder aus. Am Ende stirbt auch er.

Mit dieser mobile Aktionskunst haben Atomkraftgegner am gestrigen Freitag an die Havarie des Atomkraftwerks in Tschernobyl vor 27 Jahren erinnert. Einer Gedenkveranstaltung in Hof folgte am Abend eine im Marktredwitzer Markt. Initiatoren waren Brigitte Artmann von den Grünen im Fichtelgebirge, die Bürgerinitiative "Stoppt Temelin" und der Grünen-Ortsverband Bad Steben/Geroldsgrün.

Der Hintergrund der Installation: Von etwa 830 000 Liquidatoren, die nach dem Super-Gau in der Sowjetunion zu Katastrophenschutz- und Aufräumarbeiten abkommandiert worden sind, starben 112 000, etwa 90 Prozent erkrankten wegen der Strahlung.

Auch in Europa habe nach Tschernobyl die Säuglingssterblichkeit zugenommen; in Bayern die Fehlbildungen von Neugeborenen, betonte Brigitte Artmann. In Westeuropa gab es 100 000 bis 200 000 Abtreibungen. Jüngere Frauen litten verstärkt an Brustkrebs, es gab signifikante Anstiege der Leukämieerkrankungen. Bis heute seien in Bayern Pilze und Wildschweine hoch verstrahlt. "Der Rest der Nahrungsmittel ist nicht betroffen, weil die Grenzwerte kriminell hoch sind", sagte Artmann.

Die Kontrolle von Atomkraftwerken funktioniere nicht - weder in Deutschland noch in Tschechien. "Der nächste Super-Gau ist vorprogrammiert. Es ist nicht die Frage, ob er kommt, sondern wann", stellte Artmann klar. Wer Atomkraft befürworte, solle bei der nächsten Katastrophe "als Liquidator mit der Schaufel da reingehen".

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Von Brigitte Gschwendtner
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Veröffentlicht am:
27. 04. 2013
00:00 Uhr

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Atomkraftgegner Gefahren Havarien Reaktorkatastrophe von Tschernobyl Strahlenschäden Wolfgang Müller
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